[{"data":1,"prerenderedAt":175},["ShallowReactive",2],{"artikel:liste":3,"content:wie-begehren-entsteht\u002Ferregung-und-verlangen":153},[4,13,19,23,27,31,36,40,44,50,54,58,62,66,70,74,79,83,87,91,95,99,103,108,112,116,120,124,128,133,137,141,145,149],{"route":5,"title":6,"description":7,"cluster":8,"type":9,"status":10,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fbindungsstile\u002Fbindung-und-sexualitaet","Bindung und Sexualität: Was der Bindungsstil über Sex aussagt — und was nicht","Unsichere Bindung verändert nicht, was Menschen begehren, sondern wozu sie Sex benutzen. Was die Forschung zeigt, mit Studien und Jahreszahlen.","A","speiche","geprüft","T1","2026-08-28",{"route":14,"title":15,"description":16,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fbindung-und-sexualpraktiken","Bindungsstil und Sexualpraktiken: Was die Forschung misst — und was nicht","Bindungsangst und -vermeidung sagen etwas über sexuelle Zufriedenheit, Häufigkeit und Kommunikation. Über einzelne Praktiken sagen sie nichts.","live","2026-08-29",{"route":20,"title":21,"description":22,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fbindungsstil-aendern","Kann sich ein Bindungsstil ändern? Was die Längsschnittforschung zeigt","Bindungssicherheit ist mäßig stabil, nicht festgelegt. Was Längsschnittstudien über Alter, Therapie und die sogenannte erarbeitete Sicherheit zeigen.",{"route":24,"title":25,"description":26,"cluster":8,"type":9,"status":10,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fbindungsstile\u002Fdie-vier-bindungsstile","Die vier Bindungsstile — und warum die Forschung sie nicht als Typen führt","Sicher, ängstlich, vermeidend, ängstlich-vermeidend: woher die vier Stile kommen, wie sie gemessen werden und warum sie keine Persönlichkeitstypen sind.",{"route":28,"title":29,"description":30,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fdurchsetzungsfaehigkeit","Bindungssicherheit und Durchsetzungsfähigkeit: was belegt ist und was nicht","Ob sichere Bindung durchsetzungsfähiger macht, ist schwächer belegt, als es klingt. Was die Forschung tatsächlich misst, mit Studien und Jahreszahlen.",{"route":32,"title":33,"description":34,"cluster":8,"type":35,"status":10,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile","Bindungsstile: Was die Forschung wirklich sagt","Woher die vier Bindungsstile stammen, was Bowlby und Ainsworth tatsächlich gezeigt haben — und warum die Forschung heute von Skalen spricht statt von Typen.","pfeiler",{"route":37,"title":38,"description":39,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fsexuelle-wuensche-aeussern","Sexuelle Wünsche äußern — und warum es manchen Menschen schwerer fällt","Warum manche Menschen sexuelle Wünsche kaum aussprechen: was drei Studien zu Bindung und sexueller Kommunikation zeigen — und wo sie sich widersprechen",{"route":41,"title":42,"description":43,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fwas-bindungstests-leisten","Was Bindungstests leisten: Selbstauskunft und das Interview im Vergleich","Selbstauskunftstests und das Adult Attachment Interview überschneiden sich kaum. Was jedes der beiden Verfahren misst — und was daraus folgt.",{"route":45,"title":46,"description":47,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Ffoucaults-ars-erotica","Foucaults ars erotica — hält die Zuschreibung an die arabische Welt historisch stand?","Foucault zählte „arabo-moslemische Gesellschaften\" zur ars erotica – ohne Beleg. Was die arabische Liebesliteratur zeigt, und was Kritik daran einwendet.","E","T4",{"route":51,"title":52,"description":53,"cluster":48,"type":35,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet","Was im Westen ‚Tantra' heißt — und was Tantra tatsächlich war","Was hierzulande als Tantra gilt, ist eine Erfindung der 1960er Jahre. Das historische Tantra war etwas anderes — sexuelles Ritual war darin nicht die Mitte.",{"route":55,"title":56,"description":57,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Frechter-und-linker-weg","Der 'linke Weg' im Tantra — Verehrung der Frau oder ihre Instrumentalisierung?","Dakṣiṇācāra und Vāmācāra sind mehr als rechts und links. Was die Forschung zur Frauenrolle im „linken Weg\" fand – und was