[{"data":1,"prerenderedAt":231},["ShallowReactive",2],{"content:begehren-ohne-genuss\u002Fvermeidung-oder-entscheidung":3,"artikel:liste":27},{"frontmatter":4,"sections":21,"html":25,"empfehlungen":26},{"title":5,"metaTitle":6,"description":7,"cluster":8,"type":9,"tuer":10,"anzeigenziel":11,"status":12,"updated":13,"citeKeys":14,"vertiefungTitel":20},"Wenn aus einem Nicht-Getanen im Rückblick eine Entscheidung wird","Vermeidung oder Entscheidung?","Nachträgliche Gründe sind gut erforscht, aber nur für Getanes. Was Experimente und Freeze-Forschung über eine Vermeidung sagen, die man Entscheidung nennt.","I","speiche","T1",false,"live","2026-09-24",[15,16,17,18,19],"nisbettwilson1977","johanssonhallsikstromolsson2005","ganapini2019","mollersondergaardhelstrom2017","hayeswilsongiffordfollettestrosahl1996","Vertiefung: Zahlen, Herkunft und die Grenze der Übertragung",{"snippet":22,"kurzfassung":23,"vertiefung":24},"\u003Cp>Nachträgliche Gründe sind untersucht, allerdings für Getanes. Menschen kennen die wahren Ursachen\nihrer Urteile und Wahlen oft nicht. Sie nennen dann plausible Gründe und sind von ihnen überzeugt.\nEin philosophischer Aufsatz deutet solche Gründe eher als Rechtfertigung denn als Erklärung. Ob\ndas auch für Unterlassenes gilt, ist nicht geprüft.\u003C\u002Fp>\n","\u003Cp>Es gibt Sätze, die jahrelang halten und nie geprüft werden. „Ich habe mich dann dagegen\nentschieden“ ist so einer. Er klingt nach Überlegung, nach Abwägen, nach einem Moment, in dem\netwas feststand. Ob es diesen Moment gegeben hat, lässt sich hinterher nicht immer sagen.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Für solche Lagen gibt es drei Begriffe aus getrennten Forschungsfeldern. Jeder gilt für einen\nanderen Zeitraum, und nur einer davon betrifft den Satz selbst.\u003C\u002Fp>\n\u003Cdiv class=\"tabelle\" role=\"region\" aria-label=\"Tabelle\" tabindex=\"0\">\n\u003Ctable>\n\u003Cthead>\n\u003Ctr>\n\u003Cth>Begriff\u003C\u002Fth>\n\u003Cth>Was er beschreibt\u003C\u002Fth>\n\u003Cth>Zeitraum\u003C\u002Fth>\n\u003Cth>Was belegt ist\u003C\u002Fth>\n\u003C\u002Ftr>\n\u003C\u002Fthead>\n\u003Ctbody>\n\u003Ctr>\n\u003Ctd>Erstarrung (tonische Immobilität, „Freeze“)\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>unwillkürliche Bewegungshemmung bei intensiver Furcht\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>Sekunden bis Minuten, \u003Cem>während\u003C\u002Fem> einer akuten Bedrohung\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>Zahlen aus einer einzigen Studie an Frauen nach sexueller Gewalt\u003C\u002Ftd>\n\u003C\u002Ftr>\n\u003Ctr>\n\u003Ctd>\u003Cem>Experiential avoidance\u003C\u002Fem>\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>innere Erfahrungen und ihre Auslöser meiden\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>keine Zeitgrenze\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>ein Muster, keine Diagnose; sagt, \u003Cem>was\u003C\u002Fem> geschieht, nicht \u003Cem>warum\u003C\u002Fem>\u003C\u002Ftd>\n\u003C\u002Ftr>\n\u003Ctr>\n\u003Ctd>Nachträgliche Gründe\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>plausible Erklärungen, an die man selbst glaubt\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>hinterher\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>Experimente zu Urteilen und Wahlen, keines zu Unterlassungen\u003C\u002Ftd>\n\u003C\u002Ftr>\n\u003C\u002Ftbody>\n\u003C\u002Ftable>\n\u003C\u002Fdiv>\n\u003Ch3>Warum klingt ein Nicht-Tun im Rückblick wie ein Entschluss?