[{"data":1,"prerenderedAt":240},["ShallowReactive",2],{"content:begehren-ohne-genuss\u002Fdon-juan-muster":3,"artikel:liste":36},{"frontmatter":4,"sections":30,"html":34,"empfehlungen":35},{"title":5,"metaTitle":6,"description":7,"cluster":8,"type":9,"tuer":10,"anzeigenziel":11,"status":12,"updated":13,"citeKeys":14,"vertiefungTitel":29},"Don-Juan-Syndrom: woher das Etikett stammt und was über Rückzug bekannt ist","Don-Juan-Syndrom: was belegt ist","Ist das Don-Juan-Syndrom eine Diagnose? Wie Otto Rank die Figur 1922 las und was die Bindungsforschung über Menschen weiß, die Nähe klein halten.","I","speiche","T1",false,"live","2026-09-24",[15,16,17,18,19,20,21,22,23,24,25,26,27,28],"who2019icd10","eber1981","novellino2006","kraus2018icd11","tirsomolina1630","moliere1665","mozartdaponte1787","hoffmann1813","kierkegaard1843","zorrilla1844","rank1924","brockhausplon1960","mikulincer2007","mikulincershaverpereg2003","Vertiefung: Datierungen, Befundlage und was dieser Text nicht zeigt",{"snippet":31,"kurzfassung":32,"vertiefung":33},"\u003Cp>Das Don-Juan-Syndrom ist als Diagnose nicht belegt. Sein Name geht auf eine Theaterfigur zurück,\ndie 1630 zuerst gedruckt wurde und die Otto Rank 1922 psychoanalytisch deutete. Die heutige\nBindungsforschung beschreibt ein nüchterneres Muster. Menschen mit hoher Bindungsvermeidung\nnutzen Sex nach einer Übersicht von 2007 eher, um Intimität zu begrenzen und Status zu\ngewinnen, als um ihn zu genießen.\u003C\u002Fp>\n","\u003Cp>Für einen Mann, der schnell nah kommt und dann nicht bleibt, liegt ein alter Name bereit. Man\nnennt ihn einen Don Juan, und manche sprechen gleich von einem Don-Juan-Syndrom oder\nDon-Juan-Komplex. Das Etikett hilft, weil es aus einer verwirrenden Erfahrung ein bekanntes Muster\nmacht. Erklären kann es wenig. Warum das so ist, zeigt seine Geschichte. Was sich über das Gehen\nselbst sagen lässt, kommt aus der Bindungsforschung, und davon handelt der letzte Abschnitt.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Gibt es das Don-Juan-Syndrom wirklich?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Als Diagnose lässt es sich nicht belegen. Die Weltgesundheitsorganisation führt\nin der ICD-10, Fassung von 2019, unter F52.7 eine Kategorie für gesteigertes sexuelles Verlangen.\nIm Original heißt sie „Excessive sexual drive“. Als eingeschlossene Begriffe nennt sie nur\nNymphomanie und Satyriasis. Der Name Don Juan kommt im ganzen Abschnitt F50 bis F59 nicht\nvor\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>In der Fachliteratur taucht der Ausdruck trotzdem auf, zumindest in Titeln. Ein Aufsatz von 1981\nim \u003Cem>Bulletin of the Menninger Clinic\u003C\u002Fem> spricht schon im Titel von Donjuanismus: „Don Juanism: A\nDisorder of the Self“. Ein weiterer von 2006 im \u003Cem>Transactional Analysis Journal\u003C\u002Fem> trägt den Titel „The Don Juan Syndrome“\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">2\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">3\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\nWas diese Arbeiten unter dem Begriff verstehen, wurde für diese Seite nicht eingesehen. Belegt ist\nnur, dass es den Ausdruck in Fachzeitschriften gibt.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Eine Diagnose gibt es für sexuelles Verhalten, das jemandem entgleitet. Für die ICD-11, das\nKlassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation, hat eine Arbeitsgruppe die zwanghafte\nsexuelle Verhaltensstörung ausgearbeitet, abgekürzt CSBD. Sie ordnet diese Störung bei den\nImpulskontrollstörungen ein und bewusst nicht bei den Süchten, anders als das Alltagswort Sexsucht nahelegt\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">4\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Die Arbeitsgruppe zieht dabei ausdrücklich eine Grenze. Wer viel sexuelles Interesse hat und viel\nSex, soll die Diagnose nicht bekommen, solange er die Kontrolle über sein Verhalten behält und\nweder erheblich darunter leidet noch im Leben deutlich beeinträchtigt ist\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">4\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\nViel Verlangen und viel Sex machen nach dieser Beschreibung also noch keine Störung.