offenbleibt.",{"route":59,"title":60,"description":61,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":12},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Frussischer-eros","Der russische Eros — warum Russlands Sexualkultur als eigener Sonderweg gilt","Der russische Eros ist keine Volkscharakter-Eigenschaft, sondern eine Diskursgeschichte wiederholter Zyklen von Öffnung und staatlicher Kontrolle.",{"route":63,"title":64,"description":65,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Fsamenerhalt","Samenerhalt — die taoistische Lehre und was von ihr trägt","Die taoistische Lehre vom Samenerhalt trennt Orgasmus und Samenerguss – real. Ihre Heilsversprechen wie Langlebigkeit sind es nicht. Was belegt ist.",{"route":67,"title":68,"description":69,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Ftaoistische-kunst-der-schlafgemaecher","Die Kunst der Schlafgemächer — was fangzhong shu wirklich war","Fangzhong shu galt als „chinesisches Kamasutra\". Tatsächlich war es eine Gesundheitslehre, die Sex der Kultivierung unterordnete, nicht dem Genuss.",{"route":71,"title":72,"description":73,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Fvan-gulik","Robert van Gulik — wie das Wissen über Chinas Sexualkultur in den Westen kam","Ein niederländischer Diplomat schrieb 1961 das erste westliche Standardwerk zur Sexualgeschichte Chinas – und prägte damit auch Foucaults „ars erotica\".",{"route":75,"title":76,"description":77,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fasexualitaet","Asexualität: Was sie ist – und was sie nicht ist","Asexualität heißt fehlende sexuelle Anziehung, nicht fehlendes Verlangen. Was das Ace-Spektrum umfasst und warum es keine Diagnose ist.","F",{"route":80,"title":81,"description":82,"cluster":78,"type":35,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham","Wann ist eine sexuelle Vorliebe ein Problem? Die Antwort der Diagnosesysteme","Nicht der Inhalt einer Vorliebe entscheidet darüber, ob sie klinisch bedeutsam ist, sondern zwei andere Kriterien. Was DSM-5 und ICD-11 tatsächlich verlangen.",{"route":84,"title":85,"description":86,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fscham-nach-einer-fantasie","Scham nach einer sexuellen Fantasie: Was sie bedeutet – und was nicht","Eine beunruhigende Fantasie erfüllt für sich kein Diagnosekriterium. Was sexuelle Scham danach auslöst – und woher sie kommt.",{"route":88,"title":89,"description":90,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fsexuelle-skripte","Sexuelle Skripte: Warum Begehren einem Muster folgt","Gagnon und Simon erklärten sexuelles Verhalten 1973 über drei Ebenen erlernter Skripte – nicht als biologischen Trieb. Was das Modell trägt.",{"route":92,"title":93,"description":94,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Ftrauma-und-sexualitaet","Trauma und Sexualität: Was die Forschung zeigt – und wo sie unsicher bleibt","Große Stichproben finden keinen generellen Zusammenhang zwischen Kindheitstrauma und bestimmten sexuellen Vorlieben. Was einzelne Studien trotzdem zeigen.",{"route":96,"title":97,"description":98,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Funterdrueckung-schadet","Schadet Unterdrückung häufiger als die Vorliebe selbst?","Verstecken und Selbststigma hängen mit mehr Angst und Depression zusammen als die Vorliebe selbst. Was das Minoritätenstress-Modell zeigt.",{"route":100,"title":101,"description":102,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fvorliebe-und-stoerung","Vorliebe oder Störung? Was die Diagnosekriterien im Einzelnen verlangen","Kriterium B ist nur die halbe Antwort. DSM-5 und die ICD-11-Arbeitsgruppe ordnen sexuelle Vorlieben nach zwei verschiedenen Logiken.",{"route":104,"title":105,"description":106,"cluster":107,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fschattenarbeit\u002Ffreuds-trieblehre-heute","Freuds Trieblehre heute — was von den Drei Abhandlungen trägt","Das Stufenmodell oral–anal–phallisch stammt nicht aus 1905. Wie Freuds Theorie über zwanzig Jahre gewachsen ist — und was davon heute noch Bestand hat.","B",{"route":109,"title":110,"description":111,"cluster":107,"type":35,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fschattenarbeit","Schattenarbeit: was C. G. Jung wirklich