[{"data":1,"prerenderedAt":170},["ShallowReactive",2],{"artikel:liste":3,"content:normalitaet-und-scham\u002Fvorliebe-und-stoerung":153},[4,13,19,23,27,31,36,40,44,50,54,58,62,66,70,74,79,83,87,91,95,99,103,108,112,116,120,124,128,133,137,141,145,149],{"route":5,"title":6,"description":7,"cluster":8,"type":9,"status":10,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fbindungsstile\u002Fbindung-und-sexualitaet","Bindung und Sexualität: Was der Bindungsstil über Sex aussagt — und was nicht","Unsichere Bindung verändert nicht, was Menschen begehren, sondern wozu sie Sex benutzen. Was die Forschung zeigt, mit Studien und Jahreszahlen.","A","speiche","geprüft","T1","2026-08-28",{"route":14,"title":15,"description":16,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fbindung-und-sexualpraktiken","Bindungsstil und Sexualpraktiken: Was die Forschung misst — und was nicht","Bindungsangst und -vermeidung sagen etwas über sexuelle Zufriedenheit, Häufigkeit und Kommunikation. Über einzelne Praktiken sagen sie nichts.","live","2026-08-29",{"route":20,"title":21,"description":22,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fbindungsstil-aendern","Kann sich ein Bindungsstil ändern? Was die Längsschnittforschung zeigt","Bindungssicherheit ist mäßig stabil, nicht festgelegt. Was Längsschnittstudien über Alter, Therapie und die sogenannte erarbeitete Sicherheit zeigen.",{"route":24,"title":25,"description":26,"cluster":8,"type":9,"status":10,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fbindungsstile\u002Fdie-vier-bindungsstile","Die vier Bindungsstile — und warum die Forschung sie nicht als Typen führt","Sicher, ängstlich, vermeidend, ängstlich-vermeidend: woher die vier Stile kommen, wie sie gemessen werden und warum sie keine Persönlichkeitstypen sind.",{"route":28,"title":29,"description":30,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fdurchsetzungsfaehigkeit","Bindungssicherheit und Durchsetzungsfähigkeit: was belegt ist und was nicht","Ob sichere Bindung durchsetzungsfähiger macht, ist schwächer belegt, als es klingt. Was die Forschung tatsächlich misst, mit Studien und Jahreszahlen.",{"route":32,"title":33,"description":34,"cluster":8,"type":35,"status":10,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile","Bindungsstile: Was die Forschung wirklich sagt","Woher die vier Bindungsstile stammen, was Bowlby und Ainsworth tatsächlich gezeigt haben — und warum die Forschung heute von Skalen spricht statt von Typen.","pfeiler",{"route":37,"title":38,"description":39,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fsexuelle-wuensche-aeussern","Sexuelle Wünsche äußern — und warum es manchen Menschen schwerer fällt","Warum manche Menschen sexuelle Wünsche kaum aussprechen: was drei Studien zu Bindung und sexueller Kommunikation zeigen — und wo sie sich widersprechen",{"route":41,"title":42,"description":43,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fwas-bindungstests-leisten","Was Bindungstests leisten: Selbstauskunft und das Interview im Vergleich","Selbstauskunftstests und das Adult Attachment Interview überschneiden sich kaum. Was jedes der beiden Verfahren misst — und was daraus folgt.",{"route":45,"title":46,"description":47,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Ffoucaults-ars-erotica","Foucaults ars erotica — hält die Zuschreibung an die arabische Welt historisch stand?","Foucault zählte „arabo-moslemische Gesellschaften\" zur ars erotica – ohne Beleg. Was die arabische Liebesliteratur zeigt, und was Kritik daran einwendet.","E","T4",{"route":51,"title":52,"description":53,"cluster":48,"type":35,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet","Was im Westen ‚Tantra' heißt — und was Tantra tatsächlich war","Was hierzulande als Tantra gilt, ist eine Erfindung der 1960er Jahre. Das historische Tantra war etwas anderes — sexuelles Ritual war darin nicht die Mitte.",{"route":55,"title":56,"description":57,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Frechter-und-linker-weg","Der 'linke Weg' im Tantra — Verehrung der Frau oder ihre Instrumentalisierung?","Dakṣiṇācāra und Vāmācāra sind mehr als rechts und links. Was die Forschung zur Frauenrolle im „linken Weg\" fand – und was offenbleibt.",{"route":59,"title":60,"description":61,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":12},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Frussischer-eros","Der russische Eros — warum Russlands Sexualkultur als eigener Sonderweg gilt","Der russische Eros ist keine Volkscharakter-Eigenschaft, sondern eine Diskursgeschichte wiederholter Zyklen von Öffnung und staatlicher Kontrolle.",{"route":63,"title":64,"description":65,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Fsamenerhalt","Samenerhalt — die taoistische Lehre und was von ihr trägt","Die taoistische Lehre vom Samenerhalt trennt Orgasmus und Samenerguss – real. Ihre Heilsversprechen wie Langlebigkeit sind es nicht. Was belegt ist.",{"route":67,"title":68,"description":69,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Ftaoistische-kunst-der-schlafgemaecher","Die Kunst der Schlafgemächer — was fangzhong shu wirklich war","Fangzhong shu galt als „chinesisches Kamasutra\". Tatsächlich war es eine Gesundheitslehre, die Sex der Kultivierung unterordnete, nicht dem Genuss.",{"route":71,"title":72,"description":73,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Fvan-gulik","Robert van Gulik — wie das Wissen über Chinas Sexualkultur in den Westen kam","Ein niederländischer Diplomat schrieb 1961 das erste westliche Standardwerk zur Sexualgeschichte Chinas – und prägte damit auch Foucaults „ars erotica\".",{"route":75,"title":76,"description":77,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fasexualitaet","Asexualität: Was sie ist – und was sie nicht ist","Asexualität heißt fehlende sexuelle Anziehung, nicht fehlendes Verlangen. Was das Ace-Spektrum umfasst und warum es keine Diagnose ist.","F",{"route":80,"title":81,"description":82,"cluster":78,"type":35,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham","Wann ist eine sexuelle Vorliebe ein Problem? Die Antwort der Diagnosesysteme","Nicht der Inhalt einer Vorliebe entscheidet darüber, ob sie klinisch bedeutsam ist, sondern zwei andere Kriterien. Was DSM-5 und ICD-11 tatsächlich verlangen.",{"route":84,"title":85,"description":86,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fscham-nach-einer-fantasie","Scham nach einer sexuellen Fantasie: Was sie bedeutet – und was nicht","Eine beunruhigende Fantasie erfüllt für sich kein Diagnosekriterium. Was sexuelle Scham danach auslöst – und woher sie kommt.",{"route":88,"title":89,"description":90,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fsexuelle-skripte","Sexuelle Skripte: Warum Begehren einem Muster folgt","Gagnon und Simon erklärten sexuelles Verhalten 1973 über drei Ebenen erlernter Skripte – nicht als biologischen Trieb. Was das Modell trägt.",{"route":92,"title":93,"description":94,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Ftrauma-und-sexualitaet","Trauma und Sexualität: Was die Forschung zeigt – und wo sie unsicher bleibt","Große Stichproben finden keinen generellen Zusammenhang zwischen Kindheitstrauma und bestimmten sexuellen Vorlieben. Was einzelne Studien trotzdem zeigen.",{"route":96,"title":97,"description":98,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Funterdrueckung-schadet","Schadet Unterdrückung häufiger als die Vorliebe selbst?","Verstecken und Selbststigma hängen mit mehr Angst und Depression zusammen als die Vorliebe selbst. Was das Minoritätenstress-Modell zeigt.",{"route":100,"title":101,"description":102,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fvorliebe-und-stoerung","Vorliebe oder Störung? Was die Diagnosekriterien im Einzelnen verlangen","Kriterium B ist nur die halbe Antwort. DSM-5 und die ICD-11-Arbeitsgruppe ordnen sexuelle Vorlieben nach zwei verschiedenen Logiken.",{"route":104,"title":105,"description":106,"cluster":107,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fschattenarbeit\u002Ffreuds-trieblehre-heute","Freuds