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Weil Menschen für ihr Verhalten Gründe finden, auch wenn sie dessen Ursachen nicht kennen. Belegt\nist das allerdings nur für Getanes. Richard Nisbett und Timothy Wilson stützten sich 1977 auf eine\nReihe von Experimenten. Darin bewerteten Menschen etwa ausgelegte Waren, beurteilten einen Dozenten\noder ertrugen eine bestimmte Menge Elektroschock. Was ihr Urteil tatsächlich beeinflusst hatte,\nkonnten sie oft nicht sagen. Stattdessen griffen sie auf Erklärungen zurück, die ohnehin\nnaheliegen, und trugen sie mit Überzeugung vor\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Ein späterer Versuch zeigte, wie weit das gehen kann. Die Versuchspersonen sollten von zwei\nPorträtfotos das attraktivere Gesicht wählen. Mit einem Kartentrick bekamen sie danach manchmal\ndas andere Bild in die Hand und sollten ihre Wahl begründen. Die Vertauschung fiel häufig nicht\nauf, und die Beteiligten lieferten Gründe für eine Wahl, die sie nie getroffen\nhatten\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">2\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Wozu solche Gründe dienen, fragt ein philosophischer Aufsatz zur Konfabulationsforschung. Er\nfasst sie als falsche oder schlecht begründete Angaben. Unehrlich ist die sprechende Person dabei\nnicht, denn sie ist von ihren Angaben überzeugt. Ihr fehlt nur der Zugang zu den Ursachen des\neigenen Zustands. Vorgebracht werden solche Angaben vor allem, um Entscheidungen, Überzeugungen\nund Handlungen zu rechtfertigen. Sie wirken wie Argumente, die das Bild einer vernünftig\nhandelnden Person stützen\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">3\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Folgt man dieser Deutung, wäre ein nachträglicher Grund weniger ein Irrtum über sich selbst. Er\nwäre eher ein Argument, mit dem jemand vor anderen und vor sich selbst als vernünftig dasteht.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Gilt das auch für etwas, das jemand nicht getan hat?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Das ist nicht belegt. Sämtliche einschlägigen Experimente betreffen Bewertungen, Urteile oder\ngetroffene Wahlen. In keinem soll jemand eine eigene \u003Cem>Unterlassung\u003C\u002Fem>\nbegründen\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">2\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Ausführlicher steht das im \u003Ca href=\"\u002Fbegehren-ohne-genuss\">Grundlagentext\nzum Funktionieren ohne Spüren\u003C\u002Fa>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Auch der philosophische Aufsatz ändert daran nichts. Er behandelt mentale Einstellungen im\nAllgemeinen (Überzeugungen, Gefühle, Absichten) und enthält in den geprüften Auszügen keine\nPassage über Unterlassungen\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">3\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Übrig bleibt eine Analogie. Sie liegt nahe, geprüft ist sie nicht.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>War es dann vielleicht Erstarrung?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Nur für sehr kurze Zeiträume. Tonische Immobilität, umgangssprachlich Freeze-Reaktion, ist ein\nunwillkürlicher Zustand motorischer Hemmung bei intensiver Furcht, \u003Cem>während\u003C\u002Fem> einer akuten Bedrohung\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">4\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\nWer so vor Angst erstarrt, tut das nicht aus einem Entschluss heraus. Für diesen Zustand gibt es belastbare Zahlen, aber mit einer\nengen Zuständigkeit. Was der Begriff im Einzelnen bezeichnet, erklärt der \u003Ca href=\"\u002Fbegehren-ohne-genuss\">Text zum Funktionieren ohne Spüren\u003C\u002Fa>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Die Zahlen stammen aus einer einzigen prospektiven Studie an einer Stockholmer Notfallambulanz.\nBefragt wurden 298 Frauen, die dort binnen eines Monats nach einer versuchten oder vollendeten\nVergewaltigung Hilfe suchten. 