[{"data":1,"prerenderedAt":171},["ShallowReactive",2],{"artikel:liste":3,"content:kulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Frechter-und-linker-weg":153},[4,13,19,23,27,31,36,40,44,50,54,58,62,66,70,74,79,83,87,91,95,99,103,108,112,116,120,124,128,133,137,141,145,149],{"route":5,"title":6,"description":7,"cluster":8,"type":9,"status":10,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fbindungsstile\u002Fbindung-und-sexualitaet","Bindung und Sexualität: Was der Bindungsstil über Sex aussagt — und was nicht","Unsichere Bindung verändert nicht, was Menschen begehren, sondern wozu sie Sex benutzen. Was die Forschung zeigt, mit Studien und Jahreszahlen.","A","speiche","geprüft","T1","2026-08-28",{"route":14,"title":15,"description":16,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fbindung-und-sexualpraktiken","Bindungsstil und Sexualpraktiken: Was die Forschung misst — und was nicht","Bindungsangst und -vermeidung sagen etwas über sexuelle Zufriedenheit, Häufigkeit und Kommunikation. Über einzelne Praktiken sagen sie nichts.","live","2026-08-29",{"route":20,"title":21,"description":22,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fbindungsstil-aendern","Kann sich ein Bindungsstil ändern? Was die Längsschnittforschung zeigt","Bindungssicherheit ist mäßig stabil, nicht festgelegt. Was Längsschnittstudien über Alter, Therapie und die sogenannte erarbeitete Sicherheit zeigen.",{"route":24,"title":25,"description":26,"cluster":8,"type":9,"status":10,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fbindungsstile\u002Fdie-vier-bindungsstile","Die vier Bindungsstile — und warum die Forschung sie nicht als Typen führt","Sicher, ängstlich, vermeidend, ängstlich-vermeidend: woher die vier Stile kommen, wie sie gemessen werden und warum sie keine Persönlichkeitstypen sind.",{"route":28,"title":29,"description":30,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fdurchsetzungsfaehigkeit","Bindungssicherheit und Durchsetzungsfähigkeit: was belegt ist und was nicht","Ob sichere Bindung durchsetzungsfähiger macht, ist schwächer belegt, als es klingt. Was die Forschung tatsächlich misst, mit Studien und Jahreszahlen.",{"route":32,"title":33,"description":34,"cluster":8,"type":35,"status":10,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile","Bindungsstile: Was die Forschung wirklich sagt","Woher die vier Bindungsstile stammen, was Bowlby und Ainsworth tatsächlich gezeigt haben — und warum die Forschung heute von Skalen spricht statt von Typen.","pfeiler",{"route":37,"title":38,"description":39,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fsexuelle-wuensche-aeussern","Sexuelle Wünsche äußern — und warum es manchen Menschen schwerer fällt","Warum manche Menschen sexuelle Wünsche kaum aussprechen: was drei Studien zu Bindung und sexueller Kommunikation zeigen — und wo sie sich widersprechen",{"route":41,"title":42,"description":43,"cluster":8,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fbindungsstile\u002Fwas-bindungstests-leisten","Was Bindungstests leisten: Selbstauskunft und das Interview im Vergleich","Selbstauskunftstests und das Adult Attachment Interview überschneiden sich kaum. Was jedes der beiden Verfahren misst — und was daraus folgt.",{"route":45,"title":46,"description":47,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Ffoucaults-ars-erotica","Foucaults ars erotica — hält die Zuschreibung an die arabische Welt historisch stand?","Foucault zählte „arabo-moslemische Gesellschaften\" zur ars erotica – ohne Beleg. Was die arabische Liebesliteratur zeigt, und was Kritik daran einwendet.","E","T4",{"route":51,"title":52,"description":53,"cluster":48,"type":35,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet","Was im Westen ‚Tantra' heißt — und was Tantra tatsächlich war","Was hierzulande als Tantra gilt, ist eine Erfindung der 1960er Jahre. Das historische Tantra war etwas anderes — sexuelles Ritual war darin nicht die