gemeint hat","Der Schatten ist bei Jung nicht die dunkle Seite und nicht das Böse, sondern etwas deutlich Unbequemeres. Was im Original steht — und was die Belege hergeben.",{"route":113,"title":114,"description":115,"cluster":107,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fschattenarbeit\u002Findividuation","Individuation bei C. G. Jung — was der Begriff bedeutet und was nicht","Individuation ist bei Jung ein lebenslanger Prozess, kein Zustand und keine Selbstverwirklichung. Was der Begriff meint — und wo die Belege enden.",{"route":117,"title":118,"description":119,"cluster":107,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fschattenarbeit\u002Fschattenarbeit-im-netz","Schattenarbeit im Netz — was das Wort dort bedeutet und was nicht","Journaling-Listen, 30-Tage-Programme: Was online Schattenarbeit heißt, teilt mit Jung oft nur den Namen. Was trotzdem helfen kann — und was unbelegt ist.",{"route":121,"title":122,"description":123,"status":10,"updated":12},"\u002Fseiten\u002Finhaltsverzeichnis","Inhalt","Vier Teile, zwölf Kapitel: die Gliederung von „Der Schatten des Begehrens\".",{"route":125,"title":126,"description":127,"status":10,"updated":12},"\u002Fseiten\u002Fueber-das-buch","Über das Buch","Entstehung, Quellenarbeit und Haltung hinter „Der Schatten des Begehrens\" — ein narratives Sachbuch über Tiefenpsychologie, Kulturgeschichte und Sexualität.",{"route":129,"title":130,"description":131,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ferregung-und-verlangen","Sind Erregung und Verlangen dasselbe? Zwei Modelle, ein Unterschied","Erregung ist eine Reaktion, Verlangen ein Bedürfnis — beide können unabhängig auftreten. Was Bassons zirkuläres Modell und das Dual-Control-Modell zeigen.","C",{"route":134,"title":135,"description":136,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ferregungsdiskordanz","Erregungsdiskordanz: Wenn der Körper reagiert, ohne dass jemand erregt sein will","Körper und Erleben fallen nicht immer zusammen — bei Frauen im Mittel seltener als bei Männern. Und eine körperliche Reaktion ist kein Zeichen von Zustimmung.",{"route":138,"title":139,"description":140,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ffetisch-vorliebe-stoerung","Fetisch, Vorliebe, Störung — wo verläuft die Grenze wirklich?","Ein Fetisch ist keine Diagnose. Was das DSM-5 zusätzlich verlangt, damit daraus eine fetischistische Störung wird — und was die ICD-11 dazu sagt.",{"route":142,"title":143,"description":144,"cluster":132,"type":35,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fwie-begehren-entsteht","Wie entsteht ein Fetisch? Vier Erklärungsmodelle und was sie taugen","Kopplung, Übergangsobjekt, Bindung, Kulturgeschichte: Vier Modelle erklären, wie eine Vorliebe entsteht — keines davon, warum ausgerechnet dieses Objekt.",{"route":146,"title":147,"description":148,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Fkonditionierung-und-grenzen","Wie Konditionierung eine sexuelle Vorliebe formen kann — und wo das Modell endet","Ein neutraler Reiz kann durch Kopplung mit Erregung selbst erregend werden, zeigte Rachmans Experiment 1966. Warum das den Einzelfall trotzdem nicht erklärt.",{"route":150,"title":151,"description":152,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Fwinnicotts-uebergangsobjekt","Winnicotts Übergangsobjekt — was ein Kuscheltier mit einem Fetisch zu tun hat","Warum der Teddybär eines Kindes und ein Fetisch aus derselben Theorie stammen — und was Winnicott damit ausdrücklich nicht gemeint hat.",{"frontmatter":154,"sections":169,"html":173,"empfehlungen":174},{"title":130,"metaTitle":155,"description":131,"cluster":132,"type":9,"tuer":11,"anzeigenziel":156,"status":17,"updated":18,"citeKeys":157,"vertiefungTitel":168},"Erregung und Verlangen: der Unterschied",false,[158,159,160,161,162,163,164,165,166,167],"bancroftjanssen2000","mastersjohnson1966","tiefer1991","basson2000","basson2001","basson2001b","brottobasson2014","janssenvorstfinnbancroft2002a","bancroftgrahamjanssensaunders2009","balon2022","Vertiefung — Messung, Kritik und was offenbleibt",{"snippet":170,"kurzfassung":171,"vertiefung":172},"\u003Cp>Nein: Erregung ist die körperliche und mentale Reaktion auf einen sexuellen Reiz, Verlangen das\nBedürfnis, diese Reaktion zu suchen oder fortzusetzen. Beide können unabhängig voneinander\nauftreten\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Nach Rosemary Bassons zirkulärem Modell folgt Verlangen bei\nvielen Menschen sogar erst auf bereits einsetzende Erregung, statt ihr\nvoranzugehen\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">2\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup> — das ältere lineare Modell kannte diese Reihenfolge gar\nnicht.