[{"data":1,"prerenderedAt":171},["ShallowReactive",2],{"artikel:liste":3,"content:schattenarbeit\u002Ffreuds-trieblehre-heute":153},[4,13,19,23,27,31,36,40,44,50,54,58,62,66,70,74,79,83,87,91,95,99,103,108,112,116,120,124,128,133,137,141,145,149],{"route":5,"title":6,"description":7,"cluster":8,"type":9,"status":10,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fbindungsstile\u002Fbindung-und-sexualitaet","Bindung und Sexualität: Was der Bindungsstil über Sex aussagt — und was nicht","Unsichere Bindung verändert nicht, was Menschen begehren, sondern wozu sie Sex benutzen. Was die Forschung zeigt, mit Studien und Jahreszahlen.","A","speiche","geprüft","T1","2026-08-28",{"route":14,"title":15,"description":16,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fbindung-und-sexualpraktiken","Bindungsstil und Sexualpraktiken: Was die Forschung misst — und was nicht","Bindungsangst und -vermeidung sagen etwas über sexuelle Zufriedenheit, Häufigkeit und Kommunikation. Über einzelne Praktiken sagen sie nichts.","live","2026-08-29",{"route":20,"title":21,"description":22,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fbindungsstil-aendern","Kann sich ein Bindungsstil ändern? Was die Längsschnittforschung zeigt","Bindungssicherheit ist mäßig stabil, nicht festgelegt. Was Längsschnittstudien über Alter, Therapie und die sogenannte erarbeitete Sicherheit zeigen.",{"route":24,"title":25,"description":26,"cluster":8,"type":9,"status":10,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fbindungsstile\u002Fdie-vier-bindungsstile","Die vier Bindungsstile — und warum die Forschung sie nicht als Typen führt","Sicher, ängstlich, vermeidend, ängstlich-vermeidend: woher die vier Stile kommen, wie sie gemessen werden und warum sie keine Persönlichkeitstypen sind.",{"route":28,"title":29,"description":30,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fdurchsetzungsfaehigkeit","Bindungssicherheit und Durchsetzungsfähigkeit: was belegt ist und was nicht","Ob sichere Bindung durchsetzungsfähiger macht, ist schwächer belegt, als es klingt. Was die Forschung tatsächlich misst, mit Studien und Jahreszahlen.",{"route":32,"title":33,"description":34,"cluster":8,"type":35,"status":10,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile","Bindungsstile: Was die Forschung wirklich sagt","Woher die vier Bindungsstile stammen, was Bowlby und Ainsworth tatsächlich gezeigt haben — und warum die Forschung heute von Skalen spricht statt von Typen.","pfeiler",{"route":37,"title":38,"description":39,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fsexuelle-wuensche-aeussern","Sexuelle Wünsche äußern — und warum es manchen Menschen schwerer fällt","Warum manche Menschen sexuelle Wünsche kaum aussprechen: was drei Studien zu Bindung und sexueller Kommunikation zeigen — und wo sie sich widersprechen",{"route":41,"title":42,"description":43,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fwas-bindungstests-leisten","Was Bindungstests leisten: Selbstauskunft und das Interview im Vergleich","Selbstauskunftstests und das Adult Attachment Interview überschneiden sich kaum. Was jedes der beiden Verfahren misst — und was daraus folgt.",{"route":45,"title":46,"description":47,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Ffoucaults-ars-erotica","Foucaults ars erotica — hält die Zuschreibung an die arabische Welt historisch stand?","Foucault zählte „arabo-moslemische Gesellschaften\" zur ars erotica – ohne Beleg. Was die arabische Liebesliteratur zeigt, und was Kritik daran einwendet.","E","T4",{"route":51,"title":52,"description":53,"cluster":48,"type":35,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet","Was im Westen ‚Tantra' heißt — und was Tantra tatsächlich war","Was hierzulande als Tantra gilt, ist eine Erfindung der 1960er Jahre. Das historische Tantra war etwas anderes — sexuelles Ritual war darin nicht die Mitte.",{"route":55,"title":56,"description":57,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Frechter-und-linker-weg","Der 'linke Weg' im Tantra — Verehrung der Frau oder ihre Instrumentalisierung?","Dakṣiṇācāra und Vāmācāra sind mehr als rechts und links. Was die Forschung zur Frauenrolle im „linken Weg\" fand – und was