[{"data":1,"prerenderedAt":169},["ShallowReactive",2],{"artikel:liste":3,"content:wie-begehren-entsteht\u002Ffetisch-vorliebe-stoerung":153},[4,13,19,23,27,31,36,40,44,50,54,58,62,66,70,74,79,83,87,91,95,99,103,108,112,116,120,124,128,133,137,141,145,149],{"route":5,"title":6,"description":7,"cluster":8,"type":9,"status":10,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fbindungsstile\u002Fbindung-und-sexualitaet","Bindung und Sexualität: Was der Bindungsstil über Sex aussagt — und was nicht","Unsichere Bindung verändert nicht, was Menschen begehren, sondern wozu sie Sex benutzen. Was die Forschung zeigt, mit Studien und Jahreszahlen.","A","speiche","geprüft","T1","2026-08-28",{"route":14,"title":15,"description":16,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fbindung-und-sexualpraktiken","Bindungsstil und Sexualpraktiken: Was die Forschung misst — und was nicht","Bindungsangst und -vermeidung sagen etwas über sexuelle Zufriedenheit, Häufigkeit und Kommunikation. Über einzelne Praktiken sagen sie nichts.","live","2026-08-29",{"route":20,"title":21,"description":22,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fbindungsstil-aendern","Kann sich ein Bindungsstil ändern? Was die Längsschnittforschung zeigt","Bindungssicherheit ist mäßig stabil, nicht festgelegt. Was Längsschnittstudien über Alter, Therapie und die sogenannte erarbeitete Sicherheit zeigen.",{"route":24,"title":25,"description":26,"cluster":8,"type":9,"status":10,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fbindungsstile\u002Fdie-vier-bindungsstile","Die vier Bindungsstile — und warum die Forschung sie nicht als Typen führt","Sicher, ängstlich, vermeidend, ängstlich-vermeidend: woher die vier Stile kommen, wie sie gemessen werden und warum sie keine Persönlichkeitstypen sind.",{"route":28,"title":29,"description":30,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fdurchsetzungsfaehigkeit","Bindungssicherheit und Durchsetzungsfähigkeit: was belegt ist und was nicht","Ob sichere Bindung durchsetzungsfähiger macht, ist schwächer belegt, als es klingt. Was die Forschung tatsächlich misst, mit Studien und Jahreszahlen.",{"route":32,"title":33,"description":34,"cluster":8,"type":35,"status":10,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile","Bindungsstile: Was die Forschung wirklich sagt","Woher die vier Bindungsstile stammen, was Bowlby und Ainsworth tatsächlich gezeigt haben — und warum die Forschung heute von Skalen spricht statt von Typen.","pfeiler",{"route":37,"title":38,"description":39,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fsexuelle-wuensche-aeussern","Sexuelle Wünsche äußern — und warum es manchen Menschen schwerer fällt","Warum manche Menschen sexuelle Wünsche kaum aussprechen: was drei Studien zu Bindung und sexueller Kommunikation zeigen — und wo sie sich widersprechen",{"route":41,"title":42,"description":43,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fwas-bindungstests-leisten","Was Bindungstests leisten: Selbstauskunft und das Interview im Vergleich","Selbstauskunftstests und das Adult Attachment Interview überschneiden sich kaum. Was jedes der beiden Verfahren misst — und was daraus folgt.",{"route":45,"title":46,"description":47,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Ffoucaults-ars-erotica","Foucaults ars erotica — hält die Zuschreibung an die arabische Welt historisch stand?","Foucault zählte „arabo-moslemische Gesellschaften\" zur ars erotica – ohne Beleg. Was die arabische Liebesliteratur zeigt, und was Kritik daran einwendet.","E","T4",{"route":51,"title":52,"description":53,"cluster":48,"type":35,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet","Was im Westen ‚Tantra' heißt — und was Tantra tatsächlich war","Was hierzulande als Tantra gilt, ist eine Erfindung der 1960er Jahre. Das historische Tantra war etwas anderes — sexuelles Ritual war darin nicht die Mitte.",{"route":55,"title":56,"description":57,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Frechter-und-linker-weg","Der 'linke Weg' im Tantra — Verehrung der Frau oder ihre Instrumentalisierung?","Dakṣiṇācāra und Vāmācāra sind mehr als rechts und links. Was die Forschung zur Frauenrolle im „linken Weg\" fand – und was offenbleibt.",{"route":59,"title":60,"description":61,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":12},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Frussischer-eros","Der