69,8 Prozent berichteten deutliche, 47,7 Prozent extreme Erstarrung\nwährend des Übergriffs. Extreme Erstarrung sagte eine posttraumatische Belastungsstörung sechs\nMonate später vorher. Auch mit einer schweren Depression hing sie zusammen\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">4\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Aus dieser Herkunft ergibt sich die Grenze des Begriffs. Er beschreibt eine Reaktion in einer\nrealen, akuten Gefahr und misst Sekunden bis Minuten. Für ein nicht geführtes Gespräch oder eine\nnicht abgeschickte Bewerbung trägt er nicht. Als Entlastung für eine ungefährliche Lage eignet er\nsich ebenso wenig. Die Studie selbst hält die Erstarrung ausdrücklich getrennt von den später\neinsetzenden Vermeidungssymptomen\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">4\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Welcher Begriff passt dann auf Wochen oder Jahre?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Am ehesten passt ein Begriff aus der Verhaltenstherapie. Er heißt \u003Cem>experiential avoidance\u003C\u002Fem>. Hayes und\nKollegen beschreiben damit, dass jemand mit bestimmten inneren Erfahrungen nicht in Kontakt bleiben will.\nGemeint sind etwa Körperempfindungen, Gefühle, Gedanken oder Erinnerungen. Die Person unternimmt\nSchritte, um diese Erfahrungen und die Situationen, die sie auslösen, zu verändern oder zu\nmeiden\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">5\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Das Meiden konkreter Orte gehört ausdrücklich dazu. Das Beispiel dafür ist die Agoraphobie. Wer\neine Panik fürchtet, reist weniger oder betritt bestimmte Umgebungen nur in Begleitung eines vertrauten\nMenschen\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">5\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Eine Zeitgrenze kennt der Begriff nicht. Als krankhaft gilt das\nMuster erst, wenn es fortbesteht, obwohl es teuer, nutzlos oder lebenseinschränkend geworden\nist\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">5\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Zwei Einschränkungen gehören gleich daneben. Eine Diagnose ist \u003Cem>experiential avoidance\u003C\u002Fem> nicht.\nUnd der Begriff sagt, \u003Cem>was\u003C\u002Fem> geschieht, nicht \u003Cem>warum\u003C\u002Fem> es bei einer bestimmten Person\ngeschieht\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">5\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Damit bleibt offen, was hinter dem Satz „ich habe mich dagegen entschieden“ steht. Es kann eine\nEntscheidung gewesen sein, eine Vermeidung oder beides. Die Begriffe dieser Seite beschreiben\nMuster, und welches im Einzelfall vorliegt, sagt keiner von ihnen.\u003C\u002Fp>\n","\u003Cp>\u003Cstrong>Woher die Erstarrungszahlen kommen.\u003C\u002Fstrong> Prospektive Studie, 298 Frauen, erhoben mit einer Skala\nzur tonischen Immobilität an einer Notfallambulanz für vergewaltigte Frauen in Stockholm. Den\nFragebogen füllten die Frauen im Mittel gut neunzehn Tage nach dem Übergriff aus. Sie beschrieben\nalso rückblickend, wie es ihnen \u003Cem>während\u003C\u002Fem> des Übergriffs erging, und keinen Zustand, der danach\nanhielt\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">4\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Für die posttraumatische Belastungsstörung nach sechs Monaten\nblieb der Zusammenhang auch dann bestehen, als bekannte Risikofaktoren herausgerechnet wurden. Für\ndie schwere Depression ist eine solche Bereinigung in den für diese Seite ausgewerteten Angaben\nnicht vermerkt. Die Zahlen beruhen auf einer einzigen Stichprobe aus einem sehr spezifischen\nKontext, und eine Übertragung auf andere Lagen ist damit nicht mitbelegt.