offenbleibt.",{"route":59,"title":60,"description":61,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":12},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Frussischer-eros","Der russische Eros — warum Russlands Sexualkultur als eigener Sonderweg gilt","Der russische Eros ist keine Volkscharakter-Eigenschaft, sondern eine Diskursgeschichte wiederholter Zyklen von Öffnung und staatlicher Kontrolle.",{"route":63,"title":64,"description":65,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Fsamenerhalt","Samenerhalt — die taoistische Lehre und was von ihr trägt","Die taoistische Lehre vom Samenerhalt trennt Orgasmus und Samenerguss – real. Ihre Heilsversprechen wie Langlebigkeit sind es nicht. Was belegt ist.",{"route":67,"title":68,"description":69,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Ftaoistische-kunst-der-schlafgemaecher","Die Kunst der Schlafgemächer — was fangzhong shu wirklich war","Fangzhong shu galt als „chinesisches Kamasutra\". Tatsächlich war es eine Gesundheitslehre, die Sex der Kultivierung unterordnete, nicht dem Genuss.",{"route":71,"title":72,"description":73,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Fvan-gulik","Robert van Gulik — wie das Wissen über Chinas Sexualkultur in den Westen kam","Ein niederländischer Diplomat schrieb 1961 das erste westliche Standardwerk zur Sexualgeschichte Chinas – und prägte damit auch Foucaults „ars erotica\".",{"route":75,"title":76,"description":77,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fasexualitaet","Asexualität: Was sie ist – und was sie nicht ist","Asexualität heißt fehlende sexuelle Anziehung, nicht fehlendes Verlangen. Was das Ace-Spektrum umfasst und warum es keine Diagnose ist.","F",{"route":80,"title":81,"description":82,"cluster":78,"type":35,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham","Wann ist eine sexuelle Vorliebe ein Problem? Die Antwort der Diagnosesysteme","Nicht der Inhalt einer Vorliebe entscheidet darüber, ob sie klinisch bedeutsam ist, sondern zwei andere Kriterien. Was DSM-5 und ICD-11 tatsächlich verlangen.",{"route":84,"title":85,"description":86,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fscham-nach-einer-fantasie","Scham nach einer sexuellen Fantasie: Was sie bedeutet – und was nicht","Eine beunruhigende Fantasie erfüllt für sich kein Diagnosekriterium. Was sexuelle Scham danach auslöst – und woher sie kommt.",{"route":88,"title":89,"description":90,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fsexuelle-skripte","Sexuelle Skripte: Warum Begehren einem Muster folgt","Gagnon und Simon erklärten sexuelles Verhalten 1973 über drei Ebenen erlernter Skripte – nicht als biologischen Trieb. Was das Modell trägt.",{"route":92,"title":93,"description":94,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Ftrauma-und-sexualitaet","Trauma und Sexualität: Was die Forschung zeigt – und wo sie unsicher bleibt","Große Stichproben finden keinen generellen Zusammenhang zwischen Kindheitstrauma und bestimmten sexuellen Vorlieben. Was einzelne Studien trotzdem zeigen.",{"route":96,"title":97,"description":98,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Funterdrueckung-schadet","Schadet Unterdrückung häufiger als die Vorliebe selbst?","Verstecken und Selbststigma hängen mit mehr Angst und Depression zusammen als die Vorliebe selbst. Was das Minoritätenstress-Modell zeigt.",{"route":100,"title":101,"description":102,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fvorliebe-und-stoerung","Vorliebe oder Störung? Was die Diagnosekriterien im Einzelnen verlangen","Kriterium B ist nur die halbe Antwort. DSM-5 und die ICD-11-Arbeitsgruppe ordnen sexuelle Vorlieben nach zwei verschiedenen Logiken.",{"route":104,"title":105,"description":106,"cluster":107,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fschattenarbeit\u002Ffreuds-trieblehre-heute","Freuds Trieblehre heute — was von den Drei Abhandlungen trägt","Das Stufenmodell oral–anal–phallisch stammt nicht aus 1905. Wie Freuds Theorie über zwanzig Jahre gewachsen ist — und was davon heute noch Bestand hat.","B",{"route":109,"title":110,"description":111,"cluster":107,"type":35,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fschattenarbeit","Schattenarbeit: was C. G. Jung wirklich gemeint hat","Der Schatten ist bei Jung nicht die dunkle Seite und nicht das Böse, sondern etwas deutlich Unbequemeres. Was