russische Eros — warum Russlands Sexualkultur als eigener Sonderweg gilt","Der russische Eros ist keine Volkscharakter-Eigenschaft, sondern eine Diskursgeschichte wiederholter Zyklen von Öffnung und staatlicher Kontrolle.",{"route":63,"title":64,"description":65,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Fsamenerhalt","Samenerhalt — die taoistische Lehre und was von ihr trägt","Die taoistische Lehre vom Samenerhalt trennt Orgasmus und Samenerguss – real. Ihre Heilsversprechen wie Langlebigkeit sind es nicht. Was belegt ist.",{"route":67,"title":68,"description":69,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Ftaoistische-kunst-der-schlafgemaecher","Die Kunst der Schlafgemächer — was fangzhong shu wirklich war","Fangzhong shu galt als „chinesisches Kamasutra\". Tatsächlich war es eine Gesundheitslehre, die Sex der Kultivierung unterordnete, nicht dem Genuss.",{"route":71,"title":72,"description":73,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Fvan-gulik","Robert van Gulik — wie das Wissen über Chinas Sexualkultur in den Westen kam","Ein niederländischer Diplomat schrieb 1961 das erste westliche Standardwerk zur Sexualgeschichte Chinas – und prägte damit auch Foucaults „ars erotica\".",{"route":75,"title":76,"description":77,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fasexualitaet","Asexualität: Was sie ist – und was sie nicht ist","Asexualität heißt fehlende sexuelle Anziehung, nicht fehlendes Verlangen. 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Was sexuelle Scham danach auslöst – und woher sie kommt.",{"route":88,"title":89,"description":90,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fsexuelle-skripte","Sexuelle Skripte: Warum Begehren einem Muster folgt","Gagnon und Simon erklärten sexuelles Verhalten 1973 über drei Ebenen erlernter Skripte – nicht als biologischen Trieb. Was das Modell trägt.",{"route":92,"title":93,"description":94,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Ftrauma-und-sexualitaet","Trauma und Sexualität: Was die Forschung zeigt – und wo sie unsicher bleibt","Große Stichproben finden keinen generellen Zusammenhang zwischen Kindheitstrauma und bestimmten sexuellen Vorlieben. Was einzelne Studien trotzdem zeigen.",{"route":96,"title":97,"description":98,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Funterdrueckung-schadet","Schadet Unterdrückung häufiger als die Vorliebe selbst?","Verstecken und Selbststigma hängen mit mehr Angst und Depression zusammen als die Vorliebe selbst. Was das Minoritätenstress-Modell zeigt.",{"route":100,"title":101,"description":102,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fvorliebe-und-stoerung","Vorliebe oder Störung? Was die Diagnosekriterien im Einzelnen verlangen","Kriterium B ist nur die halbe Antwort. DSM-5 und die ICD-11-Arbeitsgruppe ordnen sexuelle Vorlieben nach zwei verschiedenen Logiken.",{"route":104,"title":105,"description":106,"cluster":107,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fschattenarbeit\u002Ffreuds-trieblehre-heute","Freuds Trieblehre heute — was von den Drei Abhandlungen trägt","Das Stufenmodell oral–anal–phallisch stammt nicht aus 1905. Wie Freuds Theorie über zwanzig Jahre gewachsen ist — und was davon heute noch Bestand hat.","B",{"route":109,"title":110,"description":111,"cluster":107,"type":35,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fschattenarbeit","Schattenarbeit: was C. G. Jung wirklich gemeint hat","Der Schatten ist bei Jung nicht die dunkle Seite und nicht das Böse, sondern etwas deutlich Unbequemeres. Was im Original steht — und was die Belege hergeben.",{"route":113,"title":114,"description":115,"cluster":107,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fschattenarbeit\u002Findividuation","Individuation bei C. G. Jung — was der Begriff bedeutet und was nicht","Individuation ist bei Jung ein lebenslanger Prozess, kein Zustand und keine Selbstverwirklichung. Was der Begriff meint — und wo die Belege enden.",{"route":117,"title":118,"description":119,"cluster":107,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fschattenarbeit\u002Fschattenarbeit-im-netz","Schattenarbeit im Netz — was das Wort dort bedeutet und was nicht","Journaling-Listen, 30-Tage-Programme: Was online Schattenarbeit heißt, teilt mit