\u003C\u002Fp>\n","\u003Cp>Im Alltag werden beide Wörter meist austauschbar benutzt: „Ich hatte keine Lust&quot;, „ich war nicht\nerregt&quot;, „das Verlangen war weg&quot; — als wäre es dieselbe Sache in drei Formulierungen. In der\nSexualforschung sind Erregung und Verlangen zwei unterscheidbare Vorgänge mit eigenen Modellen,\neigenen Messverfahren und einer eigenen Geschichte.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Was unterscheidet Erregung von Verlangen genau?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Erregung bezeichnet die körperliche und mentale Reaktion auf einen sexuellen Reiz — messbar unter\nanderem an genitaler Durchblutung, aber auch als subjektives Empfinden. Verlangen bezeichnet das\nBedürfnis nach sexueller Aktivität oder nach ihrer Fortsetzung — ein motivationaler Zustand, kein\nReflex. Beide hängen häufig zusammen, aber nicht zwangsläufig: Ein Körper kann reagieren, ohne dass\nein Bedürfnis danach besteht, und ein Bedürfnis kann bestehen, bevor der Körper überhaupt reagiert\nhat.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Warum reichte das alte Vier-Phasen-Modell für diese Unterscheidung nicht aus?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>William Masters und Virginia Johnson beschrieben 1966, gestützt auf jahrelange direkte\nLaborbeobachtung, einen Sexualzyklus aus vier Phasen: Erregung, Plateau, Orgasmus,\nRückbildung\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">3\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Das war für seine Zeit ein Durchbruch — erstmals wurde der\nmenschliche Sexualzyklus aus gemessener Physiologie beschrieben statt aus Spekulation. Für die\nFrage dieses Artikels hat das Modell aber eine entscheidende Lücke: Es beginnt bereits mit\nErregung. Eine eigene Phase für Verlangen kommt darin nicht vor.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Leonore Tiefer hat 1991 in einem viel zitierten Übersichtsartikel darauf hingewiesen, dass das\nModell aus einer eng gefassten Laborstichprobe stammt, psychologische und Beziehungsfaktoren\nausklammert und die subjektive und die genitale Ebene der Erregung stillschweigend\ngleichsetzt\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">4\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup> — ein Punkt, der auch für die\n\u003Ca href=\"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ferregungsdiskordanz\">Erregungsdiskordanz\u003C\u002Fa> wichtig wird, die dieser Cluster\ngesondert behandelt.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Was besagt Bassons zirkuläres Modell?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Rosemary Basson schlug 2000 und 2001 ein alternatives Modell vor: kein linearer Ablauf, sondern\nein rückgekoppelter Kreislauf aus emotionaler Nähe, sexueller Stimulation, Erregung und\nVerlangen\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">2\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Der entscheidende Unterschied: Verlangen muss diesem Modell\nzufolge nicht am Anfang stehen. Viele Menschen — Basson beschrieb das zunächst für Frauen in\nlängeren Beziehungen — beginnen aus einem neutralen Zustand heraus, öffnen sich für Stimulation,\nund erst im Verlauf davon entsteht das, was sie als Verlangen erleben\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">5\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. In\neiner späteren Arbeit erweiterte Basson das Modell ausdrücklich auf beide Geschlechter, ohne dass\ndiese Erweiterung an Männern in gleichem Umfang geprüft worden wäre\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">5\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Sie unterschied dafür zwei Formen: \u003Cstrong>spontanes Verlangen\u003C\u002Fstrong>, das ohne erkennbaren äußeren Anlass\nauftritt, und \u003Cstrong>responsives Verlangen\u003C\u002Fstrong>, das erst als Reaktion auf bereits begonnene Stimulation\nentsteht. Beide gelten in ihrem Modell als normal.