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Der Name Don Juan kommt aus einer ganz anderen Welt, vom Theater.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Woher kommt die Figur Don Juan?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Aus dem spanischen Theater des 17. Jahrhunderts. Die älteste bekannte Bearbeitung ist ein Drama von\nTirso de Molina, \u003Cem>El burlador de Sevilla y convidado de piedra\u003C\u002Fem>. Entstanden ist es wohl zwischen 1616\nund 1625, gedruckt wurde es erstmals 1630\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">5\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Von dort aus wandert der Stoff\nauffällig schnell durch die europäischen Gattungen:\u003C\u002Fp>\n\u003Cul>\n\u003Cli>1665 als Komödie: Molières \u003Cem>Dom Juan ou le Festin de pierre\u003C\u002Fem>, uraufgeführt am 15. Februar in\nParis\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">6\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>1787 als Oper: Mozarts und Da Pontes \u003Cem>Don Giovanni\u003C\u002Fem>, uraufgeführt am 29. Oktober in\nPrag\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">7\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>1813 als Novelle: E. T. A. Hoffmanns \u003Cem>Don Juan\u003C\u002Fem>, zuerst gedruckt in einer Leipziger\nMusikzeitschrift\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">8\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>1843 als philosophische Abhandlung: das Don-Juan-Kapitel in Søren Kierkegaards\n\u003Cem>Entweder\u002FOder\u003C\u002Fem>\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">9\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>1844 noch einmal als Drama: José Zorrillas \u003Cem>Don Juan Tenorio\u003C\u002Fem>\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">10\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>\u003C\u002Fli>\n\u003C\u002Ful>\n\u003Cp>Schon vor dem ersten Druck war der Stoff unterwegs. Für die 1620er Jahre sind Bearbeitungen und\nAufführungen bis nach Lima und nach Italien bezeugt, dort unter eigenem\nTitel\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">5\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Die Figur war also von Anfang an weniger ein Werk als ein Stoff,\nden sich jede Bühne neu zurechtlegte.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Warum sieht jede Epoche etwas anderes in Don Juan?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Weil er als Bühnenfigur entstand und nie als Fallbeschreibung gedacht war. Jede Bearbeitung konnte\nihn mit einer anderen Frage verbinden.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Bei E. T. A. Hoffmann ist er kein Mann, der vor etwas davonläuft. Der Teufel hat ihm den Gedanken\neingegeben, in der Liebe und im Genuss der Frauen lasse sich schon auf Erden erfüllen, was sonst\nnur als himmlische Verheißung im Menschen wohnt. Hoffmanns Erzähler erwägt, Donna Anna sei vom\nHimmel dazu bestimmt gewesen, ihn seine göttliche Natur erkennen zu lassen. Er sieht sie aber erst zu spät, zur Zeit seines höchsten Frevels, und von da an wird ihm jeder Genuss zum Hohn gegen\nNatur und Schöpfer\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">8\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Das ist eine Geschichte vom maßlosen Suchen und vom verpassten\nAugenblick. Von Bindungsscheu erzählt sie nicht.