[{"data":1,"prerenderedAt":167},["ShallowReactive",2],{"artikel:liste":3,"content:wie-begehren-entsteht\u002Ferregungsdiskordanz":153},[4,13,19,23,27,31,36,40,44,50,54,58,62,66,70,74,79,83,87,91,95,99,103,108,112,116,120,124,128,133,137,141,145,149],{"route":5,"title":6,"description":7,"cluster":8,"type":9,"status":10,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fbindungsstile\u002Fbindung-und-sexualitaet","Bindung und Sexualität: Was der Bindungsstil über Sex aussagt — und was nicht","Unsichere Bindung verändert nicht, was Menschen begehren, sondern wozu sie Sex benutzen. Was die Forschung zeigt, mit Studien und Jahreszahlen.","A","speiche","geprüft","T1","2026-08-28",{"route":14,"title":15,"description":16,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fbindung-und-sexualpraktiken","Bindungsstil und Sexualpraktiken: Was die Forschung misst — und was nicht","Bindungsangst und -vermeidung sagen etwas über sexuelle Zufriedenheit, Häufigkeit und Kommunikation. Über einzelne Praktiken sagen sie nichts.","live","2026-08-29",{"route":20,"title":21,"description":22,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fbindungsstil-aendern","Kann sich ein Bindungsstil ändern? Was die Längsschnittforschung zeigt","Bindungssicherheit ist mäßig stabil, nicht festgelegt. Was Längsschnittstudien über Alter, Therapie und die sogenannte erarbeitete Sicherheit zeigen.",{"route":24,"title":25,"description":26,"cluster":8,"type":9,"status":10,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fbindungsstile\u002Fdie-vier-bindungsstile","Die vier Bindungsstile — und warum die Forschung sie nicht als Typen führt","Sicher, ängstlich, vermeidend, ängstlich-vermeidend: woher die vier Stile kommen, wie sie gemessen werden und warum sie keine Persönlichkeitstypen sind.",{"route":28,"title":29,"description":30,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fdurchsetzungsfaehigkeit","Bindungssicherheit und Durchsetzungsfähigkeit: was belegt ist und was nicht","Ob sichere Bindung durchsetzungsfähiger macht, ist schwächer belegt, als es klingt. Was die Forschung tatsächlich misst, mit Studien und Jahreszahlen.",{"route":32,"title":33,"description":34,"cluster":8,"type":35,"status":10,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile","Bindungsstile: Was die Forschung wirklich sagt","Woher die vier Bindungsstile stammen, was Bowlby und Ainsworth tatsächlich gezeigt haben — und warum die Forschung heute von Skalen spricht statt von Typen.","pfeiler",{"route":37,"title":38,"description":39,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fsexuelle-wuensche-aeussern","Sexuelle Wünsche äußern — und warum es manchen Menschen schwerer fällt","Warum manche Menschen sexuelle Wünsche kaum aussprechen: was drei Studien zu Bindung und sexueller Kommunikation zeigen — und wo sie sich widersprechen",{"route":41,"title":42,"description":43,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fwas-bindungstests-leisten","Was Bindungstests leisten: Selbstauskunft und das Interview im Vergleich","Selbstauskunftstests und das Adult Attachment Interview überschneiden sich kaum. Was jedes der beiden Verfahren misst — und was daraus folgt.",{"route":45,"title":46,"description":47,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Ffoucaults-ars-erotica","Foucaults ars erotica — hält die Zuschreibung an die arabische Welt historisch stand?","Foucault zählte „arabo-moslemische Gesellschaften\" zur ars erotica – ohne Beleg. Was die arabische Liebesliteratur zeigt, und was Kritik daran einwendet.","E","T4",{"route":51,"title":52,"description":53,"cluster":48,"type":35,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet","Was im Westen ‚Tantra' heißt — und was Tantra tatsächlich war","Was hierzulande als Tantra gilt, ist eine Erfindung der 1960er Jahre. Das historische Tantra war etwas anderes — sexuelles Ritual war darin nicht die Mitte.",{"route":55,"title":56,"description":57,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Frechter-und-linker-weg","Der 'linke Weg' im Tantra — Verehrung der Frau oder ihre Instrumentalisierung?","Dakṣiṇācāra und Vāmācāra sind mehr als rechts und links. Was die Forschung zur Frauenrolle im „linken Weg\" fand – und was