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Woran sich das überhaupt festmachen lässt.\u003C\u002Fstrong> Die Grundlagenarbeit von 1977 arbeitet mit einem\nstrengen Maßstab. Ein Bericht über die eigenen Beweggründe gilt darin erst dann als Zugang zu\nihnen, wenn er genauer ist als das, was unbeteiligte Beobachterinnen vorhersagen. Diese kennen nur\neine allgemeine Beschreibung der Situation und des Verhaltens\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. In den\nberichteten Experimenten war der Selbstbericht nicht genauer. Deshalb schließen die Autoren, dass\ndie Beteiligten nicht nach innen schauten. Sie griffen auf eine plausible Erklärung zurück.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Was der philosophische Aufsatz ist und was nicht.\u003C\u002Fstrong> Er stammt aus einer philosophischen\nFachzeitschrift und argumentiert, eigene Daten berichtet er nicht\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">3\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Die\nFrage, wozu eine Erklärung dient, ist eine begriffliche Frage. Wer ihn liest, erfährt deshalb, wie\nsich Konfabulation als Rechtfertigung fassen lässt, aber nicht, wie häufig sie vorkommt. Für diese\nSeite wurden Volltext-Auszüge der frei lizenzierten Fassung eingesehen.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Rationalisierung, kognitive Dissonanz.\u003C\u002Fstrong> Wer mit diesen Begriffen sucht, findet sie hier nicht\nerklärt. Sie wurden für diese Seite nicht an Quellen geprüft. Ob sie dasselbe meinen wie die\nnachträglichen Gründe oben, bleibt deshalb offen.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Was dieser Text nicht zeigt.\u003C\u002Fstrong> Erstens, dass eine bestimmte Unterlassung im Einzelfall\nVermeidung war. Darüber sagt keine der hier verwendeten Arbeiten etwas, sie beschreiben Muster und\nkeine Personen. Zweitens, dass eine nachträgliche Erklärung deshalb falsch sein müsste. Sie kann\nzutreffen, auch wenn sie nichts nachweist. Drittens, dass sich das Muster durch Nachdenken auflösen\nließe. Ob und wie das gelingt, hat keine der hier verwendeten Arbeiten geprüft.\u003C\u002Fp>\n\u003Chr>\n\u003Cp>Sich selbst zu befragen ist etwas anderes, als sich zu erklären. Der\n\u003Ca href=\"\u002Fselbsttest\">Selbstauskunftsbogen\u003C\u002Fa> versucht das Erste: Er spiegelt anhand von 21 Aussagen, welche\nder drei Linien des Verlangens bei Ihnen am stärksten ausgeprägt ist, stellt keine Diagnose und\nspeichert Ihre Antworten nicht.\u003C\u002Fp>\n\u003Col id=\"quellen\">\n\u003Cli>Nisbett, R. E., &amp; Wilson, T. D. (1977). Telling more than we can know: Verbal reports on mental processes. \u003Cem>Psychological Review\u003C\u002Fem> 84(3), S. 231–259. Volltext eingesehen. \u003Cstrong>Eng zu lesen:\u003C\u002Fstrong> Sämtliche berichteten Experimente betreffen Bewertungen, Urteile oder getroffene Wahlen; keines betrifft eine Unterlassung.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Johansson, P., Hall, L., Sikström, S., &amp; Olsson, A. (2005). Failure to detect mismatches between intention and outcome in a simple decision task. \u003Cem>Science\u003C\u002Fem> 310(5745), S. 116–119. Zitation und Versuchsaufbau über eine Zusammenfassung des Erstautors bestätigt. \u003Cstrong>Vorbehalt:\u003C\u002Fstrong> Der Original-Volltext war nicht zugänglich; die kursierenden Erkennungsquoten werden deshalb hier nicht wiedergegeben. Auch dieses Paradigma betrifft eine getroffene Wahl.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Bergamaschi Ganapini, M. (2019). Confabulating Reasons. \u003Cem>Topoi\u003C\u002Fem> 39(1), S. 189–201. Open Access (CC BY 4.0); Volltext-Auszüge über einen Lese-Proxy eingesehen. Philosophischer Aufsatz, keine eigene empirische Erhebung. Die eingesehenen Passagen behandeln mentale Einstellungen allgemein (Überzeugung, Emotion, Absicht); \u003Cstrong>eine Passage zu Unterlassungen enthalten sie nicht.