Mitte.",{"route":55,"title":56,"description":57,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Frechter-und-linker-weg","Der 'linke Weg' im Tantra — Verehrung der Frau oder ihre Instrumentalisierung?","Dakṣiṇācāra und Vāmācāra sind mehr als rechts und links. Was die Forschung zur Frauenrolle im „linken Weg\" fand – und was offenbleibt.",{"route":59,"title":60,"description":61,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":12},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Frussischer-eros","Der russische Eros — warum Russlands Sexualkultur als eigener Sonderweg gilt","Der russische Eros ist keine Volkscharakter-Eigenschaft, sondern eine Diskursgeschichte wiederholter Zyklen von Öffnung und staatlicher Kontrolle.",{"route":63,"title":64,"description":65,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Fsamenerhalt","Samenerhalt — die taoistische Lehre und was von ihr trägt","Die taoistische Lehre vom Samenerhalt trennt Orgasmus und Samenerguss – real. Ihre Heilsversprechen wie Langlebigkeit sind es nicht. Was belegt ist.",{"route":67,"title":68,"description":69,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Ftaoistische-kunst-der-schlafgemaecher","Die Kunst der Schlafgemächer — was fangzhong shu wirklich war","Fangzhong shu galt als „chinesisches Kamasutra\". Tatsächlich war es eine Gesundheitslehre, die Sex der Kultivierung unterordnete, nicht dem Genuss.",{"route":71,"title":72,"description":73,"cluster":48,"type":9,"status":17,"tuer":49,"updated":18},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Fvan-gulik","Robert van Gulik — wie das Wissen über Chinas Sexualkultur in den Westen kam","Ein niederländischer Diplomat schrieb 1961 das erste westliche Standardwerk zur Sexualgeschichte Chinas – und prägte damit auch Foucaults „ars erotica\".",{"route":75,"title":76,"description":77,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fasexualitaet","Asexualität: Was sie ist – und was sie nicht ist","Asexualität heißt fehlende sexuelle Anziehung, nicht fehlendes Verlangen. Was das Ace-Spektrum umfasst und warum es keine Diagnose ist.","F",{"route":80,"title":81,"description":82,"cluster":78,"type":35,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham","Wann ist eine sexuelle Vorliebe ein Problem? Die Antwort der Diagnosesysteme","Nicht der Inhalt einer Vorliebe entscheidet darüber, ob sie klinisch bedeutsam ist, sondern zwei andere Kriterien. Was DSM-5 und ICD-11 tatsächlich verlangen.",{"route":84,"title":85,"description":86,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fscham-nach-einer-fantasie","Scham nach einer sexuellen Fantasie: Was sie bedeutet – und was nicht","Eine beunruhigende Fantasie erfüllt für sich kein Diagnosekriterium. Was sexuelle Scham danach auslöst – und woher sie kommt.",{"route":88,"title":89,"description":90,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fsexuelle-skripte","Sexuelle Skripte: Warum Begehren einem Muster folgt","Gagnon und Simon erklärten sexuelles Verhalten 1973 über drei Ebenen erlernter Skripte – nicht als biologischen Trieb. Was das Modell trägt.",{"route":92,"title":93,"description":94,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Ftrauma-und-sexualitaet","Trauma und Sexualität: Was die Forschung zeigt – und wo sie unsicher bleibt","Große Stichproben finden keinen generellen Zusammenhang zwischen Kindheitstrauma und bestimmten sexuellen Vorlieben. Was einzelne Studien trotzdem zeigen.",{"route":96,"title":97,"description":98,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Funterdrueckung-schadet","Schadet Unterdrückung häufiger als die Vorliebe selbst?","Verstecken und Selbststigma hängen mit mehr Angst und Depression zusammen als die Vorliebe selbst. Was das Minoritätenstress-Modell zeigt.",{"route":100,"title":101,"description":102,"cluster":78,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fvorliebe-und-stoerung","Vorliebe oder Störung? Was die Diagnosekriterien im Einzelnen