Jung oft nur den Namen. Was trotzdem helfen kann — und was unbelegt ist.",{"route":121,"title":122,"description":123,"status":10,"updated":12},"\u002Fseiten\u002Finhaltsverzeichnis","Inhalt","Vier Teile, zwölf Kapitel: die Gliederung von „Der Schatten des Begehrens\".",{"route":125,"title":126,"description":127,"status":10,"updated":12},"\u002Fseiten\u002Fueber-das-buch","Über das Buch","Entstehung, Quellenarbeit und Haltung hinter „Der Schatten des Begehrens\" — ein narratives Sachbuch über Tiefenpsychologie, Kulturgeschichte und Sexualität.",{"route":129,"title":130,"description":131,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ferregung-und-verlangen","Sind Erregung und Verlangen dasselbe? Zwei Modelle, ein Unterschied","Erregung ist eine Reaktion, Verlangen ein Bedürfnis — beide können unabhängig auftreten. Was Bassons zirkuläres Modell und das Dual-Control-Modell zeigen.","C",{"route":134,"title":135,"description":136,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ferregungsdiskordanz","Erregungsdiskordanz: Wenn der Körper reagiert, ohne dass jemand erregt sein will","Körper und Erleben fallen nicht immer zusammen — bei Frauen im Mittel seltener als bei Männern. Und eine körperliche Reaktion ist kein Zeichen von Zustimmung.",{"route":138,"title":139,"description":140,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ffetisch-vorliebe-stoerung","Fetisch, Vorliebe, Störung — wo verläuft die Grenze wirklich?","Ein Fetisch ist keine Diagnose. Was das DSM-5 zusätzlich verlangt, damit daraus eine fetischistische Störung wird — und was die ICD-11 dazu sagt.",{"route":142,"title":143,"description":144,"cluster":132,"type":35,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fwie-begehren-entsteht","Wie entsteht ein Fetisch? Vier Erklärungsmodelle und was sie taugen","Kopplung, Übergangsobjekt, Bindung, Kulturgeschichte: Vier Modelle erklären, wie eine Vorliebe entsteht — keines davon, warum ausgerechnet dieses Objekt.",{"route":146,"title":147,"description":148,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Fkonditionierung-und-grenzen","Wie Konditionierung eine sexuelle Vorliebe formen kann — und wo das Modell endet","Ein neutraler Reiz kann durch Kopplung mit Erregung selbst erregend werden, zeigte Rachmans Experiment 1966. Warum das den Einzelfall trotzdem nicht erklärt.",{"route":150,"title":151,"description":152,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Fwinnicotts-uebergangsobjekt","Winnicotts Übergangsobjekt — was ein Kuscheltier mit einem Fetisch zu tun hat","Warum der Teddybär eines Kindes und ein Fetisch aus derselben Theorie stammen — und was Winnicott damit ausdrücklich nicht gemeint hat.",{"frontmatter":154,"sections":163,"html":167,"empfehlungen":168},{"title":139,"metaTitle":155,"description":140,"cluster":132,"type":9,"tuer":11,"anzeigenziel":156,"status":17,"updated":18,"citeKeys":157,"vertiefungTitel":162},"Fetisch oder Störung: Wo die Grenze liegt",false,[158,159,160,161],"apa2013","joyalcarpentier2016","moserkleinplatz2005","reed2016","Vertiefung — was die Diagnosesysteme im Detail verlangen",{"snippet":164,"kurzfassung":165,"vertiefung":166},"\u003Cp>Ein Fetisch ist keine Diagnose. Nur wenn eine intensive, wiederkehrende Erregung durch ein Objekt\noder einen nicht-genitalen Körperteil über mindestens sechs Monate zusätzlich mit erheblichem\nLeidensdruck oder einer Beeinträchtigung einhergeht, spricht das DSM-5 von einer fetischistischen\nStörung\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Der Inhalt der Vorliebe selbst ist dafür kein Kriterium — ihre\nFolge ist es.\u003C\u002Fp>\n","\u003Cp>„Ist das schon ein Fetisch?&quot; und „Ist ein Fetisch schon eine Störung?&quot; klingen wie dieselbe Frage\nund sind zwei ganz verschiedene. Die erste ist eine Frage der Beschreibung. Die zweite ist eine\nFrage der Diagnostik, und sie wird nach ausdrücklich anderen Kriterien beantwortet als der Inhalt\nder Vorliebe.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Was ist ein Fetisch, bevor überhaupt von Diagnose die Rede ist?