Trieblehre heute — was von den Drei Abhandlungen trägt","Das Stufenmodell oral–anal–phallisch stammt nicht aus 1905. Wie Freuds Theorie über zwanzig Jahre gewachsen ist — und was davon heute noch Bestand hat.","B",{"route":109,"title":110,"description":111,"cluster":107,"type":35,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fschattenarbeit","Schattenarbeit: was C. G. Jung wirklich gemeint hat","Der Schatten ist bei Jung nicht die dunkle Seite und nicht das Böse, sondern etwas deutlich Unbequemeres. Was im Original steht — und was die Belege hergeben.",{"route":113,"title":114,"description":115,"cluster":107,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fschattenarbeit\u002Findividuation","Individuation bei C. G. Jung — was der Begriff bedeutet und was nicht","Individuation ist bei Jung ein lebenslanger Prozess, kein Zustand und keine Selbstverwirklichung. Was der Begriff meint — und wo die Belege enden.",{"route":117,"title":118,"description":119,"cluster":107,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fschattenarbeit\u002Fschattenarbeit-im-netz","Schattenarbeit im Netz — was das Wort dort bedeutet und was nicht","Journaling-Listen, 30-Tage-Programme: Was online Schattenarbeit heißt, teilt mit Jung oft nur den Namen. Was trotzdem helfen kann — und was unbelegt ist.",{"route":121,"title":122,"description":123,"status":10,"updated":12},"\u002Fseiten\u002Finhaltsverzeichnis","Inhalt","Vier Teile, zwölf Kapitel: die Gliederung von „Der Schatten des Begehrens\".",{"route":125,"title":126,"description":127,"status":10,"updated":12},"\u002Fseiten\u002Fueber-das-buch","Über das Buch","Entstehung, Quellenarbeit und Haltung hinter „Der Schatten des Begehrens\" — ein narratives Sachbuch über Tiefenpsychologie, Kulturgeschichte und Sexualität.",{"route":129,"title":130,"description":131,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ferregung-und-verlangen","Sind Erregung und Verlangen dasselbe? Zwei Modelle, ein Unterschied","Erregung ist eine Reaktion, Verlangen ein Bedürfnis — beide können unabhängig auftreten. Was Bassons zirkuläres Modell und das Dual-Control-Modell zeigen.","C",{"route":134,"title":135,"description":136,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ferregungsdiskordanz","Erregungsdiskordanz: Wenn der Körper reagiert, ohne dass jemand erregt sein will","Körper und Erleben fallen nicht immer zusammen — bei Frauen im Mittel seltener als bei Männern. Und eine körperliche Reaktion ist kein Zeichen von Zustimmung.",{"route":138,"title":139,"description":140,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ffetisch-vorliebe-stoerung","Fetisch, Vorliebe, Störung — wo verläuft die Grenze wirklich?","Ein Fetisch ist keine Diagnose. Was das DSM-5 zusätzlich verlangt, damit daraus eine fetischistische Störung wird — und was die ICD-11 dazu sagt.",{"route":142,"title":143,"description":144,"cluster":132,"type":35,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fwie-begehren-entsteht","Wie entsteht ein Fetisch? Vier Erklärungsmodelle und was sie taugen","Kopplung, Übergangsobjekt, Bindung, Kulturgeschichte: Vier Modelle erklären, wie eine Vorliebe entsteht — keines davon, warum ausgerechnet dieses Objekt.",{"route":146,"title":147,"description":148,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Fkonditionierung-und-grenzen","Wie Konditionierung eine sexuelle Vorliebe formen kann — und wo das Modell endet","Ein neutraler Reiz kann durch Kopplung mit Erregung selbst erregend werden, zeigte Rachmans Experiment 1966. Warum das den Einzelfall trotzdem nicht erklärt.",{"route":150,"title":151,"description":152,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Fwinnicotts-uebergangsobjekt","Winnicotts Übergangsobjekt — was ein Kuscheltier mit einem Fetisch zu tun hat","Warum der Teddybär eines Kindes und ein Fetisch aus derselben Theorie stammen — und was Winnicott damit ausdrücklich nicht gemeint