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Kierkegaard wiederum liest Don Juan als „sinnliches Genie“, als Kategorie des Ästhetischen, in der\nsich eine unmittelbare, musikalisch gefasste Begierde verkörpert\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">9\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Das ist\nweder eine Diagnose noch ein Widerspruch zu einer. Es ist eine andere Art von Frage an denselben\nStoff.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Wer einen Menschen heute einen Don Juan nennt, spricht dagegen über eine Person. Tragen kann das\nnur eine seelische Deutung, und eine solche Deutung mit Datum stammt von Otto Rank.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Was hat Otto Rank über Don Juan geschrieben?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Für Rank stehen die vielen Frauen, die Don Juan verführt, für die eine, die sich nicht ersetzen\nlässt, für die Mutter. Den Vortrag dazu hielt er im April 1922 in Wien, das Buch \u003Cem>Die Don\nJuan-Gestalt\u003C\u002Fem> erschien 1924. Jede neue Eroberung bleibt nach Rank unbefriedigend, weil sie den\nWunsch, zur Mutter zurückzukehren, nur zum Teil erfüllt\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">11\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Keine Frau kann\neinlösen, was er sucht, und deshalb folgt die nächste. Die Stelle im Wortlaut steht im\nGrundlagentext zum \u003Ca href=\"\u002Fbegehren-ohne-genuss\">Funktionieren ohne Spüren\u003C\u002Fa>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Das Wort Flucht kommt an den geprüften Stellen nicht vor. Rank beschreibt Vermeidung, das\nVerleugnen von Schuld und Angst und ein Sich-Entziehen aus unangenehmen\nLagen\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">11\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Die geläufige Kurzform, Don Juan fliehe vor der Liebe, ist eine\nspätere Verdichtung und nicht Ranks Wortlaut.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Zwei Grenzen gehören dazu. Ob es vor Rank schon eine seelische Deutung gab, lässt sich mit den\ngeprüften Quellen nicht entscheiden. Und Rank deutet eine Figur. Was seine Deutung über einen\nbestimmten lebenden Menschen aussagt, müsste an diesem Menschen geprüft werden.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Ist ein Casanova dasselbe wie ein Don Juan?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Casanova hat gelebt, Don Juan ist erfunden, und schon das trennt die beiden. Die psychoanalytische\nDeutung, die an Don Juan hängt, ist für Casanova in den geprüften Quellen auch nicht in\nvergleichbarer Form belegt.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Giacomo Casanova hat seine Lebensgeschichte selbst geschrieben, auf Französisch, ungefähr in den\nJahren 1789 bis 1798. F. A. Brockhaus erwarb das Manuskript 1820. Gelesen, zitiert und gedeutet\nwurde danach über ein Jahrhundert lang aber eine von Jean Laforgue bearbeitete, stellenweise\ngefälschte Fassung. Casanovas eigener Text erschien vollständig und textgetreu erst 1960 bis 1962; das\nOriginalmanuskript ging 2010 an die französische Nationalbibliothek\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">12\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Auch der Mann, an dem sich Generationen von Deutungen abgearbeitet haben, lag ihnen also nur in\neiner Bearbeitung vor. Wer eine Lebensgeschichte als Beleg für ein seelisches Muster liest, liest\nzuerst eine Erzählung, und im Fall Casanovas jahrzehntelang nicht einmal die des Erzählers.\u003C\u002Fp>\n\u003Ch3>Warum wollen sich manche Menschen nicht binden?