\u003C\u002Fstrong>\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Möller, A., Söndergaard, H. P., &amp; Helström, L. (2017). Tonic immobility during sexual assault — a common reaction predicting post-traumatic stress disorder and severe depression. \u003Cem>Acta Obstetricia et Gynecologica Scandinavica\u003C\u002Fem> 96(8), S. 932–938. Definition S. 932–933, Ergebnisse S. 935, Methodenangaben S. 933–934. Prospektiv, N = 298. Volltext eingesehen. \u003Cstrong>Vorbehalt und Grenze des Begriffs:\u003C\u002Fstrong> peritraumatisch erhoben, also für einen Zustand \u003Cem>während\u003C\u002Fem> der Bedrohung; die Zahlen stammen aus einer einzigen Stichprobe von Frauen nach sexueller Gewalt und sind nicht auf ungefährliche Lagen übertragbar. Die Bereinigung um bekannte Risikofaktoren ist für die posttraumatische Belastungsstörung berichtet.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Hayes, S. C., Wilson, K. G., Gifford, E. V., Follette, V. M., &amp; Strosahl, K. (1996). Experiential Avoidance and Behavioral Disorders: A Functional Dimensional Approach to Diagnosis and Treatment. \u003Cem>Journal of Consulting and Clinical Psychology\u003C\u002Fem> 64(6), S. 1152–1168. Definition S. 1153, Pathologie-Einschränkung S. 1157, Beispiel Agoraphobie S. 1160. Volltext eingesehen. \u003Cstrong>Eng zu lesen:\u003C\u002Fstrong> prozessual-funktionaler Begriff, keine diagnostische Kategorie; er beschreibt das Was, nicht das Warum.\u003C\u002Fli>\n\u003C\u002Fol>","",[],[28,32,36,40,45,49,51,58,63,67,71,75,79,84,88,92,97,101,105,109,113,117,121,127,131,135,139,143,147,151,156,160,164,168,172,176,180,185,189,193,197,202,206,211,215,219,223,227],{"route":29,"title":30,"description":31,"cluster":8,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":13},"\u002Fbegehren-ohne-genuss\u002Falexithymie-bei-maennern","Alexithymie: was sie ist, was ein Test misst und was bei Männern stimmt","Alexithymie heißt, Gefühle schwer zu erkennen und zu benennen. 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Was jedes der beiden Verfahren misst, und was daraus folgt.",{"route":93,"title":94,"description":95,"cluster":96,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":13},"\u002Ferzaehlen-und-begehren\u002Fanerkennung-als-beduerfnis","Anerkennung als Bedürfnis: warum es wehtut, nicht gehört zu werden","Ist das Bedürfnis nach Anerkennung ein Grundbedürfnis? Was Honneth und Taylor begründen, was die Psychologie dazu misst und wo beides getrennt bleibt.","J",{"route":98,"title":99,"description":100,"cluster":96,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":13},"\u002Ferzaehlen-und-begehren\u002Feinwilligung-als-beziehung","Einwilligung als Beziehung: Warum das Formular das Falsche regelt","Informierte Einwilligung als Prozess statt einmaliger Unterschrift. Was rolling consent in der Oral History meint und warum es kein DSGVO-Widerruf ist.",{"route":102,"title":103,"description":104,"cluster":96,"type":44,"status":12,"tuer":10,"updated":13},"\u002Ferzaehlen-und-begehren","Erzählen und Begehren: Warum sich das Erzählte ändert, sobald jemand zuhört","Den Stranger-on-a-train-Effekt gibt es als Fachbegriff nicht. Was zum Erzählen vor Fremden belegt ist und wie das Zuhören das Erzählte verändert.",{"route":106,"title":107,"description":108,"cluster":96,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":13},"\u002Ferzaehlen-und-begehren\u002Fnarrative-identitaet-abgenommen","Narrative Identität: Was aus einer Lebensgeschichte wird, die jemand anders behält","Narrative Identität meint ein Selbst, das sich in Geschichten fasst. Was belegt ist, wenn man die eigene erzählt und nichts