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Ist responsives Verlangen ein Problem?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Nein — und genau das ist der klinische Kernpunkt des Modells. Basson beschrieb 2001 ausdrücklich,\ndass ein großer Teil weiblichen sexuellen Verlangens responsiv statt spontan\nist\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">6\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Wer also kein spontanes „Lust auf Sex, bevor überhaupt etwas\npassiert&quot; erlebt, hat damit nach diesem Modell kein Defizit, sondern ein häufiges Muster. Die\nklinische Anwendung folgte: Eine randomisiert-kontrollierte Studie von Lori Brotto und Rosemary\nBasson zeigte 2014, dass achtsamkeitsbasierte Gruppentherapie das sexuelle Verlangen bei Frauen\nsignifikant verbessern kann\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">7\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup> — ein Beleg für die klinische Anwendbarkeit\ndes Grundgedankens, nicht für das zirkuläre Modell in seiner theoretischen Form insgesamt.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Was hat das mit der Entstehung eines Fetischs zu tun?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Die vier Modelle, die im \u003Ca href=\"\u002Fwie-begehren-entsteht\">Pfeiler-Artikel\u003C\u002Fa> dieses Clusters vorgestellt\nwerden, sprechen überwiegend von Erregung — davon, dass ein Reiz eine körperliche und mentale\nReaktion auslöst, etwa über Konditionierung. Ob aus einer solchen Erregung auch tatsächlich\nVerlangen wird, ist eine andere Frage, mit eigener Befundlage. Die beiden Ebenen zu vermischen —\n„erregt sein&quot; und „wollen&quot; gleichzusetzen — ist einer der häufigsten Denkfehler in populären\nDarstellungen von Fetisch und Vorliebe überhaupt.\u003C\u002Fp>\n","\u003Cp>\u003Cstrong>Wie belastbar ist Bassons Modell empirisch?\u003C\u002Fstrong> Weniger, als seine Verbreitung in der klinischen\nPraxis vermuten lässt. Richard Balon hat 2022 in einem Kommentar festgehalten, dass das Modell nie\ndirekt empirisch getestet wurde — es wurde, sinngemäß wiedergegeben, als\nExpertenmodell konstruiert, nicht aus systematisch erhobenen Daten\nabgeleitet\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">8\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Das schließt Nützlichkeit nicht aus: Ein Modell kann klinisch\nhilfreich sein, ohne dass jeder seiner Bestandteile geprüft wäre. Es bedeutet aber, dass „das\nzirkuläre Modell ist bewiesen&quot; eine zu starke Aussage wäre.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Was das Dual-Control-Modell ergänzt.\u003C\u002Fstrong> John Bancroft und Erick Janssen beschrieben 2000 sexuelle\nErregung als Ergebnis eines Gleichgewichts zwischen einem erregenden (excitatorischen) und einem\nhemmenden (inhibitorischen) System, deren Ausprägung zwischen Menschen deutlich\nstreut\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Erhoben wird das über Fragebögen (die Sexual Inhibition\u002FSexual\nExcitation Scales), die individuelle \u003Cstrong>Veranlagungen\u003C\u002Fstrong> messen, keine punktuelle\nErregung\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">9\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Ein Mensch mit stark ausgeprägtem Hemmungssystem kann körperlich\ndurchaus ansprechbar sein und trotzdem selten spontanes Verlangen erleben — beide Modelle\nbeschreiben damit unterschiedliche Facetten derselben Beobachtung: dass Erregbarkeit und\nVerlangen zwei separat variierende Größen sind.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Was dieses Modell ausdrücklich nicht leistet.\u003C\u002Fstrong> Ein Übersichtsartikel von 2009 hält fest, dass\ndas Dual-Control-Modell keine Krankheitskategorien liefert, kein Einzelverhalten in einer\nbestimmten Situation vorhersagt und ursprünglich vor allem an Männern entwickelt und validiert\nwurde\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">10\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Es beschreibt allgemeine Erregungs- und Hemmungsneigungen — nicht,\nwofür sich jemand sexuell interessiert, und nicht, welche Vorliebe jemand entwickelt.