\u003C\u002Fh3>\n\u003Cp>Die Forschung zur Bindung nennt das Vermeidung. Gemeint ist die Neigung, Nähe und Abhängigkeit\nzu begrenzen. Als Bindungsvermeidung wird sie auf einer Skala gemessen, auf der jeder Mensch einen\nWert hat, nur unterschiedlich hoch. Daneben steht eine zweite Skala, die Bindungsangst. Sie\nbeschreibt die Sorge, zurückgewiesen oder verlassen zu werden\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">13\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Wer mit Bindungsangst die Scheu vor einer\nfesten Beziehung meint, findet das in der Forschung eher unter Vermeidung.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Mario Mikulincer und Phillip Shaver haben 2007 zusammengefasst, was über Bindung und Sexualität\nbekannt ist. Danach geht es Menschen mit hohen Werten auf einer der beiden Skalen beim Sex oft\nweniger darum, ihn zu genießen. Sex dient ihnen als Mittel für ein Bindungsziel, und die Ziele\nunterscheiden sich\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">13\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cdiv class=\"tabelle\" role=\"region\" aria-label=\"Tabelle\" tabindex=\"0\">\n\u003Ctable>\n\u003Cthead>\n\u003Ctr>\n\u003Cth>\u003C\u002Fth>\n\u003Cth>Hohe Bindungsangst\u003C\u002Fth>\n\u003Cth>Hohe Bindungsvermeidung\u003C\u002Fth>\n\u003C\u002Ftr>\n\u003C\u002Fthead>\n\u003Ctbody>\n\u003Ctr>\n\u003Ctd>Kern\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>Sorge, zurückgewiesen oder verlassen zu werden\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>Neigung, Nähe und Abhängigkeit zu begrenzen\u003C\u002Ftd>\n\u003C\u002Ftr>\n\u003Ctr>\n\u003Ctd>Wozu Sex vor allem dient\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>Angst vor Zurückweisung dämpfen, Nähe, Bestätigung und Liebe sichern\u003C\u002Ftd>\n\u003Ctd>Intimität klein halten, Status und Macht gewinnen\u003C\u002Ftd>\n\u003C\u002Ftr>\n\u003C\u002Ftbody>\n\u003C\u002Ftable>\n\u003C\u002Fdiv>\n\u003Cp>Dass ein Mann, der schnell nah kommt und dann geht, auf diese Weise Nähe klein hält, ist eine\nnaheliegende Deutung. Ein Befund über ihn ist es nicht.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Wie eine solche Neigung entstehen kann, beschreiben Mikulincer, Shaver und Pereg 2003 für einen von\nzwei Entwicklungswegen. Wer erlebt hat, dass die Suche nach Nähe bestraft oder nicht beantwortet\nwurde, lernt, Nähe als unerwünschte Möglichkeit zu sehen. Er hält Abstand zu dem, wovon der Schmerz\nausging, zu den Menschen, an die er gebunden ist\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">14\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Keiner dieser Befunde erklärt, warum ein bestimmter Mann gegangen ist. Es sind Zusammenhänge in\nGruppen, und Bindungsvermeidung ist ein Maß für Erwartungen an Nähe, keine Krankheit. Wie die\nbeiden Skalen zusammenspielen, zeigt der Text über\n\u003Ca href=\"\u002Fbindungsstile\u002Fdie-vier-bindungsstile\">die vier Bindungsstile\u003C\u002Fa>. Welche Rolle der Bindungsstil für\ndie Sexualität spielt und welche nicht, steht unter\n\u003Ca href=\"\u002Fbindungsstile\u002Fbindung-und-sexualitaet\">Bindung und Sexualität\u003C\u002Fa>. Ob Bindungsvermeidung im\nErwachsenenalter festliegt oder sich noch verschiebt, prüft der Text zur Frage, ob sich\n\u003Ca href=\"\u002Fbindungsstile\u002Fbindungsstil-aendern\">ein Bindungsstil ändern kann\u003C\u002Fa>. Und warum es manchen Menschen\nschwerfällt, Nähe und Hilfe überhaupt anzunehmen, behandelt der Grundlagentext zum\n\u003Ca href=\"\u002Fbegehren-ohne-genuss\">Funktionieren ohne Spüren\u003C\u002Fa>.\u003C\u002Fp>\n","\u003Cp>\u003Cstrong>Wie sicher sind die Datierungen?