zurückkommt.",{"route":110,"title":111,"description":112,"cluster":96,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":13},"\u002Ferzaehlen-und-begehren\u002Fsekundaere-belastung-zuhoerende","Sekundäre Traumatisierung: wenn fremde Geschichten hängen bleiben","Sekundäre Traumatisierung setzt als Fachbegriff ein Trauma voraus. Was Zuhörende ohne Trauma berichten und welche Unterstützung dabei fehlt.",{"route":114,"title":115,"description":116,"cluster":96,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":13},"\u002Ferzaehlen-und-begehren\u002Fsexuelle-biografie-als-erzaehlung","Falsche Erinnerungen? Wie weit die eigene sexuelle Geschichte beim Wiedererzählen abweicht","Warum sich falsche Erinnerungen richtig anfühlen und wie verlässlich das autobiografische Gedächtnis für die eigene sexuelle Vorgeschichte ist, laut Studien.",{"route":118,"title":119,"description":120,"cluster":96,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":13},"\u002Ferzaehlen-und-begehren\u002Fzuhoererin-schutzdistanz","Professionelle Distanz beim Zuhören, und was sie von Gleichgültigkeit trennt","Professionelle Distanz muss keine Kälte sein. Was Georg Simmel über den Fremden schrieb und was Studien über gespielte Wärme im Interview zeigen.",{"route":122,"title":123,"description":124,"cluster":125,"type":9,"status":12,"tuer":126,"updated":62},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Ffoucaults-ars-erotica","Foucaults ars erotica: hält die Zuschreibung an die arabische Welt historisch stand?","Foucault zählte „arabo-moslemische Gesellschaften“ ohne Beleg zur ars erotica. Was die arabische Liebesliteratur zeigt, und was Kritik daran einwendet.","E","T4",{"route":128,"title":129,"description":130,"cluster":125,"type":44,"status":12,"tuer":126,"updated":62},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet","Was im Westen ‚Tantra' heißt, und was Tantra tatsächlich war","Was hierzulande als Tantra gilt, ist eine Erfindung der 1960er Jahre. Das historische Tantra war etwas anderes. Sexuelles Ritual war darin nicht die Mitte.",{"route":132,"title":133,"description":134,"cluster":125,"type":9,"status":12,"tuer":126,"updated":62},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Frechter-und-linker-weg","Der 'linke Weg' im Tantra: Verehrung der Frau oder ihre Instrumentalisierung?","Dakṣiṇācāra und Vāmācāra sind mehr als rechts und links. Was die Forschung zur Frauenrolle im „linken Weg“ fand und was offenbleibt.",{"route":136,"title":137,"description":138,"cluster":125,"type":9,"status":12,"tuer":126,"updated":57},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Frussischer-eros","Der russische Eros: warum Russlands Sexualkultur als eigener Sonderweg gilt","Der russische Eros ist keine Volkscharakter-Eigenschaft, sondern eine Diskursgeschichte wiederholter Zyklen von Öffnung und staatlicher Kontrolle.",{"route":140,"title":141,"description":142,"cluster":125,"type":9,"status":12,"tuer":126,"updated":62},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Fsamenerhalt","Samenerhalt: die taoistische Lehre und was von ihr trägt","Die taoistische Lehre vom Samenerhalt trennt Orgasmus und Samenerguss. Das ist real. Ihre Heilsversprechen wie Langlebigkeit sind es nicht. Was belegt ist.",{"route":144,"title":145,"description":146,"cluster":125,"type":9,"status":12,"tuer":126,"updated":62},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Ftaoistische-kunst-der-schlafgemaecher","Die Kunst der Schlafgemächer: was fangzhong shu wirklich war","Fangzhong shu galt als „chinesisches Kamasutra“. Tatsächlich war es eine Gesundheitslehre, die Sex der Kultivierung unterordnete, nicht dem Genuss.",{"route":148,"title":149,"description":150,"cluster":125,"type":9,"status":12,"tuer":126,"updated":62},"\u002Fkulturgeschichte-der-sexualitaet\u002Fvan-gulik","Robert