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Ein Fetisch beschreibt eine sexuelle Vorliebe, bei der Erregung an ein bestimmtes Objekt oder\neinen bestimmten, nicht-genitalen Körperteil gebunden ist. Wie eine solche Bindung entstehen kann,\nbehandeln die anderen Speichen dieses Clusters — über\n\u003Ca href=\"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Fkonditionierung-und-grenzen\">Konditionierung\u003C\u002Fa> und über das\n\u003Ca href=\"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Fwinnicotts-uebergangsobjekt\">Übergangsobjekt\u003C\u002Fa>. Für die Frage dieses\nArtikels ist nur wichtig: Eine Vorliebe zu haben, ist noch keine klinische Aussage. Sie wird erst\nzu einer, wenn ein zweites, unabhängiges Kriterium erfüllt ist.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Was verlangt Kriterium A im DSM-5 genau?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Das DSM-5 benennt zunächst nur das Muster selbst: wiederkehrende, intensive sexuelle Erregung\ndurch nichtlebende Objekte oder durch hochspezifische, nicht-genitale Körperteile, über einen\nZeitraum von mindestens sechs Monaten\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Das ist eine Beschreibung, keine\nBewertung — vergleichbar damit, eine Vorliebe für eine bestimmte Küche oder ein bestimmtes\nMusikgenre zu benennen. Mit der fünften Auflage des Diagnosehandbuchs 2013 wurde diese Kategorie\nzudem erweitert: Was zuvor unter einer Sammelkategorie für nicht näher spezifizierte Paraphilien\nlief — die Vorliebe für einzelne Körperteile, „Partialismus&quot; —, gehört seither ausdrücklich mit\nzum selben Kriterium.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Warum reicht Kriterium A allein nicht für eine Diagnose?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Weil das DSM-5 danach ein zweites, unabhängiges Kriterium verlangt: klinisch bedeutsamer\nLeidensdruck oder eine Beeinträchtigung der sozialen, beruflichen oder anderer wichtiger\nLebensbereiche\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Erst beide Kriterien zusammen ergeben eine fetischistische\nStörung. Eine Vorliebe, die dieses zweite Kriterium nicht erfüllt — die also niemanden belastet\nund nirgends beeinträchtigt —, ist nach dieser Systematik gerade \u003Cstrong>keine\u003C\u002Fstrong> Störung, so ausgeprägt\nsie auch sein mag.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Das ist eine bewusste fachliche Entscheidung, keine Auslegungsfrage. Charles Moser und Peggy\nKleinplatz haben bereits 2005 dafür argumentiert, dass eine ungewöhnliche, aber folgenlose\nsexuelle Präferenz allein keine Störung begründet — ein Argument, das der späteren Fassung des\nDSM-5 vorausging und mit ihr weitgehend übereinstimmt\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">3\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Wie verbreitet ist fetischistisches Interesse überhaupt?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Häufiger, als die Bezeichnung „Paraphilie&quot; vermuten lässt. Eine an der Bevölkerung Québecs\nausgerichtete Befragung von 1.040 Personen fand 2016, dass mehrere der Kategorien, die als\nparaphil gelten, häufiger vorkommen als die Schwelle, ab der ein Merkmal statistisch als\nungewöhnlich gilt — fetischistisches Interesse gehört dazu\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">2\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Für diesen\nArtikel wichtig ist die Richtung dieses Befunds, nicht eine einzelne Prozentzahl: Ein verbreitetes\nInteresse ist damit keine Ausnahme, über die gesondert Rechenschaft abzulegen wäre.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Was ändert sich mit der ICD-11?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Auch die Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation bewegt sich in dieselbe Richtung, und\nzwar an genau dieser Stelle: Die für die Revision zuständige WHO-Arbeitsgruppe hat empfohlen, die\neigenständige Diagnose F65.0 Fetischismus aus der bisherigen Klassifikation zu streichen. Die\nBegründung betrifft direkt die Unterscheidung, um die es hier geht: Ein Erregungsmuster, das\nlediglich verhältnismäßig unüblich ist, aber nicht mit Leidensdruck, Funktionsbeeinträchtigung\noder Schaden einhergeht, ist keine psychische Störung\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">4\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Für die Genauigkeit\ngehört dazu: Belegt sind hier Empfehlung und Begründung der Arbeitsgruppe. Dass die Streichung so\nin den Text der verabschiedeten ICD-11 eingegangen ist, wird zwar durchgehend berichtet, wurde für\ndiese Seite aber nicht am Primärtext selbst geprüft.