\u003C\u002Fstrong> Sie stammen aus mehreren übereinstimmenden\nNachschlagewerken und Sekundärdarstellungen und gelten hier als vorläufig. Keines der Primärwerke\nist für diese Seite im Original eingesehen worden, mit zwei Ausnahmen: Hoffmanns Novelle und Ranks\nBuch sind im Volltext geprüft\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">5\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">6\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">7\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">8\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">11\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\nBeim frühesten Datum gehört die Unschärfe der Quelle mit ins Bild. 1630 ist der erste Druck, die\nEntstehung wird auf etwa 1616 bis 1625 geschätzt. Die Zuschreibung an Tirso de Molina ist die in\nder Forschung übliche, nicht die einzige diskutierte\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">5\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Was die Klassifikationen zeigen und was nicht.\u003C\u002Fstrong> Für die ICD-10 ist das Online-Verzeichnis der\nWHO in der Fassung von 2019 eingesehen, und zwar die Kategorie F52.7 und der Abschnitt F50 bis\nF59\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">1\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Nicht durchsucht sind das alphabetische Register der ICD-10, die\ndeutsche Fassung ICD-10-GM und das DSM-5. Die Aussage gilt deshalb eng für diese Stelle. Die\nICD-11-Beschreibung stammt aus dem Aufsatz der Arbeitsgruppe, die die Diagnose vorgeschlagen hat;\nder ICD-11-Eintrag selbst wurde nicht eingesehen\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">4\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Beantwortet ist damit,\ndass die ICD-11-Diagnose für zwanghaftes sexuelles Verhalten Kontrollverlust voraussetzt und viel\nVerlangen allein ausdrücklich ausschließt.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Was die Aufsatztitel tragen.\u003C\u002Fstrong> Die beiden Aufsätze von 1981 und 2006 sind nur über ihre\nbibliografischen Angaben bekannt. Frei zugänglich war keiner von beiden, und ihr Inhalt steht\ndeshalb nicht auf dieser Seite\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">2\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">3\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Wie sie den Ausdruck\ngebrauchen, ist offen.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Was die Bindungsbefunde tragen.\u003C\u002Fstrong> Die Aussagen über Motive sind eine Zusammenfassung der\nForschungslage durch Mikulincer und Shaver und nicht das Ergebnis einer einzelnen\nErhebung\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">13\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Sie gelten für Menschen mit hohen Werten im Mittel, nicht für\njeden Einzelnen. Der Entwicklungsweg nach Mikulincer, Shaver und Pereg ist ein Modell\naus einer Übersichtsarbeit\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">14\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Was „sinnliches Genie“ hier trägt.\u003C\u002Fstrong> Die Kierkegaard-Deutung ist bibliografisch geprüft, nicht\nam Volltext des Don-Juan-Kapitels\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">9\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Sie steht hier als Beleg dafür, dass es\nneben der seelischen eine ältere, ästhetische Deutungstradition gibt. Eine Auslegung dieser\nTradition will sie nicht sein.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Welche Ausgabe zitiert wird, ist bei Casanova keine Formalie.\u003C\u002Fstrong> Eine vor 1960 erschienene\nFassung gibt Laforgues Bearbeitung wieder, nicht Casanovas Wortlaut\u003Csup>\u003Ca href=\"#quellen\">12\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fsup>. Jede\nAussage über „das, was Casanova schreibt“, ist also nur so gut wie die Angabe, welche Edition\ngemeint ist. Auch diese Einordnung beruht auf übereinstimmenden Sekundärdarstellungen, nicht auf\neiner eingesehenen Ausgabe.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Was dieser Text nicht zeigt.