verlangen","Kriterium B ist nur die halbe Antwort. DSM-5 und die ICD-11-Arbeitsgruppe ordnen sexuelle Vorlieben nach zwei verschiedenen Logiken.",{"route":104,"title":105,"description":106,"cluster":107,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fschattenarbeit\u002Ffreuds-trieblehre-heute","Freuds Trieblehre heute — was von den Drei Abhandlungen trägt","Das Stufenmodell oral–anal–phallisch stammt nicht aus 1905. Wie Freuds Theorie über zwanzig Jahre gewachsen ist — und was davon heute noch Bestand hat.","B",{"route":109,"title":110,"description":111,"cluster":107,"type":35,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fschattenarbeit","Schattenarbeit: was C. G. Jung wirklich gemeint hat","Der Schatten ist bei Jung nicht die dunkle Seite und nicht das Böse, sondern etwas deutlich Unbequemeres. Was im Original steht — und was die Belege hergeben.",{"route":113,"title":114,"description":115,"cluster":107,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fschattenarbeit\u002Findividuation","Individuation bei C. G. Jung — was der Begriff bedeutet und was nicht","Individuation ist bei Jung ein lebenslanger Prozess, kein Zustand und keine Selbstverwirklichung. Was der Begriff meint — und wo die Belege enden.",{"route":117,"title":118,"description":119,"cluster":107,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fschattenarbeit\u002Fschattenarbeit-im-netz","Schattenarbeit im Netz — was das Wort dort bedeutet und was nicht","Journaling-Listen, 30-Tage-Programme: Was online Schattenarbeit heißt, teilt mit Jung oft nur den Namen. 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Was Bassons zirkuläres Modell und das Dual-Control-Modell zeigen.","C",{"route":134,"title":135,"description":136,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ferregungsdiskordanz","Erregungsdiskordanz: Wenn der Körper reagiert, ohne dass jemand erregt sein will","Körper und Erleben fallen nicht immer zusammen — bei Frauen im Mittel seltener als bei Männern. Und eine körperliche Reaktion ist kein Zeichen von Zustimmung.",{"route":138,"title":139,"description":140,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ffetisch-vorliebe-stoerung","Fetisch, Vorliebe, Störung — wo verläuft die Grenze wirklich?","Ein Fetisch ist keine Diagnose. Was das DSM-5 zusätzlich verlangt, damit daraus eine fetischistische Störung wird — und was die ICD-11 dazu sagt.",{"route":142,"title":143,"description":144,"cluster":132,"type":35,"status":17,"tuer":11,"updated":12},"\u002Fwie-begehren-entsteht","Wie entsteht ein Fetisch? Vier Erklärungsmodelle und was sie taugen","Kopplung, Übergangsobjekt, Bindung, Kulturgeschichte: Vier Modelle erklären, wie eine Vorliebe entsteht — keines davon, warum ausgerechnet dieses Objekt.",{"route":146,"title":147,"description":148,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Fkonditionierung-und-grenzen","Wie Konditionierung eine sexuelle Vorliebe formen kann — und wo das Modell endet","Ein neutraler Reiz kann durch Kopplung mit Erregung selbst erregend werden, zeigte Rachmans Experiment 1966. Warum das den Einzelfall trotzdem nicht erklärt.",{"route":150,"title":151,"description":152,"cluster":132,"type":9,"status":17,"tuer":11,"updated":18},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Fwinnicotts-uebergangsobjekt","Winnicotts Übergangsobjekt — was ein Kuscheltier mit einem Fetisch zu tun hat","Warum der Teddybär eines Kindes und ein Fetisch aus derselben Theorie stammen — und was Winnicott damit ausdrücklich nicht gemeint hat.",{"frontmatter":154,"sections":165,"html":169,"empfehlungen":170},{"title":56,"metaTitle":155,"description":57,"cluster":48,"type":9,"tuer":49,"anzeigenziel":156,"status":17,"updated":18,"citeKeys":157,"vertiefungTitel":164},"Vāmācāra: Frauenrolle im tantrischen 'linken Weg'",false,[158,159,160,161,162,163],"bhattacharyya1999","white2003","shaw1994","urban2003","kinsley1997","toerzsoek2014","Vertiefung — die drei Strömungen des Brahma Yamala und was Törzsök 2014 verändert",{"snippet":166,"kurzfassung":167,"vertiefung":168},"\u003Cp>Ob der tantrische „linke Weg&quot; (Vāmācāra) Frauen erhöhte oder instrumentalisierte, ist in der\nForschung umstritten. N. N. Bhattacharyya vermutet, dass die Wertschätzung der Frau als\nRepräsentantin der Göttin ursprünglich der Kern von Vāmācāra war und der „rechte Weg&quot;\n(Dakṣiṇācāra) eine spätere Entwicklung ist. Andere Forschende betonen, dass Frauen in\ntantrischen Texten ebenso als Objekte männlichen Begehrens erscheinen.