im Original steht — und was die Belege hergeben.",{"route":113,"title":114,"description":115,"cluster":107,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fschattenarbeit\u002Findividuation","Individuation bei C. G. Jung — was der Begriff bedeutet und was nicht","Individuation ist bei Jung ein lebenslanger Prozess, kein Zustand und keine Selbstverwirklichung. Was der Begriff meint — und wo die Belege enden.",{"route":117,"title":118,"description":119,"cluster":107,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fschattenarbeit\u002Fschattenarbeit-im-netz","Schattenarbeit im Netz — was das Wort dort bedeutet und was nicht","Journaling-Listen, 30-Tage-Programme: Was online Schattenarbeit heißt, teilt mit Jung oft nur den Namen. Was trotzdem helfen kann — und was unbelegt ist.",{"route":121,"title":122,"description":123,"status":10,"updated":12},"\u002Fseiten\u002Finhaltsverzeichnis","Inhalt","Vier Teile, zwölf Kapitel: die Gliederung von „Der Schatten des Begehrens\".",{"route":125,"title":126,"description":127,"status":10,"updated":12},"\u002Fseiten\u002Fueber-das-buch","Über das Buch","Entstehung, Quellenarbeit und Haltung hinter „Der Schatten des Begehrens\" — ein narratives Sachbuch über Tiefenpsychologie, Kulturgeschichte und Sexualität.",{"route":129,"title":130,"description":131,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ferregung-und-verlangen","Sind Erregung und Verlangen dasselbe? Zwei Modelle, ein Unterschied","Erregung ist eine Reaktion, Verlangen ein Bedürfnis — beide können unabhängig auftreten. Was Bassons zirkuläres Modell und das Dual-Control-Modell zeigen.","C",{"route":134,"title":135,"description":136,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ferregungsdiskordanz","Erregungsdiskordanz: Wenn der Körper reagiert, ohne dass jemand erregt sein will","Körper und Erleben fallen nicht immer zusammen — bei Frauen im Mittel seltener als bei Männern. Und eine körperliche Reaktion ist kein Zeichen von Zustimmung.",{"route":138,"title":139,"description":140,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ffetisch-vorliebe-stoerung","Fetisch, Vorliebe, Störung — wo verläuft die Grenze wirklich?","Ein Fetisch ist keine Diagnose. Was das DSM-5 zusätzlich verlangt, damit daraus eine fetischistische Störung wird — und was die ICD-11 dazu sagt.",{"route":142,"title":143,"description":144,"cluster":132,"type":35,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fwie-begehren-entsteht","Wie entsteht ein Fetisch? Vier Erklärungsmodelle und was sie taugen","Kopplung, Übergangsobjekt, Bindung, Kulturgeschichte: Vier Modelle erklären, wie eine Vorliebe entsteht — keines davon, warum ausgerechnet dieses Objekt.",{"route":146,"title":147,"description":148,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Fkonditionierung-und-grenzen","Wie Konditionierung eine sexuelle Vorliebe formen kann — und wo das Modell endet","Ein neutraler Reiz kann durch Kopplung mit Erregung selbst erregend werden, zeigte Rachmans Experiment 1966. Warum das den Einzelfall trotzdem nicht erklärt.",{"route":150,"title":151,"description":152,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Fwinnicotts-uebergangsobjekt","Winnicotts Übergangsobjekt — was ein Kuscheltier mit einem Fetisch zu tun hat","Warum der Teddybär eines Kindes und ein Fetisch aus derselben Theorie stammen — und was Winnicott damit ausdrücklich nicht gemeint hat.",{"frontmatter":154,"sections":165,"html":169,"empfehlungen":170},{"title":105,"metaTitle":155,"description":106,"cluster":107,"type":9,"tuer":11,"anzeigenziel":156,"status":17,"updated":18,"citeKeys":157,"vertiefungTitel":164},"Freuds Trieblehre heute: was noch trägt",false,[158,159,160,161,162,163],"freud1905","freud1923b","freud1923","freud1915","freud1924","strachey1953","Vertiefung — die Editionsgeschichte im Einzelnen",{"snippet":166,"kurzfassung":167,"vertiefung":168},"\u003Cp>Von Freuds ursprünglicher Theorie trägt vor allem eine Grundannahme bis heute: dass kindliche\nSexualität nicht erst in der Pubertät beginnt, sondern von Geburt an wirksam ist. Das populäre\nStufenmodell oral–anal–phallisch dagegen stammt nicht aus dem Jahr 1905 — es wurde über zwanzig\nJahre in den Text nachgetragen, Teil für Teil, und existiert bei Freud in dieser geschlossenen\nForm gar nicht.