\u003C\u002Fstrong> Erstens, dass sich aus der Deutungsgeschichte einer literarischen\nFigur etwas über einen bestimmten Menschen ableiten ließe. Zweitens, dass Bindungsvermeidung die\neinzige Erklärung dafür wäre, dass jemand Beziehungen immer wieder verlässt. Andere Erklärungen\nwurden für diese Seite nicht geprüft. Drittens, dass die Frage nach einem klinischen Begriff\ndamit abschließend beantwortet wäre. Sie bleibt hier ausdrücklich offen, statt mit einer\nplausiblen Formulierung geschlossen zu werden.\u003C\u002Fp>\n\u003Chr>\n\u003Cp>Wenn Sie statt einer Figur lieber sich selbst befragen möchten, bietet der\n\u003Ca href=\"\u002Fselbsttest\">Selbstauskunftsbogen\u003C\u002Fa> 21 Aussagen zu den drei Linien des Verlangens. Am Ende zeigt\ner, welche davon bei Ihnen im Vordergrund steht, als Anstoß zum Nachdenken und nicht als Diagnose.\u003C\u002Fp>\n\u003Col id=\"quellen\">\n\u003Cli>Weltgesundheitsorganisation (2019). \u003Cem>International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th Revision (ICD-10), Version 2019.\u003C\u002Fem> Online-Browser, icd.who.int\u002Fbrowse10\u002F2019\u002Fen, Kategorie F52.7 „Excessive sexual drive“ (eingeschlossen: Nymphomania, Satyriasis) und Abschnitt F50–F59, abgerufen am 24.09.2026. Online-Tabellenverzeichnis eingesehen. \u003Cstrong>Vorbehalt:\u003C\u002Fstrong> Das alphabetische Register der ICD-10, die ICD-10-GM, das DSM-5 und die ICD-11 wurden auf den Ausdruck nicht durchsucht.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Eber, M. (1981). Don Juanism: A Disorder of the Self. \u003Cem>Bulletin of the Menninger Clinic\u003C\u002Fem> 45(4), S. 307–316. \u003Cstrong>Vorbehalt:\u003C\u002Fstrong> nur bibliografische Angaben, Inhalt nicht eingesehen. Angeführt ist allein, dass der Ausdruck im Titel steht.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Novellino, M. (2006). The Don Juan Syndrome: The Script of the Great Losing Lover. \u003Cem>Transactional Analysis Journal\u003C\u002Fem> 36(1), S. 33–43. DOI 10.1177\u002F036215370603600106. \u003Cstrong>Vorbehalt\u003C\u002Fstrong> wie [2].\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Kraus, S. W., Krueger, R. B., Briken, P., First, M. B., Stein, D. J., Kaplan, M. S., Voon, V., Abdo, C. H. N., Grant, J. E., Atalla, E., &amp; Reed, G. M. (2018). Compulsive sexual behaviour disorder in the ICD-11. \u003Cem>World Psychiatry\u003C\u002Fem> 17(1), S. 109–110. DOI 10.1002\u002Fwps.20499. Volltext eingesehen. \u003Cstrong>Vorbehalt:\u003C\u002Fstrong> Text der Arbeitsgruppe, die die Diagnose für die ICD-11 vorgeschlagen hat; der ICD-11-Eintrag selbst wurde nicht eingesehen.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Tirso de Molina (1630). \u003Cem>El burlador de Sevilla y convidado de piedra.\u003C\u002Fem> Erstdruck in: \u003Cem>Doze comedias de Lope de Vega Carpio y otros autores, segunda parte\u003C\u002Fem>, Barcelona. \u003Cstrong>Vorbehalt:\u003C\u002Fstrong> Entstehung vermutlich 1616–1625, erste bezeugte Aufführungen und Bearbeitungen ca. 1623\u002F1625; Fundstelle vorläufig: aus mehreren übereinstimmenden Sekundärquellen zusammengetragen, kein Primärwerk eingesehen. Die Autorschaft Tirso de Molinas ist die in der Forschung übliche Zuschreibung.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Molière (1665). \u003Cem>Dom Juan ou le Festin de pierre.\u003C\u002Fem> Uraufführung 15.02.1665, Théâtre du Palais-Royal, Paris. \u003Cstrong>Vorbehalt:\u003C\u002Fstrong> Datierung über Standard-Sekundärquellen abgesichert, kein Primärwerk eingesehen.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Mozart, W. A., &amp; Da Ponte, L. (1787). \u003Cem>Don Giovanni.\u003C\u002Fem> Uraufführung 29.10.1787, Ständetheater Prag. \u003Cstrong>Vorbehalt:\u003C\u002Fstrong> Datierung mehrfach übereinstimmend bestätigt, kein Primärwerk eingesehen.