\u003C\u002Fp>\n","\u003Cp>Die Unterscheidung zwischen „rechtem&quot; und „linkem&quot; Weg im Tantra ist auf der \u003Ca href=\"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\">Pfeiler-Seite\ndieser Kulturgeschichte\u003C\u002Fa> bereits eingeführt: Dakṣiṇācāra\nverzichtet auf heterodoxe Praktiken, Vāmācāra vollzieht sie wörtlich. Diese Seite geht einen\nSchritt weiter und fragt, was diese Unterscheidung mit dem Status der Frau zu tun hat — eine\nFrage, die in populären Darstellungen fast nie gestellt wird.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Ist der Name „linker Weg&quot; von der Frau abgeleitet?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Möglicherweise, und diese Möglichkeit verändert die ganze Lesart. N. N. Bhattacharyya stellt fest,\ndass ein Hauptmerkmal der Tantras die Wertschätzung des Status der Frau als Repräsentantin der\nAdi Shakti (der ursprünglichen göttlichen Kraft) ist — und vermutet, dass genau dies die\nursprüngliche Konzeption hinter Vāmācāra gewesen sein könnte. Der scheinbare Gegenbegriff\nDakṣiṇācāra wäre dann die spätere Entwicklung, nicht Vāmācāra\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Diese\nVermutung ist selbst nur über eine Sekundärquelle referenziert, die Bhattacharyyas Werk zitiert,\nund die exakte Seitenzahl ist nicht selbst eingesehen — der Gedanke ist also mit Vorsicht zu\nlesen, aber er verschiebt die ganze Fragestellung: Wenn das stimmt, wäre der „linke Weg&quot; nicht\nin erster Linie ein Weg des Tabubruchs, sondern einer, in dem die Frau eine strukturell zentrale\nRolle hat, die spätere, konformere Traditionen zurückgenommen haben.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Waren Frauen im mittelalterlichen Tantra aktiv Handelnde oder Objekte?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Beides, und welche Antwort überwiegt, hängt sichtbar davon ab, wessen Texte man liest. Der\nReligionswissenschaftler David Gordon White argumentiert, dass Frauen (als Yoginis) in der\nmittelalterlichen Kaula-Tradition eine zentrale, aktive Rolle einnahmen — nicht nur als Objekt\nmännlichen Begehrens, sondern als eigenständige spirituelle Akteurinnen\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">2\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\nMiranda Shaw geht in ihrer vielzitierten Untersuchung des tantrischen Buddhismus noch weiter: Sie\npräsentiert ausführliche Belege für unabhängige, wortmächtige Gründerinnen der tantrischen\nBewegung, die deren Vorstellung von Geschlechterverhältnissen und heiliger Sexualität aktiv\nmitgeprägt haben\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">3\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Der Religionswissenschaftler Hugh Urban warnt jedoch vor einer zu glatten Lesart in beide\nRichtungen: Die Rolle der Frau im Tantra sei sowohl in westlichen als auch in indischen\nRezeptionen wiederholt verzerrt dargestellt worden — mal als erniedrigte „Yogini&quot;, mal als\nemanzipierte Göttin\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">4\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Beide Zuschreibungen, so Urbans Punkt, sagen oft mehr\nüber die Erwartungen der jeweiligen Betrachtenden aus als über die historischen Texte selbst.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Was sind die Mahavidyas, und warum brauchte das Tantra „abstoßende&quot; Göttinnen?