\u003C\u002Fp>\n","\u003Cp>\u003Cstrong>Warum „Fetischist&quot; hier nicht als Bezeichnung für eine Person vorkommt.\u003C\u002Fstrong> Eine Vorliebe ist kein\nPersonentyp. Die Diagnosekriterien selbst beschreiben ein Muster über eine Zeitspanne, keine\nIdentität — und machen aus einem einzelnen Merkmal ausdrücklich keinen umfassenden\nPersönlichkeitsbegriff. Aus demselben Grund fehlt hier „Perversion&quot; als Synonym: Es ist ein\nUrteil, kein diagnostischer Begriff.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Was die beiden Kriterien in der Praxis auseinanderhält.\u003C\u002Fstrong> Kriterium A beschreibt ein Muster,\ndas für sich genommen wertneutral ist. Kriterium B beschreibt eine Folge — und diese Folge kann\nmehrere Ursachen haben, die mit der Vorliebe selbst nichts zu tun haben. Leidensdruck kann zum\nBeispiel aus Stigmatisierung oder aus der Angst vor Entdeckung entstehen, statt aus der Vorliebe\nselbst. Die Diagnosekriterien unterscheiden diese Quellen nicht im Einzelfall; das ist eine\nklinische Ermessensfrage, keine Rechenregel.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Was hier bewusst offenbleibt.\u003C\u002Fstrong> Wie ein Kliniker im Einzelfall zwischen Leidensdruck durch die\nVorliebe selbst und Leidensdruck durch ihre gesellschaftliche Ächtung unterscheidet, ist eine\neigene, größere Frage. Das allgemeine Kriterium B über alle Paraphilien hinweg — nicht nur den\nFetisch — behandelt der Cluster zur Frage, wann eine sexuelle Vorliebe überhaupt ein Problem ist;\ndieser Artikel bleibt bei der fetisch-spezifischen Anwendung und verlinkt dorthin, sobald diese\nSeite selbst veröffentlicht ist.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die uneinheitliche Jahresangabe bei Joyal &amp; Carpentier.\u003C\u002Fstrong> Die Studie wird online mit 2016\ndatiert, ihre Bandzuordnung erfolgte erst 2017; der Volltext war für dieses Projekt nicht\nzugänglich, weshalb hier bewusst keine Einzelprozentzahl steht — nur die Richtungsaussage, für die\ndie Presseinformation der Universität ausreicht.\u003C\u002Fp>\n\u003Chr>\n\u003Cp>Die vier Modelle, die erklären, wie eine solche Vorliebe überhaupt entsteht, stehen gesammelt im\n\u003Ca href=\"\u002Fwie-begehren-entsteht\">Pfeiler-Artikel „Wie entsteht ein Fetisch?&quot;\u003C\u002Fa>. Für eine eigene\nStandortbestimmung — nicht für eine Diagnose — steht der \u003Ca href=\"\u002Fselbsttest\">Selbstauskunftsbogen\u003C\u002Fa>\nbereit: anonym, zwölf Minuten lang, ohne Speicherung.\u003C\u002Fp>\n\u003Col id=\"quellen\">\n\u003Cli>American Psychiatric Association (2013). \u003Cem>Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders\u003C\u002Fem>, 5. Aufl. American Psychiatric Publishing, Arlington. — Kapitel „Paraphilic Disorders\": Kriterium A (wiederkehrende, intensive Erregung durch nichtlebende Objekte oder hochspezifische, nicht-genitale Körperteile über mindestens sechs Monate, einschließlich Partialismus), Kriterium B (klinisch bedeutsamer Leidensdruck oder Beeinträchtigung).\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Joyal, C. C., &amp; Carpentier, J. (2016). The Prevalence of Paraphilic Interests and Behaviors in the General Population: A Provincial Survey. \u003Cem>The Journal of Sex Research\u003C\u002Fem> 54(2), S. 161–171. — N = 1.040, Stichprobe an der Bevölkerung Québecs ausgerichtet. \u003Cstrong>Vorbehalt:\u003C\u002Fstrong> Volltext nicht zugänglich; kursierende Einzelprozentzahlen stammen aus einer Presseinformation und werden hier nicht wiedergegeben. Jahresangabe uneinheitlich (Online 2016, Bandzuordnung 2017).\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Moser, C., &amp; Kleinplatz, P. J. (2005). DSM-IV-TR and the Paraphilias: An Argument for Removal. \u003Cem>Journal of Psychology &amp; Human Sexuality\u003C\u002Fem> 17(3–4), S. 91–109.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Reed, G. M., Drescher, J., Krueger, R. B., u. a. (2016). Disorders related to sexuality and gender identity in the ICD-11. \u003Cem>World Psychiatry\u003C\u002Fem> 15(3), S. 205–221. — Empfehlung und Begründung der WHO-Arbeitsgruppe zur Streichung von F65.0 Fetischismus. \u003Cstrong>Vorbehalt:\u003C\u002Fstrong> Vorschlag der Arbeitsgruppe, der Text der verabschiedeten ICD-11 wurde nicht am Original geprüft.\u003C\u002Fli>\n\u003C\u002Fol>","",[],1789551435662]