hat.",{"frontmatter":154,"sections":164,"html":168,"empfehlungen":169},{"title":101,"metaTitle":155,"description":102,"cluster":78,"type":9,"tuer":11,"anzeigenziel":156,"status":17,"updated":18,"citeKeys":157,"vertiefungTitel":163},"Vorliebe oder Störung? Die Kriterien im Detail",false,[158,159,160,161,162],"apa2013","reed2016","krueger2017","moserkleinplatz2005","joyalcarpentier2016","Vertiefung — Vorschlag und Verabschiedung, und was die Zahlen tragen",{"snippet":165,"kurzfassung":166,"vertiefung":167},"\u003Cp>Ob eine Vorliebe eine Diagnose werden kann, hängt nicht nur von Kriterium B ab. DSM-5 und\ndie für die ICD-11 zuständige WHO-Arbeitsgruppe verfolgen zwei verschiedene Strategien: Das\neine System hängt eine Ausnahme an bestehende Kategorien, das andere schneidet die Kategorie\nselbst enger zu. Für private, einvernehmliche Vorlieben bleibt in beiden Fällen keine Diagnose\nübrig.\u003C\u002Fp>\n","\u003Cp>Wer einmal im Diagnosemanual nachgelesen hat, kennt vermutlich Kriterium B: Erst\nLeidensdruck, eine Beeinträchtigung der Lebensführung oder eine nicht einwilligende Person\nmachen aus einer Vorliebe eine Störung. Seltener erklärt wird, wie die beiden großen\nKlassifikationssysteme überhaupt dahin kommen — und dass der Unterschied zwischen ihnen keine\nFormsache ist, sondern zwei verschiedene Antworten auf dieselbe Frage.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Warum reicht Kriterium B allein nicht, um das System zu verstehen?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Kriterium B beantwortet nur, \u003Cem>wann\u003C\u002Fem> eine bereits bestehende Kategorie zur Diagnose wird. Es\nsagt nichts darüber, \u003Cem>welche\u003C\u002Fem> Kategorien es überhaupt gibt und warum manche davon in der\nlaufenden Revision der Klassifikationssysteme ganz verschwinden, während andere bleiben. Genau\ndiese zweite Frage — Bestand oder Wegfall der Kategorie selbst — ist der Teil der Geschichte,\nder in den meisten Darstellungen fehlt.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Wie unterscheiden sich DSM-5 und die ICD-11-Arbeitsgruppe strukturell?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Das DSM-5 behält 2013 sämtliche Paraphilie-Kategorien bei und hängt an jede einzelne ein\nzusätzliches Kriterium: Kriterium B trennt innerhalb jeder Kategorie zwischen der bloßen\nPräferenz (Paraphilie) und der Diagnose (paraphile Störung)\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Die\nKategorie selbst — Fetischismus, Sadomasochismus, was auch immer — bleibt in der Systematik\nstehen; sie greift nur unter einer Zusatzbedingung.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Die für die Revision der ICD-11 zuständige WHO-Arbeitsgruppe ist einen Schritt weiter\ngegangen. Sie hat nicht nur ein Zusatzkriterium vorgeschlagen, sondern empfohlen, drei\nKategorien der ICD-10 vollständig aus der Klassifikation zu entfernen: Fetischismus,\nfetischistischer Transvestitismus und Sadomasochismus\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">2\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Für das, was an\nparaphilen Störungen übrig bleiben soll, schlägt sie ein zweiteiliges Kriterium vor: ein\nanhaltendes, fokussiertes und intensives Erregungsmuster, das sich auf Personen richtet, die\naufgrund ihres Alters oder Status nicht einwilligen können oder wollen — \u003Cstrong>und\u003C\u002Fstrong> dass die\nPerson danach gehandelt hat oder deutlich darunter leidet\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">2\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Der Unterschied liegt also nicht im Ergebnis für den Einzelfall: In beiden Systemen bleibt eine\nprivate, einvernehmliche Vorliebe ohne Leidensdruck ohne Diagnose. Er liegt in der\nArchitektur. Das DSM-5 sagt: Die Kategorie bleibt bestehen, greift aber nur unter\nZusatzbedingungen. Die WHO-Arbeitsgruppe sagt für drei Kategorien: Die Kategorie fällt ganz\nweg, unabhängig von jeder Zusatzbedingung — übrig bleibt nur eine schmalere Restkategorie, die\nvon vornherein auf ein Erregungsmuster mit einer nicht einwilligenden Person zugeschnitten ist.