offenbleibt.",{"route":59,"title":60,"description":61,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":12},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Frussischer-eros","Der russische Eros — warum Russlands Sexualkultur als eigener Sonderweg gilt","Der russische Eros ist keine Volkscharakter-Eigenschaft, sondern eine Diskursgeschichte wiederholter Zyklen von Öffnung und staatlicher Kontrolle.",{"route":63,"title":64,"description":65,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Fsamenerhalt","Samenerhalt — die taoistische Lehre und was von ihr trägt","Die taoistische Lehre vom Samenerhalt trennt Orgasmus und Samenerguss – real. Ihre Heilsversprechen wie Langlebigkeit sind es nicht. Was belegt ist.",{"route":67,"title":68,"description":69,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Ftaoistische-kunst-der-schlafgemaecher","Die Kunst der Schlafgemächer — was fangzhong shu wirklich war","Fangzhong shu galt als „chinesisches Kamasutra\". Tatsächlich war es eine Gesundheitslehre, die Sex der Kultivierung unterordnete, nicht dem Genuss.",{"route":71,"title":72,"description":73,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Fvan-gulik","Robert van Gulik — wie das Wissen über Chinas Sexualkultur in den Westen kam","Ein niederländischer Diplomat schrieb 1961 das erste westliche Standardwerk zur Sexualgeschichte Chinas – und prägte damit auch Foucaults „ars erotica\".",{"route":75,"title":76,"description":77,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fasexualitaet","Asexualität: Was sie ist – und was sie nicht ist","Asexualität heißt fehlende sexuelle Anziehung, nicht fehlendes Verlangen. Was das Ace-Spektrum umfasst und warum es keine Diagnose ist.","F",{"route":80,"title":81,"description":82,"cluster":78,"type":35,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham","Wann ist eine sexuelle Vorliebe ein Problem? Die Antwort der Diagnosesysteme","Nicht der Inhalt einer Vorliebe entscheidet darüber, ob sie klinisch bedeutsam ist, sondern zwei andere Kriterien. Was DSM-5 und ICD-11 tatsächlich verlangen.",{"route":84,"title":85,"description":86,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fscham-nach-einer-fantasie","Scham nach einer sexuellen Fantasie: Was sie bedeutet – und was nicht","Eine beunruhigende Fantasie erfüllt für sich kein Diagnosekriterium. Was sexuelle Scham danach auslöst – und woher sie kommt.",{"route":88,"title":89,"description":90,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fsexuelle-skripte","Sexuelle Skripte: Warum Begehren einem Muster folgt","Gagnon und Simon erklärten sexuelles Verhalten 1973 über drei Ebenen erlernter Skripte – nicht als biologischen Trieb. Was das Modell trägt.",{"route":92,"title":93,"description":94,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Ftrauma-und-sexualitaet","Trauma und Sexualität: Was die Forschung zeigt – und wo sie unsicher bleibt","Große Stichproben finden keinen generellen Zusammenhang zwischen Kindheitstrauma und bestimmten sexuellen Vorlieben. Was einzelne Studien trotzdem zeigen.",{"route":96,"title":97,"description":98,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Funterdrueckung-schadet","Schadet Unterdrückung häufiger als die Vorliebe selbst?","Verstecken und Selbststigma hängen mit mehr Angst und Depression zusammen als die Vorliebe selbst. Was das Minoritätenstress-Modell zeigt.",{"route":100,"title":101,"description":102,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fvorliebe-und-stoerung","Vorliebe oder Störung? Was die Diagnosekriterien im Einzelnen verlangen","Kriterium B ist nur die halbe Antwort. DSM-5 und die ICD-11-Arbeitsgruppe ordnen sexuelle Vorlieben nach zwei verschiedenen Logiken.",{"route":104,"title":105,"description":106,"cluster":107,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fschattenarbeit\u002Ffreuds-trieblehre-heute","Freuds Trieblehre heute — was von den Drei Abhandlungen trägt","Das Stufenmodell oral–anal–phallisch stammt nicht aus 1905. Wie Freuds Theorie über zwanzig Jahre gewachsen ist — und was davon heute noch Bestand hat.","B",{"route":109,"title":110,"description":111,"cluster":107,"type":35,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fschattenarbeit","Schattenarbeit: was C. G. Jung wirklich gemeint hat","Der Schatten ist bei Jung nicht die dunkle Seite und nicht das Böse, sondern etwas deutlich Unbequemeres. Was im Original steht — und was die Belege hergeben.",{"route":113,"title":114,"description":115,"cluster":107,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fschattenarbeit\u002Findividuation","Individuation bei C. G. Jung — was der Begriff bedeutet und was nicht","Individuation ist bei Jung ein lebenslanger Prozess, kein Zustand und keine Selbstverwirklichung. Was der Begriff meint — und wo die Belege enden.",{"route":117,"title":118,"description":119,"cluster":107,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fschattenarbeit\u002Fschattenarbeit-im-netz","Schattenarbeit im Netz — was das Wort dort bedeutet und was nicht","Journaling-Listen, 30-Tage-Programme: Was online Schattenarbeit heißt, teilt mit Jung oft nur den Namen. Was trotzdem helfen kann — und was unbelegt ist.",{"route":121,"title":122,"description":123,"status":10,"updated":12},"\u002Fseiten\u002Finhaltsverzeichnis","Inhalt","Vier Teile, zwölf Kapitel: die Gliederung von „Der Schatten des Begehrens\".",{"route":125,"title":126,"description":127,"status":10,"updated":12},"\u002Fseiten\u002Fueber-das-buch","Über das Buch","Entstehung, Quellenarbeit und Haltung hinter „Der Schatten des Begehrens\" — ein narratives Sachbuch über Tiefenpsychologie, Kulturgeschichte und Sexualität.",{"route":129,"title":130,"description":131,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ferregung-und-verlangen","Sind Erregung und Verlangen dasselbe? Zwei Modelle, ein Unterschied","Erregung ist eine Reaktion, Verlangen ein Bedürfnis — beide können unabhängig auftreten. Was Bassons zirkuläres Modell und das Dual-Control-Modell zeigen.","C",{"route":134,"title":135,"description":136,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ferregungsdiskordanz","Erregungsdiskordanz: Wenn der Körper reagiert, ohne dass jemand erregt sein will","Körper und Erleben fallen nicht immer zusammen — bei Frauen im Mittel seltener als bei Männern. Und eine körperliche Reaktion ist kein Zeichen von Zustimmung.",{"route":138,"title":139,"description":140,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ffetisch-vorliebe-stoerung","Fetisch, Vorliebe, Störung — wo verläuft die Grenze wirklich?","Ein Fetisch ist keine Diagnose. Was das DSM-5 zusätzlich verlangt, damit daraus eine fetischistische Störung wird — und was die ICD-11 dazu sagt.",{"route":142,"title":143,"description":144,"cluster":132,"type":35,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fwie-begehren-entsteht","Wie entsteht ein Fetisch? Vier Erklärungsmodelle und was sie taugen","Kopplung, Übergangsobjekt, Bindung, Kulturgeschichte: Vier Modelle erklären, wie eine Vorliebe entsteht — keines davon, warum ausgerechnet dieses Objekt.",{"route":146,"title":147,"description":148,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Fkonditionierung-und-grenzen","Wie Konditionierung eine sexuelle Vorliebe formen kann — und wo das Modell endet","Ein neutraler Reiz kann durch Kopplung mit Erregung selbst erregend werden, zeigte Rachmans Experiment 1966. Warum das den Einzelfall trotzdem nicht erklärt.",{"route":150,"title":151,"description":152,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Fwinnicotts-uebergangsobjekt","Winnicotts Übergangsobjekt — was ein Kuscheltier mit einem Fetisch zu tun hat","Warum der Teddybär eines Kindes und ein Fetisch aus derselben Theorie stammen — und was Winnicott damit ausdrücklich nicht gemeint hat.",{"frontmatter":154,"sections":161,"html":165,"empfehlungen":166},{"title":135,"metaTitle":155,"description":136,"cluster":132,"type":9,"tuer":11,"anzeigenziel":156,"status":17,"updated":18,"citeKeys":157,"vertiefungTitel":160},"Erregungsdiskordanz: Körper und Erleben",false,[158,159],"chivers2010","levin2004","Vertiefung — Messmethoden, Grenzen und was offenbleibt",{"snippet":162,"kurzfassung":163,"vertiefung":164},"\u003Cp>Nein, nicht immer: Der Körper kann sexuell reagieren, ohne dass eine Person das subjektiv als\nErregung erlebt — und umgekehrt. Eine Meta-Analyse von 56 Studien fand, dass beide Ebenen bei\nFrauen im Mittel deutlich schwächer zusammenhängen (r = 0,10–0,25) als bei Männern (r =\n0,50–0,65)\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Genitale Reaktion ist dabei kein Beleg für Einwilligung oder\nWollen\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">2\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n","\u003Cp>Dass Körper und Erleben nicht immer übereinstimmen, klingt zunächst nach einer Randnotiz. Für\nalles, was in diesem Cluster über Erregung gesagt wird, ist es aber ein zentraler Befund — und für\ndie Frage, was eine körperliche Reaktion überhaupt bedeutet, einer der wichtigsten überhaupt.