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Ein Beleg dafür, dass Shakti im Tantra nicht nur als anmutige, sondern gezielt als transgressive\nKraft verehrt wurde. Die zehn Mahavidyas sind eine Gruppe tantrischer Göttinnen, die Gewohnheiten\nund Identitäten verkörpern, die üblicherweise als abstoßend oder sozial subversiv gelten. Die\nForschung beschreibt sie als „Antimodelle&quot; oder „Erwecker&quot;: Symbole, mit denen Praktizierende das\neigene Bewusstsein über das gesellschaftlich Akzeptierte hinaus zu erweitern\nsuchten\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">5\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Das ist ein Hinweis darauf, dass Transgression im Tantra nicht\nnur eine männliche Praxis war, der sich Frauen unterordneten, sondern dass das Weibliche selbst\ngezielt in seiner unbequemsten Form verehrt wurde.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Was bedeutet das für die Lesart des Tabubruchs insgesamt?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Auf der \u003Ca href=\"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\">Pfeiler-Seite dieser Kulturgeschichte\u003C\u002Fa> ist bereits\nbelegt, dass die rituelle Aufhebung der Rein-Unrein-Grenze in den frühesten Śākta-Tantras ein\n\u003Cstrong>rituelles\u003C\u002Fstrong>, nicht ein psychologisches Prinzip war — eine spirituelle Übung mit ontologischer\nBegründung, keine Anleitung zur Überwindung persönlicher Reinheitsängste. Die Frauenfrage ergänzt\ndieses Bild um eine weitere Ebene: Wenn Bhattacharyyas Vermutung zutrifft, war ein Teil dessen,\nwas im „linken Weg&quot; aufgehoben wurde, nicht nur die Reinheitsnorm gegenüber Substanzen, sondern\nauch die soziale Rangordnung der Geschlechter. Das bleibt, wie im Folgenden ausgeführt, eine\nVermutung und kein gesicherter Befund.\u003C\u002Fp>\n","\u003Cp>\u003Cstrong>Das Drei-Strömungen-Modell des Brahma Yamala.\u003C\u002Fstrong> Die einfache Zweiteilung in „rechts&quot; und\n„links&quot; ist selbst schon eine Vereinfachung. Das tantrische Textkorpus Brahma Yamala beschreibt\nstattdessen drei Strömungen — dakshina, madhyama und vama —, die den drei Grundqualitäten\n(Guṇas) der klassischen indischen Philosophie zugeordnet werden: dakshina gilt als sattva (rein),\nmadhyama als rajas (gemischt) und vama als tamas (unrein)\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">6\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Erst später\nverdichtete sich dieses Dreiersystem in der Rezeption zu der heute geläufigen Zweiteilung. Wer\nnur von „rechtem&quot; und „linkem&quot; Weg spricht, unterschlägt damit eine Zwischenkategorie, die in den\nQuellen selbst existierte.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die sieben ācāras als Gesamtrahmen.\u003C\u002Fstrong> Bhattacharyya unterscheidet insgesamt sieben ācāras — Wege der\nspirituellen Verwirklichung: Veda, Vaiṣṇava, Śaiva, Dakṣiṇa, Vāma, Siddhānta und Kaula —, die er\nzwei übergeordneten Kategorien zuordnet, Dakṣiṇa und Vāma\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">7\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Kaula gilt dabei\nin der Forschung häufig als die konsequenteste, am wenigsten kompromissbereite Form des „linken&quot;\nZweigs — der historische Ort, an dem White die aktive Rolle der Yogini verortet.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Warum die Törzsök-Untersuchung von 2014 hier zur Vorsicht mahnt.\u003C\u002Fstrong> Die auf der Pfeiler-Seite\nausgeführte Untersuchung der frühen Śākta-Tantras zeigt, wie schnell eine plausibel klingende,\npsychologisierende Deutung des tantrischen Tabubruchs sich als unbelegt herausstellt, sobald sie\nan den Primärtexten geprüft wird\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">8\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Dieselbe Vorsicht gilt für die\nFrauenfrage: Bhattacharyyas Vermutung zur Herkunft von Vāmācāra ist eine begründete\nHypothese eines anerkannten Fachautors, keine an Primärtexten nachgewiesene Tatsache. Sie steht\nhier deshalb ausdrücklich als Vermutung, nicht als Befund.