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Zur Genauigkeit gehört ein Vorbehalt, der selten mitgeliefert wird: Belegt sind Empfehlung und\nBegründung der Arbeitsgruppe\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">2\u003C\u002Fa>,\u003Ca href=\"#quellen\">3\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>, nicht der Text der\nverabschiedeten ICD-11 selbst — der wurde für diese Recherche nicht am Primärdokument geprüft.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Wollten manche Forscher:innen die Diagnosen ganz abschaffen?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Ja, und diese Position liegt zeitlich vor beiden Reformen. Charles Moser und Peggy Kleinplatz\nargumentierten 2005 dafür, sämtliche Paraphilie-Diagnosen aus dem Manual zu entfernen: Eine\natypische Präferenz ohne Leidensdruck und ohne Fremdschädigung begründe grundsätzlich keine\nStörung, unabhängig davon, wie selten oder ungewöhnlich sie ist\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">4\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Damit lassen sich drei Positionen auf einer Linie anordnen. Moser und Kleinplatz: Kategorie\nkomplett streichen, für jede Präferenz. Die WHO-Arbeitsgruppe: Kategorie für drei Muster\nstreichen, für den Rest ein enges Kriterium. Das DSM-5: keine Kategorie streichen, aber jede\nmit einem Zusatzkriterium versehen. Keines der beiden real existierenden Systeme ist der\nradikalsten Position gefolgt — aber beide bewegen sich in ihre Richtung, nur unterschiedlich\nweit.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Sagt die Häufigkeit einer Vorliebe etwas über ihren Status aus?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Nach der Logik beider Systeme: nein, und das ist kein Zufall, sondern die Konstruktion. Eine\n\u003Ca href=\"\u002Fnormalitaet-und-scham\">nach den Kriterien der Diagnosesysteme\u003C\u002Fa> bewertete Vorliebe wird nicht\ndadurch zur Störung, dass sie selten ist, und nicht dadurch zur Nicht-Störung, dass sie häufig\nvorkommt. Eine Erhebung an der Bevölkerung Québecs findet für mehrere als paraphil geführte\nInteressen Werte, die über der Schwelle liegen, ab der ein Merkmal üblicherweise als\nstatistisch ungewöhnlich gilt\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">5\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup> — aber selbst wenn das nicht der Fall\nwäre, änderte es an der diagnostischen Bewertung des Einzelfalls nichts. Häufigkeit und\nKrankheitswert sind in dieser Systematik zwei getrennte Fragen.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Was folgt daraus für den Umgang mit der eigenen Vorliebe?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Wer die Architektur beider Systeme kennt, hat damit noch keine Antwort auf die persönlichere\nFrage, die meistens dahintersteckt: ob das, was jemand fühlt oder immer wieder denkt, in\nOrdnung ist. Diese Frage beantwortet kein Klassifikationssystem — sie hat mit\n\u003Ca href=\"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fscham-nach-einer-fantasie\">Scham\u003C\u002Fa> mehr zu tun als mit Diagnostik, und\nmit der Frage, was\n\u003Ca href=\"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Funterdrueckung-schadet\">Verbergen und Unterdrückung auf Dauer anrichten\u003C\u002Fa>,\nmehr als mit dem Wortlaut eines Kriteriums.\u003C\u002Fp>\n","\u003Cp>\u003Cstrong>Vorschlag ist nicht Verabschiedung.\u003C\u002Fstrong> Reed et al. (2016) und Krueger et al. (2017) sind\nPublikationen der WHO-Arbeitsgruppe selbst, keine Auszüge aus der in Kraft getretenen ICD-11.\nDass die Streichung so in die verabschiedete Fassung eingegangen ist, wird in der\nSekundärliteratur durchgehend berichtet, ist aber für diese Seite nicht am ICD-11-Browser der\nWHO (Kapitel 06, Gruppe 6D3) geprüft worden. Der Unterschied ist für die Sache klein, aber er\nist der Unterschied zwischen einer geprüften und einer weitergereichten Angabe — deshalb steht\ner hier, statt geglättet zu werden.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Was die Prävalenzzahlen tragen und was nicht.