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Buchcover „Der Schatten des Begehrens“: der Schatten einer stehenden Frau auf einer Betonwand, an der Stelle des Kopfes ein Gehirn aus Zahnrädern und einer Sanduhr; eine rote Kordel läuft von links ins Bild und endet frei.
Band 1 — erscheint in Vorbereitung

Der Schatten des Begehrens

Warum Sie begehren, was Sie begehren — und warum das keine Diagnose ist

Sie hat alles gelesen.
Sie hat nichts begriffen.

Siebenunddreißig, Sexualtherapeutin, gut, anerkannt. Sie liest einen Menschen, bevor er den Satz zu Ende gesprochen hat. Ihren eigenen auch. Über fünf Jahre und vier Kulturen hinweg führt dieses Buch durch das, was Tiefenpsychologie, Bindungsforschung und Kulturgeschichte über das Verlangen wissen — als Geschichte einer Frau, die ihre eigene Theorie an sich selbst scheitern sieht.

Über das Buch

Als ein Verlag sie überredet, ein Buch über die alten Lehren vom Begehren zu schreiben — die taoistische Kunst der Schlafgemächer, die tantrische Transmutation, die arabische ars erotica —, sagt sie zu, weil sie zusagt. Sie will beweisen, dass nichts daran ist. In den Fakten behält sie recht. In allem anderen nicht.

Über fünf Jahre und vier Kulturen hinweg führt dieses Buch durch das, was Tiefenpsychologie, Bindungsforschung und Kulturgeschichte über das Verlangen wissen — nicht als Vorlesung, sondern als Geschichte einer Frau, die ihre eigene Theorie an sich selbst scheitern sieht. Freud und Jung, Bowlby und Ainsworth, Foucault und van Gulik kommen darin vor, aber sie erklären nicht die Welt: Sie erklären, was gerade passiert ist.

Und am Ende steht keine Diagnose, sondern eine Ordnung.

Wie das Buch arbeitet

Der Sachinhalt ist in eine fortlaufende fiktionale Rahmenerzählung eingebettet, mit eingeschobenen Exkursen für die fachliche Analyse. Für die Exkurse gilt eine feste Regel: keine erfundenen Quellen. Jede faktische Behauptung dort ist auf eine geprüfte Recherchenotiz und einen Bibliografie-Eintrag zurückführbar — ist eine Aussage nicht belegt, wird sie ausdrücklich als offen gekennzeichnet statt geglättet. Diese Website hält sich in ihren Sachartikeln an dieselbe Regel, siehe Bindungsstile.

Für erwachsene Leserinnen und Leser. Enthält Darstellungen einvernehmlicher Sexualität.

Wovon das Buch handelt

Zwölf Kapitel, vier Teile, fünf Jahre Erzählzeit. Jedes Kapitel trägt einen Titel aus der Geschichte und einen Untertitel, der sagt, worum es fachlich geht.

Teil I — Die Architektur der Seele

Tiefenpsychologische Grundlagen: die Werkzeuge, um sexuelle Neigungen als biografisch gewachsene Phänomene zu lesen statt als Befund.

  1. Die Standuhr, die nachgeht — Wo das Begehren anfängt
  2. Eigenmaterial, nicht zitierfähig — Triebe, Schatten, Abwehr
  3. Die Wendts kommen getrennt — Bindung und kontrollierte Intensität

Teil II — Die Kulturgeschichte der Sexualität

Vier Kulturen, vier Antworten auf dieselbe Frage. Die Suche nach transformierender Sexualität ist universell — ihre Formen sind es nicht.

  1. Was von China übrig blieb, war Papier — Die Kunst der Schlafgemächer
  2. Der Körper schreibt nicht mit — Tantra und die Transmutation des Sexuellen
  3. Das Aufnahmegerät läuft mit — Ars erotica, Fitna und die postkoloniale Frage
  4. Für ein paar Minuten nicht zuständig — Der russische Eros zwischen Schuld und Erlösung

Teil III — Fetisch und BDSM

Eine tiefenpsychologische Landkarte: moderne Psychologie an ihren historischen und kulturellen Wurzeln.

  1. Kein solches Ding — Wie ein Ding zum Halt wird
  2. Die Wut statt der Fürsorge — Dominanz, Hingabe und ihre Ränder

Teil IV — Synthese

Was daraus folgt — ein psychologischer, kultureller und ethischer Orientierungsrahmen.

  1. Das Buch, das sie falsch geschrieben hat — Drei Linien des Verlangens
  2. Wahrung des Ansehens — Die Normalität der Abweichung
  3. Sie fragt — Ein Plädoyer für Selbsterkenntnis