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Was dieser Artikel offenlässt.\u003C\u002Fstrong> Ob und wie stark der Körper unabhängig vom bewussten Verlangen\nreagieren kann — bis hin zu einer messbaren Reaktion ohne jedes subjektive Erleben von Erregung —,\nbehandelt die Speiche über \u003Ca href=\"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ferregungsdiskordanz\">Erregungsdiskordanz\u003C\u002Fa>\ngesondert.\u003C\u002Fp>\n\u003Chr>\n\u003Cp>Wie leicht der eigene Körper anspringt und wie leicht das eigene Verlangen sich einstellt, sind\nzwei von mehreren Bausteinen, aus denen sich laut dem Buch die drei Linien des Verlangens\nzusammensetzen. Der \u003Ca href=\"\u002Fselbsttest\">Selbstauskunftsbogen\u003C\u002Fa> braucht für die eigene Positionsbestimmung\nzwölf Minuten und speichert keine Antworten.\u003C\u002Fp>\n\u003Col id=\"quellen\">\n\u003Cli>Bancroft, J., &amp; Janssen, E. (2000). The Dual Control Model of Male Sexual Response: A Theoretical Approach to Centrally Mediated Erectile Dysfunction. \u003Cem>Neuroscience and Biobehavioral Reviews\u003C\u002Fem> 24(5), S. 571–579. — Erregung als Gleichgewicht eines excitatorischen und eines inhibitorischen Systems, entwickelt am Kinsey Institute.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Basson, R. (2000). The Female Sexual Response: A Different Model. \u003Cem>Journal of Sex &amp; Marital Therapy\u003C\u002Fem> 26(1), S. 51–65. — zirkuläres, intimitätsbasiertes Modell; 657 Zitierungen.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Masters, W. H., &amp; Johnson, V. E. (1966). \u003Cem>Human Sexual Response.\u003C\u002Fem> Little, Brown and Company, Boston. — vierphasiger Zyklus (Erregung, Plateau, Orgasmus, Rückbildung) aus direkter Laborbeobachtung; keine eigene Verlangensphase.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Tiefer, L. (1991). Historical, Scientific, Clinical and Feminist Criticisms of \"The Human Sexual Response Cycle\" Model. \u003Cem>Annual Review of Sex Research\u003C\u002Fem> 2, S. 1–23.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Basson, R. (2001). Human Sex-Response Cycles. \u003Cem>Journal of Sex &amp; Marital Therapy\u003C\u002Fem> 27(1), S. 33–43. — Erweiterung auf Männer und Frauen; integriert responsives und spontanes Verlangen. Die Übertragbarkeit auf Männer wurde nicht im selben Umfang geprüft wie die ursprüngliche Arbeit an Frauen.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Basson, R. (2001b). Using a Different Model for Female Sexual Response to Address Women's Problematic Low Sexual Desire. \u003Cem>Journal of Sex &amp; Marital Therapy\u003C\u002Fem> 27(5), S. 395–403. — klinische Anwendung; responsives Verlangen als Normalvariante bei geringem spontanem Verlangen.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Brotto, L. A., &amp; Basson, R. (2014). Group Mindfulness-Based Therapy Significantly Improves Sexual Desire in Women. \u003Cem>Behaviour Research and Therapy\u003C\u002Fem> 57, S. 43–54. — randomisiert-kontrollierte Studie.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Balon, R. (2022). Is Basson's Model of Sexual Response Relevant? A Commentary. \u003Cem>Journal of Sex &amp; Marital Therapy\u003C\u002Fem> 48(1), S. 1–4. — hält fest, dass das Modell nie direkt empirisch getestet wurde und als Expertenmodell konstruiert ist.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Janssen, E., Vorst, H., Finn, P., &amp; Bancroft, J. (2002). The Sexual Inhibition (SIS) and Sexual Excitation (SES) Scales: I. Measuring Sexual Inhibition and Excitation Proneness in Men. \u003Cem>Journal of Sex Research\u003C\u002Fem> 39(2), S. 114–126. — Fragebogenverfahren; misst Veranlagungen, keine punktuelle Erregung; ursprünglich an Männern validiert.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Bancroft, J., Graham, C. A., Janssen, E., &amp; Sanders, S. A. (2009). The Dual Control Model: Current Status and Future Directions. \u003Cem>Journal of Sex Research\u003C\u002Fem> 46(2–3), S. 121–142. — Review; Geschlechtsunterschiede, klinische Anwendung, Grenzen des Modells.\u003C\u002Fli>\n\u003C\u002Fol>","",[],1789551435638]