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Was bedeutet Erregungsdiskordanz genau?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Der Begriff bezeichnet die Lücke zwischen zwei Dingen, die im Alltag oft für dasselbe gehalten\nwerden: der genitalen, körperlich messbaren Reaktion auf einen sexuellen Reiz und dem, was eine\nPerson subjektiv als Erregung berichtet. Konkordanz wäre, wenn beide Ebenen zusammenfallen —\nDiskordanz, wenn sie es nicht tun. Meredith Chivers und Kolleginnen haben das 2010 in einer\nMeta-Analyse über 56 Einzelstudien mit insgesamt rund 2.500 Frauen und 1.900 Männern systematisch\nzusammengefasst\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Wie wird das überhaupt gemessen?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Über zwei unterschiedliche Verfahren, je nach Geschlecht. Bei Frauen kommt meist die vaginale\nPhotoplethysmografie zum Einsatz, die Veränderungen der vaginalen Durchblutung über\nLichtreflexion misst. Bei Männern wird meist die penile Plethysmografie eingesetzt, eine\nUmfangsmessung. Beide Verfahren erfassen ausschließlich die \u003Cstrong>genitale\u003C\u002Fstrong> Komponente sexueller\nErregung — nicht die kognitive, emotionale oder motivationale Seite\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Eine\ngenitale Reaktion ist in diesem Sinn ein körperlicher Vorgang, der teils reflexhaft abläuft, kein\ndirekter Ausdruck dessen, was jemand will.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Warum ist die Diskordanz bei Frauen größer als bei Männern?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Das ist der robusteste Einzelbefund der Meta-Analyse: Der Zusammenhang zwischen subjektiver und\ngenitaler Erregung liegt bei Frauen im Mittel deutlich niedriger als bei Männern, und dieser\nUnterschied ließ sich durch mehrere geprüfte Erklärungsfaktoren — etwa die Art des Reizmaterials\noder den Zeitpunkt der Messung — nicht vollständig auflösen\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Zwei Einschränkungen gehören unbedingt dazu. Erstens: Es handelt sich um einen Mittelwertsbefund,\nkeine universelle Regel — die Unterschiede zwischen einzelnen Frauen sind groß, und manche zeigen\neine hohe Übereinstimmung. Zweitens: Auch bei Männern ist die Übereinstimmung alles andere als\nperfekt. Ein Drittel bis die Hälfte der Schwankung bleibt selbst dort unerklärt. Diskordanz\nist damit kein rein weibliches Phänomen, nur ein bei Frauen im Schnitt stärker ausgeprägtes.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Bedeutet eine körperliche Reaktion Zustimmung?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Nein — an dieser Stelle ist Eindeutigkeit wichtiger als jede Nuance. Genitale Reaktion ist kein\nIndikator für Einwilligung oder für Wollen. Ein Übersichtsartikel von Roy Levin und Willy van\nBerlo aus dem Jahr 2004 zeigt, dass Betroffene erzwungener oder anderweitig nicht-einvernehmlicher\nsexueller Stimulation genital reagieren und sogar einen Orgasmus erleben können, ohne damit\nirgendeine Form von Zustimmung ausgedrückt zu haben\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">2\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Auch die Meta-Analyse\nvon Chivers und Kolleginnen dokumentiert, dass Frauen im Labor genital auf Reize reagieren, die\nsie subjektiv weder bevorzugen noch als erregend empfinden\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Das liegt daran, dass genitale Erregung teilweise über einen spinalen, autonomen Reflex abläuft,\nder unabhängig von einer bewussten Bewertung des Reizes ausgelöst werden kann. Ein Körper, der\nreagiert, hat damit nichts über die Person entschieden, zu der er gehört.