\u003C\u002Fp>\n","\u003Cp>Wer „Freud&quot; und „Sexualtheorie&quot; hört, denkt an ein Fünf-Phasen-Modell: oral, anal, phallisch,\nLatenz, genital. Das Modell steht in praktisch jedem Einführungslehrbuch, mit der Jahreszahl 1905\ndahinter. Fast nichts davon stimmt in dieser Kompaktheit.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Stammt das Stufenmodell wirklich aus dem Jahr 1905?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Nein. Freuds \u003Cem>Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie\u003C\u002Fem> erschienen zu seinen Lebzeiten in sechs\nBuchauflagen, mit inhaltlichen Änderungen 1910, 1915, 1920 und 1924\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\nFreud hat das Buch dabei nie neu geschrieben. Er selbst beschrieb sein Verfahren so: Er habe in\nden späteren Auflagen niemals eine Umarbeitung vorgenommen, sondern die ursprüngliche Anordnung\nbeibehalten und neue Einsichten durch Einschaltungen in den bestehenden Text\neingearbeitet\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">2\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Das kompakte Stufenmodell, das Lehrbücher zitieren, ist das\nErgebnis genau dieses Verfahrens — ein Text, der über zwei Jahrzehnte gewachsen ist, nicht an\neinem Stück entstanden.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Was stand tatsächlich schon 1905 in der Erstausgabe?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Belegt sind für 1905: dass infantile Sexualität von Geburt an wirksam ist, die Vorstellung einer\npolymorph-perversen Anlage, erogene Zonen als Ausgangspunkt des kindlichen Sexualziels,\nPartialtriebe wie Schau- und Zeigelust sowie Grausamkeit, eine Latenzzeit der Kindheit und die\n„Umgestaltungen der Pubertät&quot;\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">3\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Keine der drei bekannten Phasen — oral,\nanal, phallisch — kommt darin vor.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Wann kamen die orale und die anal-sadistische Phase hinzu?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>1915, in der dritten Auflage. Der gesamte Abschnitt, in dem Freud diese beiden Organisationsstufen\neinführt, wurde erst in diesem Jahr eingefügt — ebenso wie ein Abschnitt zur kindlichen\nSexualforschung und ein Abschnitt zur Libidotheorie\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">4\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Zehn Jahre nach der\nErstausgabe war das Buch damit bereits ein anderer Text als 1905, ohne dass sich der Titel oder\ndas Erscheinungsjahr geändert hätte.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Woher stammt die phallische Phase?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Aus einer eigenen, kürzeren Schrift von 1923, „Die infantile Genitalorganisation. Eine\nEinschaltung in die Sexualtheorie&quot;\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">5\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Freud beschreibt darin eine dritte,\nbereits genitale Phase, die er „phallisch&quot; nennt, weil sie — seine eigene Formulierung — nur ein\nGenitale kennt: das männliche. In die \u003Cem>Drei Abhandlungen\u003C\u002Fem> selbst wanderte dieser Gedanke erst\n1924, und dort ausschließlich als Fußnote, die auf die Schrift von 1923\nverweist\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Es gibt in den \u003Cem>Drei Abhandlungen\u003C\u002Fem> keine Stelle, an der die\nphallische Phase als eigener Textabschnitt behandelt wird.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Was baute Freud auf die Trieblehre auf?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>In den Jahren danach erweiterte Freud sein Modell in eine andere Richtung: 1915 beschrieb er die\nVerdrängung als das Schicksal einer Triebregung, die auf Widerstände stößt und dadurch unwirksam\ngemacht werden soll\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">6\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. 