\u003C\u002Fstrong> Joyal und Carpentier (2016) befragten 1.040\nPersonen in einer an der Bevölkerung Québecs ausgerichteten Stichprobe. Für mehrere der\nabgefragten Interessen lagen die Werte über der Schwelle des statistisch\nUngewöhnlichen\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">5\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Welche Interessen das im Einzelnen sind und mit welchen\nProzentzahlen, kursiert im Netz — diese Aufschlüsselung stammt aus einer Presseinformation der\nUniversität, nicht aus dem Artikel selbst, dessen Volltext hinter einer Bezahlschranke liegt.\nSie steht deshalb hier nicht; belastbar ist allein die Richtung des Befunds.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Was dieser Artikel bewusst nicht auflöst.\u003C\u002Fstrong> Die einzelnen Diagnosen unterscheiden sich auch\ndarin, wie das jeweilige Erregungsmuster selbst definiert ist — bei manchen ist eine nicht\neinwilligende Person bereits Teil der Definition, nicht erst der Zusatzbedingung. Für eine\nbelastbare, diagnoseweise Aufschlüsselung dieser Unterschiede lag zum Zeitpunkt dieser Seite\nkeine geprüfte Notiz vor; sie wird deshalb nicht behauptet, sondern als offene Stelle benannt.\u003C\u002Fp>\n\u003Chr>\n\u003Cp>Wo die Systematik endet, bleibt oft eine Frage übrig, die kein Kriterium beantwortet. Der\n\u003Ca href=\"\u002Fselbsttest\">Selbstauskunftsbogen\u003C\u002Fa> ist dafür kein Diagnoseinstrument, sondern ein Angebot,\nzwölf Minuten lang genauer hinzuschauen. Die ausführlichere Einordnung steht\n\u003Ca href=\"\u002Fueber-das-buch\">im Buch\u003C\u002Fa>.\u003C\u002Fp>\n\u003Col id=\"quellen\">\n\u003Cli>American Psychiatric Association (2013). \u003Cem>Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders\u003C\u002Fem>, 5. Aufl. American Psychiatric Publishing, Arlington. — Kapitel „Paraphilic Disorders\", Kriterium B der jeweiligen Diagnosen. Sachliche Kurzfassung, keine wörtliche Übernahme.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Reed, G. M., Drescher, J., Krueger, R. B., Atalla, E., Cochran, S. D., First, M. B., Cohen-Kettenis, P. T., Arango-de Montis, I., Parish, S. J., Cottler, S., Briken, P., &amp; Saxena, S. (2016). Disorders related to sexuality and gender identity in the ICD-11. \u003Cem>World Psychiatry\u003C\u002Fem> 15(3), S. 205–221. — Empfehlung zur Streichung von F65.0, F65.1 und F65.5 samt vorgeschlagenem Kriterium; aus dem Volltext entnommen. \u003Cstrong>Vorbehalt:\u003C\u002Fstrong> Vorschlag der WHO-Arbeitsgruppe, nicht der Text der verabschiedeten ICD-11.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Krueger, R. B., Reed, G. M., First, M. B., Marais, A., Kismodi, E., &amp; Briken, P. (2017). Proposals for Paraphilic Disorders in the International Classification of Diseases and Related Health Problems, Eleventh Revision (ICD-11). \u003Cem>Archives of Sexual Behavior\u003C\u002Fem> 46(5), S. 1529–1545. — \u003Cstrong>Vorbehalt:\u003C\u002Fstrong> nur bibliografisch geprüft, Volltext nicht eingesehen; als zweite Referenz neben Reed et al. (2016) verwendet, nicht als eigenständiger Beleg für einen Wortlaut.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Moser, C., &amp; Kleinplatz, P. J. (2005). DSM-IV-TR and the Paraphilias: An Argument for Removal. \u003Cem>Journal of Psychology &amp; Human Sexuality\u003C\u002Fem> 17(3–4), S. 91–109.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Joyal, C. C., &amp; Carpentier, J. (2016). The Prevalence of Paraphilic Interests and Behaviors in the General Population: A Provincial Survey. \u003Cem>The Journal of Sex Research\u003C\u002Fem> 54(2), S. 161–171. — N = 1.040, Stichprobe an der Bevölkerung Québecs ausgerichtet. \u003Cstrong>Vorbehalt:\u003C\u002Fstrong> Der Volltext war nicht zugänglich; kursierende Einzelprozentzahlen stammen aus einer Presseinformation der Universität und werden hier deshalb nicht wiedergegeben. Die Jahresangabe ist uneinheitlich (Online-Erstveröffentlichung 2016, Bandzuordnung 2017).\u003C\u002Fli>\n\u003C\u002Fol>","",[],1789551435593]