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Was in diesem Projekt ausdrücklich offenbleibt.\u003C\u002Fstrong> Ob sich die Wertschätzung der Frau, die\nBhattacharyya für den Ursprung von Vāmācāra annimmt, in der Praxis mittelalterlicher\nKaula-Gemeinschaften tatsächlich in gleichberechtigter Behandlung niederschlug oder ob sie eine\nreligiöse Idealisierung neben fortbestehender sozialer Unterordnung war, lässt sich mit der\nvorliegenden Quellenbasis nicht entscheiden. Beide in dieser Vertiefung zitierten Fachautorinnen\nund Fachautoren — White, Shaw, Urban — kommen zu unterschiedlichen Schwerpunkten, ohne dass eine\nPosition die andere widerlegt.\u003C\u002Fp>\n\u003Chr>\n\u003Cp>Die Grundunterscheidung zwischen Dakṣiṇācāra und Vāmācāra sowie die Bedeutung des Tabubruchs\ninsgesamt behandelt der \u003Ca href=\"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\">Pfeiler dieser Kulturgeschichte\u003C\u002Fa>; die\nvollständige Gliederung des Buches steht auf der \u003Ca href=\"\u002F\">Startseite\u003C\u002Fa>, Hintergrund zur Quellenarbeit\nauf der \u003Ca href=\"\u002Fueber-das-buch\">Seite über das Buch\u003C\u002Fa>.\u003C\u002Fp>\n\u003Col id=\"quellen\">\n\u003Cli>Bhattacharyya, N. N. (1999). \u003Cem>History of the Tantric Religion\u003C\u002Fem>, 2., überarbeitete Aufl., S. 113. — Vermutung, dass die Wertschätzung des Frauenstatus die ursprüngliche Konzeption von Vāmācāra war und Dakṣiṇācāra die spätere Entwicklung sein könnte. \u003Cstrong>Vorbehalt:\u003C\u002Fstrong> über eine Sekundärquelle (Wikipedia-Eintrag mit Quellenangabe) referenziert, Seitenzahl nicht selbst eingesehen.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>White, D. G. (2003). \u003Cem>Kiss of the Yogini: „Tantric Sex\" in its South Asian Contexts.\u003C\u002Fem> University of Chicago Press, Chicago. — aktive Rolle der Yogini in der mittelalterlichen Kaula-Tradition. Bibliografisch verifiziert; Kernthese über Verlagsdarstellung und Rezeption bestätigt, Volltext nicht durchgesehen.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Shaw, M. (1994\u002F2022). \u003Cem>Passionate Enlightenment: Women in Tantric Buddhism.\u003C\u002Fem> Princeton University Press, Princeton. — Belege für unabhängige weibliche Gründerinnen der tantrischen Bewegung im Buddhismus.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Urban, H. B. (2003). \u003Cem>Tantra: Sex, Secrecy, Politics, and Power in the Study of Religion.\u003C\u002Fem> University of California Press, Berkeley, Kap. 1–2. — Kritik an verzerrenden Darstellungen der Frauenrolle im Tantra, sowohl in westlichen als auch in indischen Rezeptionen.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Kinsley, D. (1997). \u003Cem>Tantric Visions of the Divine Feminine: The Ten Mahavidyas.\u003C\u002Fem> University of California Press, Berkeley. — die Mahavidyas als „Antimodelle\" und „Erwecker\".\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Bhattacharyya, N. N. (1999), a. a. O., S. 368. — die drei Strömungen des Brahma Yamala (dakshina, madhyama, vama) und ihre Zuordnung zu den drei Guṇas. \u003Cstrong>Vorbehalt:\u003C\u002Fstrong> über Sekundärquelle referenziert, Seitenangabe nicht selbst eingesehen.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Bhattacharyya, N. N. (1999), a. a. O., S. 368. — die sieben ācāras und ihre Zuordnung zu zwei Kategorien. Gleicher Vorbehalt wie Anmerkung 6.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Törzsök, J. (2014). Nondualism in Early Śākta Tantras: Transgressive Rites and Their Ontological Justification in a Historical Perspective. \u003Cem>Journal of Indian Philosophy\u003C\u002Fem> 42(1), S. 195–223. — Abstract im Original geprüft, Volltext nicht eingesehen. Zeigt, dass „nondual\" in den frühesten Texten rituelle, nicht psychologische Nichtzweiheit meinte.\u003C\u002Fli>\n\u003C\u002Fol>","",[],1789551435344]