1923 folgte das Strukturmodell der Psyche — Es, Ich\nund Über-Ich —, wobei das Ich als der durch die Außenwelt veränderte Teil des Es beschrieben wird,\nder das Realitätsprinzip an die Stelle des Lustprinzips zu setzen versucht\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">7\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\n1924 folgte die Beschreibung, wie der Ödipuskomplex durch Verdrängung untergeht: Die\nObjektbesetzungen werden aufgegeben und durch Identifizierung ersetzt, und die verinnerlichte\nElternautorität bildet den Kern des Über-Ichs\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">8\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Was von alldem trägt heute noch?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Diese Frage hat zwei sehr verschiedene Antworten, je nachdem, was mit „trägt&quot; gemeint ist.\nTextlich und historisch trägt vor allem der Kerngedanke: dass Sexualität nicht mit der Pubertät\nbeginnt, und dass frühe kindliche Erfahrung für die spätere psychische Entwicklung eine Rolle\nspielt. Begriffe wie Verdrängung und Über-Ich leben im klinischen und alltäglichen Sprachgebrauch\nweiter.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Ob die Trieblehre in ihrer ursprünglichen Form — mit festen Phasen, die aufeinanderfolgen und\nbestimmte Fixierungen erklären sollen — nach heutigem Forschungsstand empirisch haltbar ist, ist\neine andere Frage, und für dieses Projekt liegt dazu keine Recherche vor. Dieselbe Trennung, die\nfür Jungs Schattenkonzept gilt, gilt auch hier: Dass ein Begriff im Sprachgebrauch überlebt, ist\nkein Beleg dafür, dass die Theorie dahinter stimmt.\u003C\u002Fp>\n","\u003Cp>\u003Cstrong>Die Editionsgeschichte im Überblick.\u003C\u002Fstrong> Der Text der \u003Cem>Drei Abhandlungen\u003C\u002Fem> lässt sich in Schichten\nauflösen, jede mit eigenem Datum:\u003C\u002Fp>\n\u003Ctable>\n\u003Cthead>\n\u003Ctr>\n\u003Cth>Bestandteil\u003C\u002Fth>\n\u003Cth>Erstmals im Text\u003C\u002Fth>\n\u003Cth>Herkunft\u003C\u002Fth>\n\u003C\u002Ftr>\n\u003C\u002Fthead>\n\u003Ctbody>\n\u003Ctr>\n\u003Ctd>Infantile Sexualität von Geburt an, polymorph-perverse Anlage, erogene Zonen, Latenzzeit\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>1905\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>Erstausgabe\u003C\u002Ftd>\n\u003C\u002Ftr>\n\u003Ctr>\n\u003Ctd>Orale Phase\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>1915 (3. Auflage)\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>neu eingefügter Abschnitt\u003C\u002Ftd>\n\u003C\u002Ftr>\n\u003Ctr>\n\u003Ctd>Sadistisch-anale Phase\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>1915 (3. Auflage)\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>neu eingefügter Abschnitt\u003C\u002Ftd>\n\u003C\u002Ftr>\n\u003Ctr>\n\u003Ctd>Kompakte Aufzählung der drei Phasen in der Zusammenfassung\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>1920 (4. Auflage)\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>Einfügung\u003C\u002Ftd>\n\u003C\u002Ftr>\n\u003Ctr>\n\u003Ctd>Phallische Phase\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>1924 (nur als Fußnote)\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>eigene Schrift von 1923\u003C\u002Ftd>\n\u003C\u002Ftr>\n\u003C\u002Ftbody>\n\u003C\u002Ftable>\n\u003Cp>Grundlage dieser Aufstellung ist die \u003Cem>Standard Edition\u003C\u002Fem>-Ausgabe von James Strachey, die jede\ninhaltliche Änderung am Text seit 1905 mit Jahreszahl markiert\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">9\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup> — ohne\ndiesen Editionsapparat lässt sich der Text selbst nicht nach Entstehungsjahr auflösen, weil Freud\nihn, wie oben beschrieben, nie in einer erkennbar abgegrenzten Fassung neu herausgegeben hat.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Warum hier nicht wörtlich aus Freud zitiert wird.\u003C\u002Fstrong> Freuds eigener Text ist seit 2010\ngemeinfrei — ein Zitatrechtsproblem besteht rein rechtlich nicht. Diese Seite verzichtet trotzdem\ndurchgehend auf wörtliche Zitate, aus demselben Grund wie der Pfeilerartikel zu Jung: Jede Aussage\nist auf eine im Rechercheprozess geprüfte Textstelle zurückgeführt, wird aber als Paraphrase\nwiedergegeben, um keine Formulierung stehen zu lassen, die wortgenau statt sinngemäß stimmen\nmüsste.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Was in der Sekundärliteratur ungeklärt bleibt.