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Hoffmann, E. T. A. (1813). \u003Cem>Don Juan.\u003C\u002Fem> Erstdruck 31.03.1813 in der \u003Cem>Allgemeinen musikalischen Zeitung\u003C\u002Fem>, Leipzig; Buchfassung 1814 in \u003Cem>Fantasiestücke in Callots Manier\u003C\u002Fem>, Bd. 1. Volltext geprüft (Projekt Gutenberg und Wikisource, beide abgerufen 2026-09-04). Original gemeinfrei (Hoffmann † 1822); moderne Editionen tragen eigene Herausgeberrechte, hier kein Zitat.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Kierkegaard, S. (1843). \u003Cem>Entweder\u002FOder. Ein Lebensfragment\u003C\u002Fem>, darin: „Die unmittelbaren erotischen Stadien oder das Musikalisch-Erotische“. \u003Cstrong>Vorbehalt:\u003C\u002Fstrong> bibliografisch geprüft, Wortlaut des Kapitels nicht am Volltext eingesehen. Die Einordnung als ästhetische Kategorie („sinnliches Genie“) stammt aus übereinstimmenden Sekundärdarstellungen.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Zorrilla, J. (1844). \u003Cem>Don Juan Tenorio.\u003C\u002Fem> Uraufführung 1844, Spanien. \u003Cstrong>Vorbehalt:\u003C\u002Fstrong> Datierung über Sekundärquellen bestätigt, kein Primärwerk eingesehen.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Rank, O. (1924). \u003Cem>Die Don Juan-Gestalt.\u003C\u002Fem> Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Leipzig\u002FWien, S. 55; Vermeidungs- und Verleugnungsstellen S. 14 und S. 48. Zuerst als Vortrag vor der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung am 26.04.1922, danach in \u003Cem>Imago\u003C\u002Fem> Bd. VIII (1922). Paraphrase von S. 55, am Volltext-Scan mit gedruckter Originalpaginierung geprüft; der Wortlaut steht auf der Überblicksseite. Rank † 1939, das deutsche Original ist gemeinfrei.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Casanova, G. (verfasst ca. 1789–1798). \u003Cem>Histoire de ma vie.\u003C\u002Fem> Erste vollständige und textgetreue Ausgabe: F. A. Brockhaus (Wiesbaden) und Librairie Plon (Paris), 1960–1962. Manuskript 1820 von Brockhaus erworben; bis zur kritischen Ausgabe war nur die von Jean Laforgue bearbeitete Fassung zugänglich; Originalmanuskript seit 2010 bei der Bibliothèque nationale de France. \u003Cstrong>Vorbehalt:\u003C\u002Fstrong> Fundstelle vorläufig (Angaben der französischen Nationalbibliothek und übereinstimmende Nachschlagewerke), kein Volltext der Edition eingesehen.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Mikulincer, M., &amp; Shaver, P. R. (2007). A Behavioral Systems Perspective on the Psychodynamics of Attachment and Sexuality. In: Diamond, Blatt &amp; Lichtenberg (Hrsg.), \u003Cem>Attachment and Sexuality\u003C\u002Fem>, S. 51–78. Analytic Press. Zusammenfassung der Forschungslage zu den zwei Bindungsdimensionen und zu sexuellen Motiven; Wortlaut am Autoren-PDF eingesehen.\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>Mikulincer, M., Shaver, P. R., &amp; Pereg, D. (2003). Attachment Theory and Affect Regulation: The Dynamics, Development, and Cognitive Consequences of Attachment-Related Strategies. \u003Cem>Motivation and Emotion\u003C\u002Fem> 27(2), S. 77–102, hier S. 96–97. Volltext eingesehen.\u003C\u002Fli>\n\u003C\u002Fol>","",[],[37,41,43,47,52,56,60,67,72,76,80,84,88,93,97,101,106,110,114,118,122,126,130,136,140,144,148,152,156,160,165,169,173,177,181,185,189,194,198,202,206,211,215,220,224,228,232,236],{"route":38,"title":39,"description":40,"cluster":8,"type":9,"status":12,"tuer":10,"updated":13},"\u002Fbegehren-ohne-genuss\u002Falexithymie-bei-maennern","Alexithymie: was sie ist, was ein Test misst und was bei Männern stimmt","Alexithymie heißt, Gefühle schwer zu erkennen und zu benennen. 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