van Gulik: wie das Wissen über Chinas Sexualkultur in den Westen kam","Ein niederländischer Diplomat schrieb 1961 das erste westliche Standardwerk zur Sexualgeschichte Chinas und prägte damit auch Foucaults „ars erotica“.",{"route":152,"title":153,"description":154,"cluster":155,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":62},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fasexualitaet","Asexualität: Was sie ist und was sie nicht ist","Asexualität heißt fehlende sexuelle Anziehung, nicht fehlendes Verlangen. Was das Ace-Spektrum umfasst und warum es keine Diagnose ist.","F",{"route":157,"title":158,"description":159,"cluster":155,"type":44,"status":12,"tuer":10,"updated":62},"\u002Fnormalitaet-und-scham","Wann ist eine sexuelle Vorliebe ein Problem? Die Antwort der Diagnosesysteme","Nicht der Inhalt einer Vorliebe entscheidet darüber, ob sie klinisch bedeutsam ist, sondern zwei andere Kriterien. Was DSM-5 und ICD-11 tatsächlich verlangen.",{"route":161,"title":162,"description":163,"cluster":155,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":62},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fscham-nach-einer-fantasie","Scham nach einer sexuellen Fantasie: Was sie bedeutet und was nicht","Eine beunruhigende Fantasie erfüllt für sich kein Diagnosekriterium. Was sexuelle Scham danach auslöst und woher sie kommt.",{"route":165,"title":166,"description":167,"cluster":155,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":62},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fsexuelle-skripte","Sexuelle Skripte: Warum Begehren einem Muster folgt","Gagnon und Simon erklärten sexuelles Verhalten 1973 über drei Ebenen erlernter Skripte, nicht als biologischen Trieb. Was das Modell trägt.",{"route":169,"title":170,"description":171,"cluster":155,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":57},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Ftrauma-und-sexualitaet","Trauma und Sexualität: Was die Forschung zeigt und wo sie unsicher bleibt","Große Stichproben finden keinen generellen Zusammenhang zwischen Kindheitstrauma und bestimmten sexuellen Vorlieben. Was einzelne Studien trotzdem zeigen.",{"route":173,"title":174,"description":175,"cluster":155,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":62},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Funterdrueckung-schadet","Schadet Unterdrückung häufiger als die Vorliebe selbst?","Verstecken und Selbststigma hängen mit mehr Angst und Depression zusammen als die Vorliebe selbst. Was das Minoritätenstress-Modell zeigt.",{"route":177,"title":178,"description":179,"cluster":155,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":62},"\u002Fnormalitaet-und-scham\u002Fvorliebe-und-stoerung","Vorliebe oder Störung? Was die Diagnosekriterien im Einzelnen verlangen","Kriterium B ist nur die halbe Antwort. DSM-5 und die ICD-11-Arbeitsgruppe ordnen sexuelle Vorlieben nach zwei verschiedenen Logiken.",{"route":181,"title":182,"description":183,"cluster":184,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":62},"\u002Fschattenarbeit\u002Ffreuds-trieblehre-heute","Freuds Trieblehre heute: was von den Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie trägt","Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie: Das Stufenmodell (oral, anal, phallisch) stammt nicht aus 1905. Wie Freuds Theorie wuchs und was davon heute trägt.","B",{"route":186,"title":187,"description":188,"cluster":184,"type":44,"status":12,"tuer":10,"updated":57},"\u002Fschattenarbeit","Schattenarbeit: was C. G. Jung wirklich gemeint hat","Der Schatten ist bei Jung nicht die dunkle Seite und nicht das Böse, sondern etwas deutlich Unbequemeres. Was im Original steht