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Was hat das mit Fetisch oder BDSM zu tun?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Innerhalb der vier Erklärungsmodelle, die der \u003Ca href=\"\u002Fwie-begehren-entsteht\">Pfeiler-Artikel\u003C\u002Fa> dieses\nClusters vorstellt, ist Erregungsdiskordanz eine der Erklärungen dafür, warum eine gemessene\nkörperliche Reaktion allein nie ausreicht, um daraus auf Vorliebe, Zustimmung oder Verlangen zu\nschließen — ein Punkt, der auch für das Verhältnis von\n\u003Ca href=\"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ferregung-und-verlangen\">Erregung und Verlangen\u003C\u002Fa> insgesamt gilt. Für eine\nBDSM-spezifische Version derselben Frage — etwa eine körperliche Reaktion während einer Szene, die\nsubjektiv als unangenehm erlebt wird — existiert nach Recherche für dieses Projekt keine eigene\nKonkordanzstudie; das allgemeine Phänomen ist aber gut genug belegt, um auf diesen Fall\nübertragbar zu sein, ohne dass eine eigene Untersuchung dazu vorläge.\u003C\u002Fp>\n","\u003Cp>\u003Cstrong>Was die beiden Messverfahren nicht leisten.\u003C\u002Fstrong> Vaginale Photoplethysmografie und penile\nPlethysmografie messen unterschiedliche physiologische Vorgänge (Lichtreflexion einer\nDurchblutungsveränderung gegenüber einer Umfangsmessung), was einen Teil des gefundenen\nGeschlechtsunterschieds miterklären könnte. Die Meta-Analyse selbst schließt methodenbedingte\nErklärungen nicht aus, hält den Geschlechtsunterschied aber trotzdem für real und\nrobust\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup> — eine vorsichtige Formulierung, die absichtlich offenlässt, wie\nviel davon rein methodisch bedingt ist.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Was in diesem Feld ausdrücklich offenbleibt.\u003C\u002Fstrong> Welche Rolle individuelle Unterschiede in\nErregbarkeit und Hemmung — wie sie das Dual-Control-Modell beschreibt — für die Stärke der\nKonkordanz spielen, wird in der Forschung diskutiert. Für dieses Projekt ließ sich dazu keine\nArbeit mit vollständig verifizierbaren bibliografischen Angaben finden; die Frage bleibt deshalb\nals offen benannt, statt mit einer unsicheren Quelle beantwortet zu werden.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Warum dieser Befund keine Aussage über eine einzelne Person erlaubt.\u003C\u002Fstrong> Die Meta-Analyse\nbeschreibt eine Tendenz über viele Menschen hinweg, keine Vorhersage für den Einzelfall. Aus einer\nniedrigen durchschnittlichen Konkordanz bei Frauen als Gruppe folgt nicht, dass eine bestimmte\nFrau ihre eigene Erregung „falsch&quot; einschätzt. Es folgt auch nicht, dass genitale Reaktion und\nWollen bei ihr zwangsläufig auseinanderfallen.\u003C\u002Fp>\n\u003Chr>\n\u003Cp>Wie sich Erregung von Verlangen unterscheidet und warum keines von beidem eine feste Größe ist,\nführt die Speiche \u003Ca href=\"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ferregung-und-verlangen\">Erregung und Verlangen\u003C\u002Fa> aus. Wer\nweniger an der Forschungslage als an der eigenen Position interessiert ist, findet sie im\n\u003Ca href=\"\u002Fselbsttest\">Selbstauskunftsbogen\u003C\u002Fa> — zwölf Minuten, anonym, ohne Diagnose.\u003C\u002Fp>\n\u003Col id=\"quellen\">\n\u003Cli>Chivers, M. L., Seto, M. C., Lalumière, M. L., Laan, E., &amp; Grimbos, T. (2010). Agreement of Self-Reported and Genital Measures of Sexual Arousal in Men and Women: A Meta-Analysis. \u003Cem>Archives of Sexual Behavior\u003C\u002Fem> 39(1), S. 5–56. — 56 Studien, N = 2.505 Frauen \u002F 1.918 Männer; Frauen r = 0,10–0,25, Männer r = 0,50–0,65; Geschlechtsunterschied durch Moderatorvariablen nicht vollständig aufgeklärt, aber als real und robust eingestuft.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Levin, R. J., &amp; van Berlo, W. T. M. (2004). Sexual Arousal and Orgasm in Subjects Who Experience Forced or Non-Consensual Sexual Stimulation — A Review. \u003Cem>Journal of Clinical Forensic Medicine\u003C\u002Fem> 11(2), S. 82–88. — genitale Reaktion und Orgasmus können ohne Einwilligung auftreten und sind kein Zustimmungssignal.\u003C\u002Fli>\n\u003C\u002Fol>","",[],1789551435652]