\u003C\u002Fstrong> Wer die Zusammenziehung des Fünf-Phasen-Modells\nin dieser kompakten Lehrbuchform zuerst vorgenommen hat, ließ sich für dieses Projekt nicht\nermitteln. Es kursiert der Hinweis, Freud selbst habe die Reihenfolge in seinem „Abriß der\nPsychoanalyse&quot; (1938\u002F1940) noch einmal zusammengefasst — diese Stelle wurde für dieses Projekt\nnicht im Volltext eingesehen und bleibt deshalb unbelegt.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Was diese Seite bewusst nicht behandelt.\u003C\u002Fstrong> Wie Abwehrmechanismen im Einzelnen — über die\nVerdrängung hinaus — bei Freud zusammenhängen, ist eine eigene Frage: Ob Freud selbst „Projektion&quot;\nals eigenständigen Mechanismus konzipiert hat oder ob das eine spätere Differenzierung der\nIch-Psychologie ist, ist für dieses Projekt noch nicht abschließend geklärt und wird deshalb hier\nnicht dargestellt. Ebenso unbehandelt bleibt Sublimierung als Umwandlung des Triebziels — die\ngenaue Fundstelle dafür in Freuds eigenem Text steht für dieses Projekt noch aus. Beides gehört in\neigene, noch nicht veröffentlichte Speichen.\u003C\u002Fp>\n\u003Chr>\n\u003Cp>Was Jung als Gegenstück dazu mit dem Schatten meinte — und warum sich die beiden Theorien in\ndiesem Cluster nebeneinander finden —, steht im Pfeilerartikel \u003Ca href=\"\u002Fschattenarbeit\">Schattenarbeit: was C. G. Jung\nwirklich gemeint hat\u003C\u002Fa>. Wer nach der Lektüre wissen möchte, was von alldem im\neigenen Erleben eine Rolle spielt, statt nur, wie zwei Theorien das Unbewusste beschrieben haben:\nDer \u003Ca href=\"\u002Fselbsttest\">Selbstauskunftsbogen\u003C\u002Fa> stellt dafür zwölf Minuten lang Fragen — ohne ein\nPhasenmodell am Ende, in das die Antworten passen müssten, und ohne dass eine davon gespeichert\nwird.\u003C\u002Fp>\n\u003Col id=\"quellen\">\n\u003Cli>Strachey, J. (1953). Editor's Note to „Three Essays on the Theory of Sexuality\". In: \u003Cem>The Standard Edition of the Complete Psychological Works of Sigmund Freud\u003C\u002Fem>, Bd. 7. Hogarth Press, London, S. 125–130. — Auflagenliste 1905–1942 mit Datierung jeder inhaltlichen Änderung; Datierung der Fußnote zur phallischen Phase (S. 199, Fn. 2).\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Freud, S. (1923). Die infantile Genitalorganisation. Eine Einschaltung in die Sexualtheorie. \u003Cem>Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse\u003C\u002Fem> 9(2), S. 168–171. — Freuds eigene Beschreibung seines Editionsverfahrens (2. Absatz), sachlich wiedergegeben, nicht zitiert.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Freud, S. (1905). \u003Cem>Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie.\u003C\u002Fem> Deuticke, Leipzig\u002FWien (zitiert nach der Endfassung, 6. Aufl. 1925). — Kap. II (Die infantile Sexualität) und Kap. III (Die Umgestaltungen der Pubertät), Bestand der Erstausgabe laut Stracheys Editionsapparat.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Freud, S. (1905), a. a. O. — 2. Abhandlung, Abschnitt „Entwicklungsphasen der sexuellen Organisation\", laut Strachey (1953) vollständig 1915 (3. Auflage) eingefügt.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Freud, S. (1923). Die infantile Genitalorganisation, a. a. O. — Herkunft der phallischen Phase; „phallisch\", weil die Stufe nur ein Genitale kennt, das männliche.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Freud, S. (1915). \u003Cem>Die Verdrängung.\u003C\u002Fem> \u003Cem>Internationale Zeitschrift für ärztliche Psychoanalyse\u003C\u002Fem> 3(3), S. 129–138. — Verdrängung als Schicksal einer Triebregung, sachlich wiedergegeben.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Freud, S. (1923). \u003Cem>Das Ich und das Es.\u003C\u002Fem> Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Wien. — Strukturmodell Es\u002FIch\u002FÜber-Ich, das Ich als Vermittler zwischen Es und Realitätsprinzip.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Freud, S. (1924). Der Untergang des Ödipuskomplexes. In: \u003Cem>Gesammelte Werke\u003C\u002Fem>, Bd. 13, S. 395 ff. — Verdrängung des Ödipuskomplexes, Ersetzung der Objektbesetzungen durch Identifizierung, Über-Ich als Erbe des Komplexes.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Strachey, J. (1953), a. a. O. — Grundlage der gesamten Editionsgeschichte in diesem Artikel; jede Zeile der Tabelle oben ist gegen diese Quelle geprüft.\u003C\u002Fli>\n\u003C\u002Fol>","",[],1789551435601]