und was die Belege hergeben.",{"route":190,"title":191,"description":192,"cluster":184,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":62},"\u002Fschattenarbeit\u002Findividuation","Individuation bei C. G. Jung: was der Begriff bedeutet und was nicht","Individuation ist bei Jung ein lebenslanger Prozess, kein Zustand und keine Selbstverwirklichung. Was der Begriff meint, und wo die Belege enden.",{"route":194,"title":195,"description":196,"cluster":184,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":57},"\u002Fschattenarbeit\u002Fschattenarbeit-im-netz","Schattenarbeit-Übungen im Netz: was sie mit Jung teilen und was nicht","Übungen, Journaling-Listen, 30-Tage-Programme: Was online Schattenarbeit heißt, teilt mit Jung oft nur den Namen. Was helfen kann und was unbelegt ist.",{"route":198,"title":199,"description":200,"status":56,"updated":201},"\u002Fseiten\u002Finhaltsverzeichnis","Inhalt","Vier Teile, zwölf Kapitel: die Gliederung von „Der Schatten des Begehrens“.","2026-09-16",{"route":203,"title":204,"description":205,"status":56,"updated":201},"\u002Fseiten\u002Fueber-das-buch","Über das Buch","Entstehung, Quellenarbeit und Haltung hinter „Der Schatten des Begehrens“, einem narrativen Sachbuch über Tiefenpsychologie, Kulturgeschichte und Sexualität.",{"route":207,"title":208,"description":209,"cluster":210,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":62},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ferregung-und-verlangen","Sind Erregung und Verlangen dasselbe? Zwei Modelle, ein Unterschied","Erregung ist eine Reaktion, Verlangen ein Bedürfnis. Beide können unabhängig auftreten. Was Bassons zirkuläres Modell und das Dual-Control-Modell zeigen.","C",{"route":212,"title":213,"description":214,"cluster":210,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":62},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ferregungsdiskordanz","Erregungsdiskordanz: Wenn der Körper reagiert, ohne dass jemand erregt sein will","Körper und Erleben fallen nicht immer zusammen: bei Frauen im Mittel seltener als bei Männern. Und eine körperliche Reaktion ist kein Zeichen von Zustimmung.",{"route":216,"title":217,"description":218,"cluster":210,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":62},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Ffetisch-vorliebe-stoerung","Fetisch, Vorliebe, Störung: wo verläuft die Grenze wirklich?","Ein Fetisch ist keine Diagnose. Was das DSM-5 zusätzlich verlangt, damit daraus eine fetischistische Störung wird, und was die ICD-11 dazu sagt.",{"route":220,"title":221,"description":222,"cluster":210,"type":44,"status":12,"tuer":10,"updated":57},"\u002Fwie-begehren-entsteht","Wie entsteht ein Fetisch? Vier Erklärungsmodelle und was sie taugen","Kopplung, Übergangsobjekt, Bindung, Kulturgeschichte: Vier Modelle erklären, wie ein Fetisch entsteht. Keines erklärt, warum ausgerechnet dieses Objekt.",{"route":224,"title":225,"description":226,"cluster":210,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":62},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Fkonditionierung-und-grenzen","Wie Konditionierung eine sexuelle Vorliebe formen kann und wo das Modell endet","Ein neutraler Reiz kann durch Kopplung mit Erregung selbst erregend werden, zeigte Rachmans Experiment 1966. Warum das den Einzelfall trotzdem nicht erklärt.",{"route":228,"title":229,"description":230,"cluster":210,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":62},"\u002Fwie-begehren-entsteht\u002Fwinnicotts-uebergangsobjekt","Winnicotts Übergangsobjekt: was ein Kuscheltier mit einem Fetisch zu tun hat","Warum der Teddybär eines Kindes und ein Fetisch aus derselben Theorie stammen, und was Winnicott damit ausdrücklich nicht gemeint hat.",1790283453596]